Logistik-Sicherheit, Branche

Logistik-Sicherheit: Branche rüstet mit KI und Brandschutz auf

Veröffentlicht: 03.06.2026 um 05:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Auf der Interschutz präsentierte Innovationen zeigen: KI-Überwachung, moderne Brandschutztechnik und automatisierte Abläufe werden zum neuen Standard in der Logistikbranche.

Logistik-Sicherheit: Branche rüstet mit KI und Brandschutz auf Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de
Logistik-Sicherheit: Branche rüstet mit KI und Brandschutz auf Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Logistikbranche rüstet sich gegen wachsende Sicherheitsrisiken: Von der Interschutz-Messe in Hannover bis zu neuen Hochregallagern setzen Unternehmen verstärkt auf KI-gestützte Überwachung, moderne Brandschutztechnik und automatisierte Abläufe.

Neue Maßstäbe im Brandschutz

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Auf der Interschutz, die noch bis zum 6. Juni 2026 in Hannover läuft, präsentieren Technologiekonzerne ihre neuesten Entwicklungen. Johnson Controls stellte gleich mehrere Innovationen vor: Das AquaMist-Wassernebelsystem soll bis zu 90 Prozent weniger Wasser verbrauchen als herkömmliche Anlagen. Für Hochregallager bis zu 13,1 Metern Höhe gibt es die Tyco-ESFR-Sprinkler. Hinzu kommt eine fluorfreie Löschtechnik für Spezialanwendungen.

Siemens Smart Infrastructure wiederum zeigt mit Sinteso Nova ein neues Brandmelde-Portfolio. Die Detektoren kombinieren Multisensortechnik mit IoT-Anbindung – das ermöglicht Echtzeit-Überwachung und vorausschauende Wartung über die Cloud. Entwickelt wurden die Systeme für anspruchsvolle Umgebungen wie Rechenzentren, Krankenhäuser und Logistikzentren.

Überwachung wird zur Pflichtaufgabe

Der Druck auf die öffentliche Sicherheit treibt Unternehmen in die Eigenverantwortung. Tausende Bundespolizisten sind derzeit durch Grenzkontrollen gebunden – die Folge sind längere Reaktionszeiten bei Zwischenfällen. Die Kriminalstatistik 2024 verzeichnet rund 1,94 Millionen Diebstähle. Besonders betroffen: Bau und Logistik. Acht von zehn Managern berichten von mindestens einem Diebstahl pro Jahr.

Die Antwort der Branche: mobile Videoüberwachung mit KI-Analyse und rund um die Uhr besetzten Leitstellen. Für kleinere Lager bietet die Kölner DONATUS Betriebsgesellschaft spezielle Container mit Chipkartenzugang und Alarmanlagen. Bei der physischen Absicherung von Werten setzen Unternehmen auf Hochsicherheitsschränke wie den Rottner EN4 Project 55 – mit 30 Minuten Feuerschutz und Anschlussmöglichkeit für Einbruchmeldeanlagen.

Automatisierung als Sicherheitsfaktor

Auch bei der täglichen Materialbewegung rückt die Sicherheit in den Fokus. Deuter hat sein Zentrallager in Gersthofen modernisiert und setzt dort drei neue Linde V10-Kommissionierer ein. Die Fahrzeuge überzeugen mit elektrisch überwachten Seitengittern, automatischer Geschwindigkeitsreduzierung und optischen Warnsystemen wie den sogenannten BlueSpots, die Kollisionen in Gängen verhindern sollen.

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Wo automatisierte Flurförderzeuge und moderne Lagertechnik aufeinandertreffen, ist eine rechtssichere Einweisung der Mitarbeiter für die Unfallprävention unerlässlich. Erfahrene Sicherheitsbeauftragte nutzen dafür fertige Unterweisungsvorlagen, um die gesetzliche Dokumentationspflicht effizient und zeitsparend zu erfüllen. Gratis Unterweisungspaket für Gabelstapler herunterladen

Die Automatisierung schreitet rasant voran. Rhenus setzt in Neu Wulmstorf 15 autonome Roboter ein, die 22 Stunden am Tag arbeiten und selbstständig ihre Ladestationen ansteuern. Der Stahlhändler Steel and Pipe Supply in Kansas City setzt auf ein automatisiertes Wabenlagersystem, um manuelle Fehler zu minimieren. Igus hat zudem wartungsfreie Hybridlager entwickelt, die Schmutzablagerungen in Hängebahnen verhindern. Die mk Technology Group präsentiert einen neuen modularen Rollenförderer für den drucklosen Warentransport.

Gigantische Lagerhallen für die Zukunft

Die Logistiknetze wachsen – und mit ihnen die Dimensionen der Lager. Lidl eröffnet im Juli 2026 ein neues Verteilzentrum in Bietigheim, das bis zu 100 Filialen versorgen soll. Die Anlage wird mit einer großen Solaranlage betrieben. In Waldershof entsteht für das Unternehmen Cube ein 37 Meter hohes automatisiertes Hochregallager mit 50.000 Palettenplätzen. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2027 geplant.

Doch der trend zur Automatisierung hat eine Kehrseite. Die Miebach-Studie 2026 zeichnet ein widersprüchliches Bild: Zwar erwarten 65 Prozent der Befragten ein Wachstum im Logistik-Outsourcing, doch viele deutsche Versender fürchten die Abhängigkeit von Dienstleistern. 72 Prozent der befragten deutschen Unternehmen planen, bestimmte Logistikfunktionen wieder ins eigene Haus zu holen – um Kosten und Abläufe besser kontrollieren zu können.

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