Lohntransparenz, Pflichten

Lohntransparenz: Neue Pflichten fĂŒr Unternehmen ab 100 Mitarbeitern

Veröffentlicht am: 08.06.2026 um 09:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Gewerkschaften fordern eine arbeitgeberfinanzierte Betriebsrentenpflicht. Neue EU-Regeln zur Lohntransparenz bringen zusĂ€tzliche Pflichten fĂŒr Unternehmen.

Renten-Debatte: Pflicht zur Betriebsrente und neue EU-Lohntransparenz
Zwei HĂ€nde, eine im AnzugĂ€rmel und eine in einem Freizeithemd, sind ĂŒber einem verschwommenen Dokument verschrĂ€nkt. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Gewerkschaften fordern eine obligatorische arbeitgeberfinanzierte Zusatzvorsorge fĂŒr alle BeschĂ€ftigten. Parallel legen Regierungsstellen erste EntwĂŒrfe zur Umsetzung europĂ€ischer Richtlinien fĂŒr mehr Lohntransparenz vor.

Pflicht zur Betriebsrente?

DGB-Chefin Yasmin Fahimi macht Druck. Sie fordert eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge (bAV) fĂŒr alle BeschĂ€ftigten – finanziert von den Arbeitgebern mit. Die Rechnung ist einfach: Rund 20 Millionen ErwerbstĂ€tige haben aktuell keine betriebliche Absicherung. Konkrete Eckpunkte will Fahimi Ende Juni vorlegen. UnterstĂŒtzung kommt von CDA-Chef Dennis Radtke.

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Bundeskanzler Friedrich Merz stellt klar: Die gesetzliche Rente bleibt die wichtigste SĂ€ule. Trotzdem bereitet die Politik weitere Reformen vor. Eine Rentenkommission soll ihre Empfehlungen am 29. Juni prĂ€sentieren. Einen Tag spĂ€ter beraten die Spitzen von Union und SPD ĂŒber die kĂŒnftige Ausrichtung.

Beamte in die Rentenkasse?

Ein weiterer Zankapfel: die mögliche Eingliederung von Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch verweist auf die großen Unterschiede. Die durchschnittliche Beamtenpension liegt bei 3.416 Euro im Monat. Die durchschnittliche Altersrente? Gerade einmal 1.154 Euro.

Arbeitsministerin BĂ€rbel Bas spricht sich langfristig fĂŒr eine Einbeziehung der Beamten aus. Eine Expertenkommission soll bis zum 29. Juni VorschlĂ€ge liefern.

Ab Juli gibt es zudem eine kurzfristige Änderung: Minijobber können dann zurĂŒck in die Rentenversicherung. Experten rechnen fĂŒr 2028 mit der ersten Beitragserhöhung seit 2007. Der Hintergrund ist ernĂŒchternd: Fast jeder fĂŒnfte ĂŒber 65-JĂ€hrige ist von Armut betroffen – sein Einkommen liegt unter 60 Prozent des Durchschnitts.

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Neue Pflichten fĂŒr Unternehmen

Die österreichische Arbeitsministerin Korinna Schumann hat am 7. Juni einen Entwurf zur EU-Lohntransparenzrichtlinie vorgelegt. Die Folgen fĂŒr Unternehmen sind weitreichend.

Ab 100 Mitarbeitern mĂŒssen Betriebe alle drei Jahre Einkommensberichte erstellen. Ab 250 Mitarbeitern sogar jĂ€hrlich. Dazu kommt ein individuelles Auskunftsrecht: Jeder BeschĂ€ftigte kann kĂŒnftig erfahren, wie hoch das Durchschnittsgehalt in seiner Position ist. In Stellenausschreibungen wird die Angabe des Einstiegsgehalts Pflicht.

Ziel ist eine Verringerung des Gender Pay Gap. Die Sanktionen in Form von Verwaltungsstrafen sollen in einem Jahr in Kraft treten.

Das Ende der klassischen Betriebsrente?

Das Bundesarbeitsgericht hat einen grundsÀtzlichen Anspruch auf einen zusÀtzlichen bAV-Zuschuss in einem konkreten Fall gekippt. Ein Signal, das viele Arbeitnehmer verunsichert.

In der privaten Vorsorge zeichnen sich ebenfalls VerĂ€nderungen ab. Das neue Altersvorsorge-Depot wird fĂŒr 2027 erwartet, Marktforscher rechnen mit rund 4,5 Millionen Depots. Eine HDI-Studie zeigt: Bei den unter 35-JĂ€hrigen verliert die klassische bAV an Bedeutung.

Elementarschutz: Die große LĂŒcke

Nicht nur bei der Rente gibt es Nachholbedarf. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) meldete am 6. Juni: 41 Prozent der WohngebÀude in Deutschland haben keinen Elementarschutz. Im Jahr 2025 verursachten Naturgefahren SchÀden von 1,4 Milliarden Euro.

Der Verband schlĂ€gt das Modell „Elementar Re“ vor: Der Elementarschutz wird automatisch Teil der Versicherung – es sei denn, der Kunde lehnt aktiv ab. Eine einfache Lösung fĂŒr ein drĂ€ngendes Problem.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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