LNG-Schiff: Deutsche ReGas verdoppelt KapazitÀt in Mukran
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 06:27 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSGasversorgung erhÀlt zusÀtzliche Importoption
- Die Deutsche ReGas nimmt fĂŒr das Terminal âDeutsche Ostseeâ in Mukran ein zweites LNG-Schiff in Betrieb.
- Der Vertrag mit Mitsui O.S.K. Lines lÀuft bis 2043 und umfasst mehrere hundert Millionen Dollar.
- Die beiden Mukran-Schiffe können kĂŒnftig jĂ€hrlich 13,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas einspeisen.
Deutsche ReGas erweitert LNG-Terminal in Mukran
Die Deutsche ReGas nimmt fĂŒr ihr LNG-Importterminal âDeutsche Ostseeâ in Mukran auf RĂŒgen ein zweites LNG-Schiff in Betrieb. GeschĂ€ftsfĂŒhrer Ingo Wagner erwartet, dass das Schiff bereits im Winter 2027/2028 und besonders im folgenden FrĂŒhjahr beim AuffĂŒllen der Gasspeicher in Deutschland und Europa hilft.
Vertrag mit MOL lÀuft bis 2043
Das Schiff wird vom japanischen Unternehmen Mitsui O.S.K. Lines, kurz MOL, bereitgestellt. Der Vertrag soll am Donnerstag unterzeichnet werden und lÀuft nach Angaben Wagners bis 2043; das Vertragsvolumen betrÀgt mehrere hundert Millionen Dollar.
Bei dem Schiff handelt es sich um eine Floating Storage and Regasification Unit, kurz FSRU. Sie nimmt verflĂŒssigtes Erdgas auf, wandelt es wieder in gasförmigen Zustand um und speist es in das Erdgasnetz ein.
Mukran soll 13,5 Milliarden Kubikmeter einspeisen
Die Deutsche ReGas betreibt bereits ein LNG-Schiff in Mukran. Mit dem zweiten Schiff wĂ€ren kĂŒnftig sechs FSRUs in Deutschland im Einsatz. Neben der Deutschen ReGas betreibt die bundeseigene Deutsche Energy Terminal GmbH drei FSRUs und will im November ein viertes LNG-Schiff in Betrieb nehmen.
Nach Angaben der Deutschen ReGas können die beiden Schiffe des Terminals âDeutsche Ostseeâ zusammen jĂ€hrlich 13,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas in das Netz einspeisen. Das entspricht etwa 15 Prozent des gesamten deutschen Erdgasbedarfs.
Mit dem zweiten FSRU erweitert die Deutsche ReGas die Importinfrastruktur am Standort Mukran deutlich. Die beiden Schiffe sollen zusammen jÀhrlich bis zu 13,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas in das deutsche Netz einspeisen können. Das entspricht nach Angaben des Unternehmens etwa 15 Prozent des deutschen Erdgasbedarfs.
Der Ausbau steht im Zusammenhang mit der seit dem russischen Angriff auf die Ukraine beschleunigten Suche Deutschlands nach alternativen Gasbezugswegen. LNG-Terminals können Lieferungen per Schiff aufnehmen und damit zusĂ€tzliche FlexibilitĂ€t schaffen, ersetzen aber nicht die weiterhin wichtige Pipelineversorgung. Nach Angaben des Stern lag der Anteil der LNG-Terminals an den deutschen Gasimporten im ersten Halbjahr 2026 bei rund 12 Prozent, wĂ€hrend der gröĂere Teil weiterhin ĂŒber Pipelines kam.
Mehr KapazitÀt, aber auch Kritik
Die Deutsche ReGas will das zusĂ€tzliche Schiff bereits im Winter 2027/2028 und besonders im folgenden FrĂŒhjahr fĂŒr die BefĂŒllung deutscher und europĂ€ischer Speicher einsetzen. Der langfristige Vertrag mit Mitsui O.S.K. Lines bis 2043 bindet dafĂŒr erhebliche KapazitĂ€ten und soll die Nutzung des Terminals planbarer machen.
FĂŒr Verbraucher, Industrie und EnergiemĂ€rkte bedeutet die Erweiterung vor allem eine zusĂ€tzliche Importoption, falls andere Lieferwege ausfallen oder saisonal weniger verfĂŒgbar sind. Zugleich bleibt die Infrastruktur politisch umstritten, weil Kritiker angesichts langfristig sinkender fossiler Nachfrage einen ĂŒberdimensionierten Ausbau befĂŒrchten. Die tatsĂ€chliche Bedeutung des zweiten Schiffes wird daher auch davon abhĂ€ngen, wie stark Deutschland LNG kĂŒnftig benötigt und zu welchen Preisen es verfĂŒgbar ist.
stern: âMehr KapazitĂ€t: Betreiber sichert sich zweites LNG-Terminalschiff fĂŒr RĂŒgenâ (29.10.2026)
Der Artikel bestĂ€tigt die geplante Stationierung des zweiten Terminalschiffs in Mukran und nennt den Chartervertrag mit Mitsui O.S.K. Lines. Anders als die dts-Meldung ordnet er den Ausbau stĂ€rker in die Entwicklung der deutschen LNG-Infrastruktur, die frĂŒhere Reduzierung der KapazitĂ€t in Mukran und die Kritik an fossiler ĂberkapazitĂ€t ein.
