LeiterunfĂ€lle: TĂV warnt vor 19.636 ArbeitsunfĂ€llen jĂ€hrlich
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 09:20 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der TĂV-Verband hat am 17. August 2026 eine Warnung vor den Gefahren bei der Nutzung von Leitern in Privathaushalten herausgegeben. Angesichts hoher Unfallzahlen im beruflichen Umfeld mahnt die Organisation zu erhöhter Vorsicht und der Einhaltung technischer Sicherheitsstandards bei Heimarbeiten, um schwere Verletzungen zu vermeiden.
Die Relevanz dieser Warnung wird durch aktuelle statistische Daten untermauert. Wie der TĂV-Verband unter Berufung auf die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) mitteilte, ereigneten sich im Jahr 2024 insgesamt 19.636 meldepflichtige ArbeitsunfĂ€lle im Zusammenhang mit Leitern.
Die Schwere dieser VorfĂ€lle ist beachtlich: In 961 FĂ€llen fĂŒhrten die Verletzungen zur Zahlung einer Unfallrente. Zudem verzeichnete die Statistik fĂŒr das genannte Jahr 12 TodesfĂ€lle infolge von LeiterunfĂ€llen. Da im privaten Bereich oft weniger strikte Sicherheitsvorkehrungen als im professionellen Sektor getroffen werden, sieht der Verband hier ein erhebliches Risikopotenzial.
Zertifizierungen und technische Normen als Auswahlkriterium
Um die Sicherheit bei Arbeiten in der Höhe zu erhöhen, empfiehlt der TĂV-Verband Verbrauchern, bereits beim Kauf einer Leiter auf anerkannte PrĂŒfsiegel und Normen zu achten. Ein wesentliches Merkmal fĂŒr geprĂŒfte Sicherheit sei das GS-Zeichen. Dieses signalisiere, dass das Produkt den Anforderungen des Produktsicherheitsgesetzes entspreche und von einer unabhĂ€ngigen Stelle geprĂŒft wurde.
DarĂŒber hinaus sollten KĂ€ufer auf die Einhaltung spezifischer technischer Normen achten. FĂŒr Leitern ist dies die DIN EN 131, wĂ€hrend fĂŒr Tritte die Norm DIN EN 14183 maĂgeblich ist. Diese Regelwerke definieren Anforderungen an die StabilitĂ€t, Belastbarkeit und Konstruktion der Steighilfen. Der Verband wies darauf hin, dass die Wahl des passenden Arbeitsmittels entscheidend fĂŒr die Standfestigkeit sei.
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Korrekte Handhabung und Vorbereitung der Nutzung
Neben der technischen Beschaffenheit der Leiter spielt die korrekte Anwendung eine zentrale Rolle fĂŒr die UnfallprĂ€vention. Vor dem Einsatz sollte laut TĂV-Verband stets die erforderliche Arbeitshöhe prĂ€zise berechnet werden. Ein hĂ€ufiger Fehler sei das Ăberstrecken des Körpers oder das Stehen auf den obersten Stufen, was den Schwerpunkt verlagere und zum Kippen der Leiter fĂŒhren könne.
Bei der Verwendung von Anlegeleitern ist zudem der korrekte Anlegewinkel entscheidend. Dieser sollte idealerweise zwischen 65 und 75 Grad liegen. Ein zu steiler Winkel erhöht die Gefahr des Nach-hinten-Kippens, wĂ€hrend ein zu flacher Winkel zum Wegrutschen der LeiterfĂŒĂe fĂŒhren kann. Der Untergrund muss dabei stets eben, fest und tragfĂ€hig sein.
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RegelmĂ€Ăige PrĂŒfung der Sicherheitsvorrichtungen
Ein weiterer Aspekt der Unfallvermeidung ist die technische IntegritĂ€t der Leiterkomponenten. Der TĂV-Verband rĂ€t dazu, insbesondere vorhandene Spreizsicherungen â wie Ketten, Gurte oder Gelenke bei Stehleitern â vor jeder Benutzung auf ihre FunktionsfĂ€higkeit zu prĂŒfen. Diese Vorrichtungen verhindern, dass die Leiter auseinandergleitet.
Defekte Leitern sollten keinesfalls weiterverwendet oder unsachgemÀà repariert werden. Die Experten betonten, dass MaterialermĂŒdung oder beschĂ€digte Holme die Statik grundlegend gefĂ€hrden können. Durch eine Kombination aus zertifizierter Technik und sicherheitsbewusstem Verhalten lieĂen sich viele der jĂ€hrlich registrierten SturzunfĂ€lle vermeiden.
