Lehrermangel, Mecklenburg-Vorpommern

Lehrermangel Mecklenburg-Vorpommern: 500 Neueinstellungen, aber 3.600 fehlen

Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 22:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mecklenburg-Vorpommern startet mit 500 neuen LehrkrĂ€ften ins Schuljahr, doch der Bedarf bleibt hoch. 3.600 Stellen sind in fĂŒnf Jahren zu besetzen.

Lehrermangel in MV: 500 Neueinstellungen zum Schulstart 2026/27
Ein leerer, sonnendurchfluteter Klassenraum mit leeren Schreibtischen und StĂŒhlen in einer modernen Schule. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Zum Auftakt des neuen Schuljahres hat die Bildungsministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Simone Oldenburg, am 25. August 2026 die aktuelle personelle Situation an den Schulen des Landes dargelegt.

Trotz einer merklichen Anzahl an Neueinstellungen bleibt die Gewinnung von qualifiziertem Personal eine zentrale Herausforderung fĂŒr die Landesregierung. Der Bedarf an LehrkrĂ€ften ist weiterhin hoch, obwohl die Gesamtzahl der SchĂŒler im Land leicht rĂŒcklĂ€ufig ist.

Aktuelle Einstellungszahlen und Einsatz von Seiteneinsteigern

FĂŒr das Schuljahr 2026/27 konnten zum Stichtag am 25. August 2026 landesweit 500 neue LehrkrĂ€fte eingestellt werden. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Neueinstellungen seit Beginn des Kalenderjahres auf 690 Personen. Ein signifikanter Anteil dieser Stellen wird durch alternative Rekrutierungswege besetzt: 173 der neu eingestellten KrĂ€fte sind Seiteneinsteiger, was einer Quote von 34,6 % entspricht.

ZusĂ€tzlich zu den regulĂ€ren LehrkrĂ€ften wurden weitere Personalgruppen fĂŒr den Schulbetrieb gewonnen. Dazu zĂ€hlen 817 pĂ€dagogische FachkrĂ€fte, 29 multiprofessionelle FachkrĂ€fte sowie 48 VerwaltungskrĂ€fte und 231 Alltagshilfen.

Zudem wurden 136 Referendare nach Abschluss ihres Vorbereitungsdienstes in den Schuldienst ĂŒbernommen. Aktuell sind landesweit noch 51 Lehrerstellen offiziell als vakant gemeldet. Zur Deckung von Bedarfen sind derzeit 480 LehrkrĂ€fte an andere Schulen oder Institutionen abgeordnet.

Demografischer Wandel und langfristiger Personalbedarf

Die personelle Lage wird durch die Altersstruktur der aktuell 11.640 LehrkrĂ€fte im Land verschĂ€rft. Den vorliegenden Daten zufolge sind 24 % der Lehrer zwischen 50 und 60 Jahre alt, wĂ€hrend weitere 18 % bereits die Altersgrenze von 60 Jahren ĂŒberschritten haben. Dieser bevorstehende Generationswechsel spiegelt sich in den langfristigen Prognosen wider.

In den kommenden fĂŒnf Jahren besteht im Land ein Bedarf an insgesamt 3.600 neuen LehrkrĂ€ften. DemgegenĂŒber steht eine erwartete Anzahl von lediglich 2.700 Absolventen aus der landeseigenen Ausbildung.

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Um diese Differenz auszugleichen, kalkuliert das Ministerium mit der notwendigen Gewinnung von etwa 900 Seiteneinsteigern fĂŒr diesen Zeitraum. Ministerin Oldenburg rĂ€umte in diesem Zusammenhang ein, dass der Lehrermangel trotz der aktuellen Rekrutierungserfolge bestehen bleibe.

Rahmenbedingungen und strukturelle Neuerungen zum Schulstart

Der Schulstart erfolgt vor dem Hintergrund einer hohen Belastung des Systems im vorangegangenen Zeitraum. Im Schuljahr 2025/26 fielen landesweit insgesamt 350.000 Unterrichtsstunden aus. Zum aktuellen Schuljahresbeginn wurden 163.600 SchĂŒler gezĂ€hlt, was einem RĂŒckgang von 1.300 im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Darunter befinden sich 13.300 ErstklĂ€ssler.

Um die AttraktivitĂ€t des Lehrerberufs zu steigern und den Mangel zu verwalten, setzt das Land auf verschiedene Maßnahmen. Hierzu gehören straffere Bewerbungsverfahren, eine garantierte Übernahme nach dem Referendariat sowie finanzielle ZuschlĂ€ge fĂŒr TĂ€tigkeiten an Schulen im lĂ€ndlichen Raum.

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Strukturell treten zum 1. August Regelungen zur Ganztagsbetreuung sowie strengere Versetzungsrichtlinien in Kraft. Zudem wird an 32 Schulen eine praxisorientierte Berufsreife fĂŒr rund 350 SchĂŒler angeboten.

Im politischen Kontext verwies Oldenburg, die auch als Spitzenkandidatin fĂŒr die Landtagswahl am 20. September 2026 antritt, auf die Schaffung von bisher 1.500 zusĂ€tzlichen Stellen und forderte die Bereitstellung von 2.000 weiteren Stellen fĂŒr das Bildungssystem.

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