Lindt, Sprüngli

Lindt & Sprüngli: US-Klage wegen irreführender Nachhaltigkeitsversprechen

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 23:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine US-Organisation verklagt Lindt & Sprüngli wegen angeblich täuschender Werbung zu Kinderarbeit in der Kakaolieferkette. Der Aktienkurs fällt.

Lindt & Sprüngli: US-Klage wegen irreführender Nachhaltigkeitsversprechen
Hochwertige Schokoladentafeln auf dunklem Hintergrund, stimmungsvoll beleuchtet in professioneller Studio-Optik. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Organisation International Rights Advocates (IRA) hat beim US-Bundesgericht in Washington D.C. eine Klage gegen den Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli eingereicht. In der am 21. Juli 2026 eingereichten Klageschrift wird dem Konzern vorgeworfen, Konsumenten durch irreführende Nachhaltigkeitsversprechen über die tatsächlichen Bedingungen in seiner Lieferkette zu täuschen. Im Zentrum der Vorwürfe steht die Problematik der Kinderarbeit in den westafrikanischen Anbauländern Ghana und der Elfenbeinküste.

Vorwürfe irreführender Nachhaltigkeitsversprechen

Die Kläger werfen Lindt & Sprüngli vor, in erheblichem Maße von Kinderarbeit zu profitieren, die in den betroffenen Regionen bereits seit über 20 Jahren dokumentiert sei. Laut der Klageschrift täusche das Unternehmen die Öffentlichkeit mit Marketingaussagen zur Nachhaltigkeit, während in der Produktion für den US-Markt weiterhin Kakao aus Quellen verwendet werde, die mit Kinderarbeit in Verbindung stünden. Lindt & Sprüngli bezieht gegenwärtig 100 % seiner Kakaobohnen aus Ghana und seine Kakaobutter aus der Elfenbeinküste.

Die juristische Auseinandersetzung zielt nach Angaben der Organisation nicht auf die Zahlung von Schadensersatz ab. Stattdessen fordert die Klage einen gerichtlichen Stopp der als irreführend bezeichneten Werbeaussagen sowie umfassende Anpassungen in der Marketingstrategie des Konzerns, um die tatsächlichen Gegebenheiten in der Kakaobeschaffung transparent zu machen.

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Lindt & Sprüngli verweist auf Präventionsprogramme

Der Schokoladenhersteller hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. Das Unternehmen verweist zur Verteidigung seiner Geschäftspraktiken auf ein etabliertes Lieferantenprotokoll sowie auf den sogenannten „2030 Sustainability Plan“. Lindt & Sprüngli betonte, dass systematische Untersuchungen und gezielte Präventionsprogramme fester Bestandteil der Unternehmensstrategie seien, um Missstände in der Lieferkette zu bekämpfen.

Ein zentrales Element dieser Bemühungen ist das hauseigene „Farming Program“. Der Konzern gab an, dass bereits im Juni 2026 sämtliche Kakaobezüge durch die Rainforest Alliance zertifiziert gewesen seien. Zudem verfolgt das Unternehmen das Ziel, ab dem Jahr 2026 nur noch Kakao von Lieferanten zu beziehen, die über ein funktionierendes System zur Überwachung von Kinderarbeit verfügen. Damit unterstreicht die Konzernleitung ihre Absicht, die Kontrolle über die Produktionsbedingungen in Westafrika weiter zu verschärfen.

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Auswirkungen auf den Aktienkurs

Die Nachricht über die rechtlichen Schritte in den USA hinterließ Spuren am Kapitalmarkt. Die Aktie von Lindt & Sprüngli reagierte mit Kursverlusten auf die Bekanntgabe der Klage. Am 23. Juli 2026 notierte das Wertpapier bei 9240,55 CHF, was einem Rückgang von 2,54 % im Vergleich zum vorherigen Handelszeitraum entspricht. Branchenbeobachter verfolgen nun genau, wie das US-Bundesgericht in Washington D.C. über die Zulässigkeit und den weiteren Fortgang des Verfahrens entscheiden wird, da dies weitreichende Konsequenzen für die Nachhaltigkeitskommunikation internationaler Lebensmittelkonzerne haben könnte.

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