Lebensmittelpreise steigen 2027 laut Weltbank um sieben Prozent
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 14:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWSWeltbank nennt 811 Millionen Betroffene
- Die Weltbank erwartet für 2027 einen Anstieg der Nahrungsmittelpreise um sieben Prozent.
- Die Prognose für die Rohstoffpreise insgesamt liegt im laufenden Jahr bei plus 23 Prozent.
- Rund 811 Millionen Menschen leben derzeit laut Weltbank von weniger als drei US-Dollar am Tag.
Weltbank erwartet höhere Lebensmittelpreise bis 2027
Unterbrochene Getreidelieferungen, ungünstiges Wetter sowie hohe Kraftstoff- und Düngerpreise dürften Lebensmittel weiter verteuern. Die Weltbank erwartet nach einem Anstieg um etwa zehn Prozent in diesem Jahr für 2027 ein weiteres Plus von sieben Prozent.
Energiepreise steigen deutlich stärker
Bei den Energiepreisen rechnet die Weltbank im laufenden Jahr mit einem Anstieg um knapp ein Drittel gegenüber dem Vorjahr. Als wesentlichen Grund nennt sie den Krieg der USA gegen den Iran und die dadurch nahezu zum Erliegen gekommenen Transporte durch die Straße von Hormus.
Auch Monate nach Kriegsbeginn liegt der Transport durch die Meerenge demnach deutlich unter dem Vorkriegsniveau. Für 2027 erwarten die Experten sinkende Energiepreise.
Rohstoffpreise steigen insgesamt um 23 Prozent
Insgesamt prognostiziert die Weltbank für das laufende Jahr einen Anstieg der Rohstoffpreise um 23 Prozent. Auch diese Preise sollen 2027 wieder zurückgehen.
Weltbank warnt vor Nahrungsmittelkrise
Die Prognosen setzen voraus, dass sich die Konflikte nicht wesentlich verschärfen und die globalen Rohstoffversorgungsketten nicht weiter beeinträchtigt werden. Eine Eskalation des Iran-Kriegs oder anhaltende Schäden an der russischen Ölinfrastruktur könnten die Energiepreise noch stärker steigen lassen.
Die Weltbank warnt zudem, höher als erwartete Energiepreise oder stärkere Auswirkungen des Wetterphänomens El Niño könnten eine Nahrungsmittelkrise auslösen. Wie Anfang der 2010er-Jahre könnten dadurch mehr Menschen in extreme Armut geraten; darunter versteht die Weltbank Menschen mit weniger als drei US-Dollar am Tag. Derzeit zählt das Institut in Washington rund 811 Millionen Betroffene.
Der Rohstoffausblick der Weltbank beschreibt einen Zusammenhang, der über kurzfristige Preisschwankungen hinausgeht: Lebensmittel werden teurer, wenn mehrere Belastungen gleichzeitig auftreten. Unterbrochene Lieferwege, schlechte Ernten sowie höhere Kosten für Energie, Dünger und Transport wirken dann auf die gesamte Produktionskette.
Für Haushalte mit niedrigen Einkommen ist dieser Effekt besonders schwerwiegend. Wer einen großen Teil des verfügbaren Geldes für Grundnahrungsmittel ausgeben muss, kann Preissteigerungen kaum durch den Verzicht auf andere Ausgaben ausgleichen. Die Weltbank verbindet deshalb höhere Energie- und Lebensmittelpreise mit dem Risiko, dass wieder mehr Menschen unter die Schwelle extremer Armut fallen.
Abhängigkeit von Energie und Lieferwegen
Die Entwicklung der Energiepreise bleibt ein zentraler Faktor für die weitere Teuerung. Kraftstoff wird für Landwirtschaft, Verarbeitung und Transport benötigt; außerdem verteuern sich bei höheren Energiekosten häufig Düngemittel und andere Vorprodukte. Eine Entspannung im Jahr 2027 würde den Preisdruck mindern, könnte die Belastungen des laufenden Jahres aber nicht automatisch ausgleichen.
Besonders anfällig bleibt die Lage bei einer gleichzeitigen Verschärfung geopolitischer Konflikte und wetterbedingter Ernteausfälle. Das Wetterphänomen El Niño kann Niederschläge und Temperaturen in wichtigen Anbauregionen verändern. Für Verbraucher bedeutet die Prognose vor allem, dass Lebensmittelpreise auch bei sinkenden Rohstoffpreisen nicht unmittelbar zurückgehen müssen, weil sich Kosten und Lieferverträge zeitversetzt auf den Handel auswirken.
