Lohnparität, Osten-Facharbeiter

Lohnparität erreicht: Osten-Facharbeiter verdienen jetzt 26,05 Euro

01.06.2026 - 00:14:49 | boerse-global.de

Die Reallöhne in Deutschland steigen im ersten Quartal 2026 um 1,8 Prozent, angetrieben durch Mindestlohn und Tarifabschlüsse.

Lohnparität erreicht: Osten-Facharbeiter verdienen jetzt 26,05 Euro - Foto: über boerse-global.de
Lohnparität erreicht: Osten-Facharbeiter verdienen jetzt 26,05 Euro - Foto: über boerse-global.de

Die nominalen Löhne legten um 4,1 Prozent zu, während die Inflation bei 2,2 Prozent lag. Das ergibt einen realen Zuwachs von 1,8 Prozent – ein deutliches Plus für die Arbeitnehmer.

Besonders stark profitierten Geringverdiener in Vollzeit: Sie verdienten 7,0 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch Auszubildende kamen mit einem Plus von 6,8 Prozent auf ihre Kosten. Der Anstieg des Mindestlohns auf 13,90 Euro bescherte Minijobbern ein Plus von 4,4 Prozent.

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Doch die Experten des WSI bleiben vorsichtig. „Die geopolitischen Spannungen, insbesondere der Konflikt mit dem Iran, könnten diesen positiven Trend schnell zunichtemachen“, warnt Malte Lübker. Die Prognose ist also alles andere als stabil.

Rekord für den TGV-M – Streiks in Italien

Während die deutschen Löhne steigen, feiert die Bahnindustrie einen Meilenstein. Die Europäische Eisenbahnagentur hat den TGV-M (Avelia Horizon) von Alstom zugelassen. 160 Einheiten sind bestellt – 130 für die SNCF, 30 für Eurostar. Die Auslieferung beginnt im Juni 2026, der Fahrgastbetrieb startet im September.

Die neuen Züge bieten 20 Prozent mehr Sitzplätze (740 statt bisher), verbrauchen 20 Prozent weniger Energie und stoßen 32 Prozent weniger CO? aus. Ein echter Fortschritt für den europäischen Schienenverkehr.

Ganz anders sieht es in Italien aus. Dort haben mehrere Gewerkschaften, darunter Filt-Cgil und Uiltrasporti, für den 11. Juni 2026 einen achtstündigen Streik angekündigt. Von 9:00 bis 17:00 Uhr soll der Fernverkehr lahmgelegt werden. Grund: Die Gewerkschaften sehen Risiken bei den künftigen Ausschreibungen für den Langstreckenverkehr.

Lohnangleichung im Osten – Österreich hinkt hinterher

Ein Erfolg für die IG BAU: Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld haben Facharbeiter im Baugewerbe im April 2026 die Lohnparität mit Westdeutschland erreicht. Die dritte Stufe eines Tarifvertrags von 2024 hob den Stundenlohn auf 26,05 Euro. Das bedeutet ein monatliches Plus von rund 227 Euro brutto für die rund 1.490 Beschäftigten in 145 Betrieben. Vorausgegangen war ein fast dreiwöchiger Streik.

Weniger erfreulich läuft es in Österreich. In der Elektro- und Elektronikindustrie einigten sich die Gewerkschaften GPA und PRO-GE auf eine Erhöhung von 3 Prozent für die Mindestlöhne – bei einer April-Inflation von 3,4 Prozent. Für die Ist-Gehälter gibt es 1,85 Prozent plus 22 Euro fest. Das ist ein Reallohnverlust.

Noch härter trifft es die Gastronomie und Hotellerie: Die Tarifverhandlungen für 200.000 bis 240.000 Beschäftigte sind gescheitert. Die Arbeitgeber boten nur 3 Prozent – zu wenig, sagen die Gewerkschaften.

Warnstreiks in Baden-Württemberg – Mahle schließt Standort

Die Verdi-Gewerkschaft hat am 30. und 31. Mai 2026 die ersten Warnstreiks in der Geschichte der Spielbanken Baden-Württembergs durchgeführt. In Baden-Baden, Stuttgart und Konstanz legten die Beschäftigten die Arbeit nieder. Gefordert werden eine Sockelzahlung von 350 Euro plus 3 Prozent rückwirkend zum Jahresbeginn. Hintergrund: Der Arbeitgeber hatte im September 2025 alle Tarifverträge gekündigt.

In der Automobilzulieferindustrie hat die IG Metall einen Sozialplan für die Schließung des Mahle-Standorts in Neustadt an der Donau vereinbart. Die Schließung ist für das erste Halbjahr 2027 geplant. Der Sozialplan sieht Abfindungen nach Alter und Betriebszugehörigkeit sowie die Einrichtung einer Transfergesellschaft vor.

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EU-Transparenzrichtlinie: Deutschland verpasst Frist

Ein herber Rückschlag für die Gleichstellungspolitik: Die Bundesregierung hat die Frist zur Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie verstreichen lassen. Stichtag war der 7. Juni 2026. Nach aktuellen Plänen soll das Gesetz frühestens 2027 in Kraft treten, die Berichtspflichten beginnen 2028. Für den öffentlichen Dienst gelten die EU-Vorgaben dagegen bereits ab Anfang Juni.

Der Gender Pay Gap lag 2025 bei 16 Prozent – das sind 4,24 Euro weniger pro Stunde für Frauen. Die verspätete Umsetzung dürfte für weiteren politischen Zündstoff sorgen.

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