Luftfahrt: 500-Millionen-Paket senkt Standortkosten ab Juli
11.06.2026 - 01:31:04 | boerse-global.de
Das Kabinett verabschiedete am Mittwoch eine neue Strategie, die zur Eröffnung der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) vorgestellt wurde. Sie dient als Orientierungsrahmen für die kommenden 15 Jahre.
Erstmals verfolgt das Papier einen integrierten Ansatz: Es verknüpft die zivile Luftfahrt, industrielle Fertigung und militärische Anforderungen miteinander.
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500 Millionen Euro Entlastung für die Branche
Ein Kernpunkt ist die Senkung der Standortkosten. Das Paket hat ein Volumen von rund 500 Millionen Euro. Die Luftverkehrssteuer soll zum 1. Juli sinken – allerdings braucht die Rücknahme einer früheren Erhöhung noch die Zustimmung des Bundesrates.
Bis 2029 will die Regierung zudem die Flugsicherungsgebühren schrittweise senken. Die Reduktion liegt bei deutlich mehr als zehn Prozent. Auch die Kosten für Luftsicherheitskontrollen sollen fallen. Für Regionalflughäfen will der Bund die Flugsicherungskosten komplett übernehmen.
Verkehrsminister Schnieder sprach von einer notwendigen Weichenstellung. Es gehe darum, die preisliche Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich wiederherzustellen.
Industrie wächst – Milliarden für Verteidigung
Wirtschaftsministerin Reiche verwies auf die aktuelle Stärke des Sektors. Die Luftfahrtindustrie habe zuletzt ein Wachstum von 19 Prozent verzeichnet. Mit 130.000 Beschäftigten erreichte sie eine Rekordbeschäftigung.
Kanzler Merz bezeichnete die Branche auf der ILA als Schlüsselsektor für Innovation und wirtschaftliche Souveränität. Er kündigte massive Investitionen an – darunter 35 Milliarden Euro für die Verteidigung im Weltraum.
Die neue Strategie setzt auf eine engere Verzahnung ziviler und militärischer Projekte. Das bisherige Kampfjetprojekt FCAS wurde eingestellt. Künftig soll der Fokus auf einem sogenannten System of Systems liegen.
Verteidigungsminister Pistorius betonte: Die Synergien zwischen den Teilbereichen der Luft- und Raumfahrt stärkten die nationale Sicherheit und technologische Resilienz.
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Neue Regeln für Drohnen – Kritik an Klimaschutz
Bis Ende 2026 plant die Bundesregierung ein nationales U-Space-Gesetz. Es soll den Betrieb von Drohnen rechtlich sicher regeln. Parallel dazu will sie die Digitalisierung der Luftfahrt vorantreiben und die Förderung erneuerbarer Kraftstoffe intensivieren. Die E-Kerosinquote soll gestrichen werden.
Die Reaktionen der Branche fielen verhalten aus. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) und der BDI begrüßten die grundsätzliche Ausrichtung. Sie kritisierten jedoch eine mangelnde Konkretheit bei den Maßnahmen zur dauerhaften Senkung der Standortkosten. Die Verbände fordern weitere Schritte zum Bürokratieabbau.
Kritik kommt auch von Umweltorganisationen und den Grünen. Der Politiker Al-Wazir bemängelte eine fehlende klare Verantwortlichkeit für den Hochlauf nachhaltiger Kraftstoffe. Umweltverbände warnen: Der Fokus liege zu stark auf Wettbewerbsfähigkeit – die Klimaschutzziele der Luftfahrt würden nicht ausreichend berücksichtigt.
