Logistik-Dekarbonisierung: Rhenus und shipzero starten CO2-Messlösung
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 10:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der weltweit agierende Logistikdienstleister Rhenus und der Datenspezialist shipzero haben eine weitreichende Partnerschaft bekannt gegeben, um die Dekarbonisierung in der Transportbranche voranzutreiben. Im Zentrum der Kooperation steht die Implementierung digitaler Lösungen, mit denen sich Treibhausgasemissionen in globalen Lieferketten präzise erfassen und gezielt reduzieren lassen.
Angesichts steigender regulatorischer Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung zielt das Vorhaben darauf ab, die Klimabilanz von Transportdienstleistungen messbar und transparent zu gestalten.
Einführung einer Book-and-Claim-Lösung
Ein wesentlicher Bestandteil der Zusammenarbeit ist die Einführung einer sogenannten „Book-and-Claim“-Lösung. Dieses Verfahren ermöglicht es Unternehmen, die ökologischen Vorteile emissionsarmer Transporte von der physischen Bewegung der Güter zu entkoppeln.
In der Praxis bedeutet dies, dass nachhaltige Kraftstoffe oder alternative Antriebstechnologien dort eingesetzt werden können, wo sie technisch am effizientesten verfügbar sind, während die daraus resultierenden CO2-Einsparungen dem Kunden an anderer Stelle zugerechnet werden können.
Dieses Modell gilt in der Branche als wichtiger Hebel, um den Übergang zu einer grünen Logistik zu beschleunigen, da es Investitionen in klimafreundliche Technologien auch in Bereichen ermöglicht, in denen die Infrastruktur für alternative Antriebe noch nicht flächendeckend ausgebaut ist. Durch die Kooperation mit shipzero setzt Rhenus auf ein System, das eine verifizierte Dokumentation dieser Emissionsminderungen sicherstellen soll.
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Multimodale Anwendung in Luft-, See- und Straßenverkehren
Die Partnerschaft ist ausdrücklich auf eine sektorübergreifende Anwendung ausgelegt. Das gemeinsame Angebot umfasst Lösungen für die Luftfracht, die Seefracht sowie den Straßentransport. Damit adressieren die Unternehmen die gesamte Bandbreite moderner Warenströme.
Gerade in der Luft- und Seeschifffahrt, die aufgrund langer Distanzen und hoher Energiebedarfe als besonders schwer zu dekarbonisieren gelten, soll die datengestützte Lösung für mehr Transparenz sorgen.
Branchenanalysten beobachten bereits seit Längerem, dass die präzise Erfassung von Scope-3-Emissionen – also jenen Emissionen, die in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette entstehen – für Industrie- und Handelsunternehmen massiv an Bedeutung gewinnt.
Die Partnerschaft zwischen dem Logistikriesen und dem Datenexperten soll hier die notwendige Validität der Daten liefern, um den Anforderungen internationaler Berichtsstandards gerecht zu werden.
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Strategische Bedeutung für ESG-Ziele
Die Zusammenarbeit unterstreicht die wachsende Bedeutung von Corporate Compliance und ESG-Kriterien (Environmental, Social, and Governance) im Logistiksektor.
Für Dienstleister wie Rhenus ist die Fähigkeit, Kunden detaillierte und belastbare Emissionsberichte vorzulegen, zunehmend ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Die Kooperation mit shipzero verdeutlicht dabei den Trend, dass physische Logistikleistungen immer enger mit digitaler Datenkompetenz verknüpft werden.
Ziel der Partner ist es, durch die Kombination von logistischem Netzwerk und technologischer Analyseplattform eine Skalierbarkeit für emissionsärmere Transportlösungen zu schaffen. Damit reagieren die Unternehmen auf die steigende Nachfrage von Verladern, die ihre Klimaziele nicht nur formulieren, sondern durch konkrete Daten belegen müssen.
In den kommenden Monaten soll die Lösung schrittweise in die operativen Prozesse integriert werden, um eine nahtlose Messbarkeit der CO2-Reduktion über verschiedene Verkehrsträger hinweg zu gewährleisten.
