Lufthansa, CityLine

Lufthansa CityLine vor dem Aus: Gewerkschaft fordert Sozialplan für Beschäftigte

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 03:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Konzern setzt die Abwicklung der Regionaltochter um; die Vereinigung Cockpit fordert faire Vereinbarungen für die Beschäftigten.
Ein verlassenes Flughafenvorfeld bei Dämmerung, das eine ruhige und nachdenkliche Atmosphäre vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Nach dem Scheitern der Verhandlungen über einen betrieblichen Interessenausgleich treibt die Deutsche Lufthansa die endgültige Schließung ihrer Regionaltochter Lufthansa CityLine voran. Der Flugbetrieb der Gesellschaft war bereits im April 2026 vorgezogen und vorläufig eingestellt worden.

Wie aus Branchenberichten vom 22. Oktober 2026 hervorgeht, setzt das Konzernmanagement den Schließungsprozess nun administrativ um. Als Hauptursachen für die Abwicklung nennt das Unternehmen stark gestiegene Kosten für Treibstoff und Personal sowie die schrittweise Verlagerung von Routen auf die 2023 neu gegründete Konzerngesellschaft Lufthansa City Airlines.

Freiwillige Wechselprogramme und Kritik der Gewerkschaft

Für die betroffenen Beschäftigten wirbt der Konzern unter dem Titel moderner Perspektiven um den Abschluss von Aufhebungsverträgen sowie um einen Wechsel zu anderen Unternehmensteilen, darunter auch zu City Airlines. Für Teile der Belegschaft verweist das Unternehmen zudem auf einen bestehenden Tarifvertrag zum Arbeitsplatzschutz, der zweijährige Kündigungsschutzfristen bei fortlaufender Bezahlung der Bezüge vorsieht.

Auf Seiten der Arbeitnehmervertreter stößt dieses Vorgehen jedoch auf entschiedenen Widerstand. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit bewertet die Situation nicht als echte Perspektive, sondern als unzulässigen Druck auf die Belegschaft. Vorständin und CityLine-Pilotin Anja Granvogl kritisierte, dass der Verzicht auf Abfindungsregelungen kein tragfähiges Fundament darstelle.

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Die Gewerkschaft bemängelt, dass hier faktisch ein Personalabbau ohne angemessenen sozialen Ausgleich vollzogen werde. Sie fordert verbindliche und faire Vereinbarungen für alle Betroffenen und kündigte an, für die CityLine-Belegschaft einen Sozialplan juristisch und tariflich erstreiten zu wollen. Derzeit gelten die Gespräche über die Abwicklungs- und Abfindungsstrukturen als festgefahren.

Gescheiterte Schlichtung und weiterführende Mediation

Die Auseinandersetzung um CityLine fügt sich in einen größeren Tarifkonflikt ein. Schlichtungsgespräche zwischen dem Konzern und der Pilotengewerkschaft wurden kürzlich ohne Ergebnis beendet. Die als Schlichter eingesetzten früheren Ministerpräsidenten Roland Koch und Bodo Ramelow hatten in der Runde zunächst auf das Vorlegen eigener Lösungsvorschläge verzichtet.

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Trotz des aktuellen Konflikts drohen den Passagieren vorerst keine neuen Pilotenstreiks. Derzeit läuft parallel eine thematisch weiter gefasste Mediation, die strategische sowie tarifpolitische Grundsatzfragen der Lufthansa-Kerngesellschaft umfasst. Sollte dieses Vermittlungsverfahren scheitern, ist ein nachträglicher Rückgriff auf Ergebnisse der vorangegangenen Schlichtung allerdings ausgeschlossen.

Die übergeordneten Tarifverhandlungen umfassen Vergütung und Altersversorgung in diversen deutschen Flugbetrieben des Konzerns. Im laufenden Jahr hatte die Pilotengewerkschaft ihre Mitglieder bereits an sieben Tagen zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Unter anderem führte ein Ausstand im April während der Feierlichkeiten zum 100. Gründungsjubiläum des Unternehmens zum Ausfall hunderter Verbindungen.

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