Lufthansa, TAP Air Portugal

Lufthansa und Portugal besiegeln TAP-Einstieg fĂŒr 1,025 Milliarden Euro

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 20:15 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Lufthansa ĂŒbernimmt zunĂ€chst 44,9 Prozent an Portugals Staatsairline und zahlt dafĂŒr 1,025 Milliarden Euro. Der Vollzug hĂ€ngt noch von der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden ab.

Portugals Staatsanteil bleibt zunĂ€chst maßgeblich

  • Lufthansa und die portugiesische Regierung unterzeichneten am 3. November den Vertrag ĂŒber den TAP-Einstieg.
  • Der deutsche Konzern zahlt fĂŒr 44,9 Prozent zunĂ€chst 1,025 Milliarden Euro.
  • Portugal behĂ€lt mit gut 50 Prozent vorerst die Mehrheit an der Fluggesellschaft.
  • Lufthansa hatte Mitte Oktober von der Regierung in Portugal den Zuschlag fĂŒr einen Minderheitsanteil an Tap erhalten. - Bild: Ricardo Rocha/ZUMA Press Wire/dpa
  • Tap hatte zuletzt vier Jahre in Folge Gewinne eingeflogen. (Archivbild) - Bild: Armando Franca/AP/dpa
  • Lufthansa-Chef Carsten Spohr (l) am Flughafen Lissabon. - Bild: Ricardo Rocha/ZUMA Press Wire/dpa
Lufthansa hatte Mitte Oktober von der Regierung in Portugal den Zuschlag fĂŒr einen Minderheitsanteil an Tap erhalten.  - Bild: Ricardo Rocha/ZUMA Press Wire/dpa Tap hatte zuletzt vier Jahre in Folge Gewinne eingeflogen. (Archivbild) - Bild: Armando Franca/AP/dpa Lufthansa-Chef Carsten Spohr (l) am Flughafen Lissabon. - Bild: Ricardo Rocha/ZUMA Press Wire/dpa

Lufthansa und die portugiesische Regierung haben am 3. November den Vertrag ĂŒber den Einstieg des deutschen Luftverkehrskonzerns bei der Staatsfluglinie TAP unterzeichnet. FĂŒr zunĂ€chst 44,9 Prozent der Airline zahlt Lufthansa 1,025 Milliarden Euro, wĂ€hrend der portugiesische Staat vorerst gut 50 Prozent hĂ€lt.

Kaufpreis kann auf 1,2 Milliarden Euro steigen

Bis zu fĂŒnf Prozent der Anteile sind zunĂ€chst fĂŒr die BeschĂ€ftigten von TAP reserviert. Sollten diese Anteile ebenfalls an Lufthansa gehen, wĂŒrde der Kaufpreis auf 1,2 Milliarden Euro steigen.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr bezeichnete die Unterzeichnung laut Mitteilung als Signal fĂŒr die gemeinsame Zukunft und die Weiterentwicklung der Lufthansa Group. Die Netzwerke ergĂ€nzten sich ideal und eröffneten insbesondere in SĂŒdamerika und Brasilien neue Wachstumsperspektiven.

Lufthansa setzte sich gegen Air France-KLM durch

Lufthansa hatte Mitte Oktober von der portugiesischen Regierung den Zuschlag fĂŒr den Minderheitsanteil erhalten. Damit setzte sich der Konzern gegen Air France-KLM durch, die zuvor bei der skandinavischen SAS den Zuschlag fĂŒr eine Mehrheit gewonnen hatte.

Der Einstieg bei TAP steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Wettbewerbsbehörden.

Der Einstieg bei TAP stĂ€rkt fĂŒr Lufthansa den Zugang zu einem Markt, den der Konzern bislang nur begrenzt aus eigener Netzwerkstruktur bedienen kann. Die portugiesische Airline verfĂŒgt ĂŒber besonders dichte Verbindungen nach Brasilien und in andere portugiesischsprachige LĂ€nder. FĂŒr Lufthansa liegt der strategische Wert deshalb nicht allein in der Beteiligung selbst, sondern vor allem in zusĂ€tzlichen Umsteigeverbindungen ĂŒber Lissabon.

Staat behÀlt zunÀchst die Mehrheit

Portugal sichert sich mit dem zunĂ€chst mehrheitlichen Anteil weiterhin politischen Einfluss auf die Fluggesellschaft. Zugleich soll TAP unter Lufthansa-Beteiligung wirtschaftlich stabiler und international wettbewerbsfĂ€higer werden. Die reservierte Arbeitnehmerbeteiligung kann den endgĂŒltigen Anteil des deutschen Konzerns noch erhöhen.

Der vereinbarte Preis macht deutlich, dass Lufthansa auf eine schnelle Nutzung der zusĂ€tzlichen Netzwerke setzt. Besonders die Nachfrage zwischen Europa und SĂŒdamerika könnte den Wert der Beteiligung bestimmen. FĂŒr Reisende kann ein stĂ€rker abgestimmtes Angebot mehr Verbindungen und bessere Umsteigemöglichkeiten bringen, wĂ€hrend sich der Wettbewerb auf einzelnen Strecken zugleich verĂ€ndern kann.

WettbewerbsprĂŒfung bleibt offen

Vor dem Vollzug steht die Zustimmung der zustĂ€ndigen Wettbewerbsbehörden. Sie mĂŒssen prĂŒfen, ob die Beteiligung den Wettbewerb auf relevanten Strecken beeintrĂ€chtigt. Bis zu einer Freigabe bleibt der Einstieg daher ein vertraglich vereinbarter Schritt, aber noch keine vollstĂ€ndig vollzogene Integration in die Lufthansa Group.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Euronews: „TAP-Verkauf: Portugal unterzeichnet Vertrag mit Lufthansa, IdentitĂ€t bleibt portugiesisch“ (03.11.2026)

Der Bericht bestĂ€tigt die Vertragsunterzeichnung und stellt stĂ€rker als die dpa-Meldung den portugiesischen Anspruch heraus, Marke und EigenstĂ€ndigkeit von TAP zu bewahren. Zugleich nennt er die geplante Beteiligung von bis zu 49,9 Prozent und verweist auf die noch ausstehende europĂ€ische WettbewerbsprĂŒfung.

Damit besteht Einigkeit ĂŒber den vereinbarten Einstieg und die fortbestehende staatliche Mehrheit. Als zusĂ€tzlicher Schwerpunkt bleibt die Frage, wie weit die kĂŒnftige Zusammenarbeit reicht, ohne die portugiesische IdentitĂ€t der Airline aufzugeben.

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