macOS-Sicherheit: Kaspersky-Studie widerlegt Apple-Überlegenheit
Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 11:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine aktuelle Untersuchung des Sicherheitsunternehmens Kaspersky vom 13. August 2026 stellt das gängige Narrativ der überlegenen Sicherheit von Apple-Betriebssystemen infrage.
Den Ergebnissen zufolge meldeten 12 % der macOS-Nutzer Infektionen mit Schadsoftware, während dieser Wert bei Windows-Anwendern mit 9 % niedriger ausfiel. Diese Entwicklung wird durch eine geringere Bereitschaft zur Installation von Sicherheitslösungen unter macOS-Nutzern flankiert.
Diskrepanz bei Sicherheitsbewusstsein und Bedrohungslage
Die Studie von Kaspersky legt offen, dass lediglich 35 % der macOS-Nutzer dedizierte Sicherheitssoftware einsetzen. Im Gegensatz dazu nutzen 42 % der Windows-Anwender entsprechende Schutzprogramme. Dieser Mangel an Vorsorgemaßnahmen korreliert mit einer erhöhten Anfälligkeit für verschiedene Angriffsvektoren. So gaben 12 % der macOS-Nutzer an, von Phishing-Bedrohungen betroffen gewesen zu sein, verglichen mit 9 % bei Windows-Nutzern.
Besonders deutlich zeigen sich die Unterschiede beim Datendiebstahl: Hier liegt die Betroffenenquote unter macOS bei 12 %, während sie bei Windows-Systemen 7 % beträgt. Auch im Bereich von Online-Betrug und Investment-Scams verzeichneten macOS-Anwender mit 16 % häufiger Vorfälle als Windows-Nutzer, bei denen die Quote bei 13 % lag.
Differenzierte Analyse der Malware-Verteilung
Zusätzliche Daten einer Analyse von Surfshark Mitte August 2026 ergänzen dieses Bild, weisen jedoch auf eine komplexe Verteilung hin. Demnach entfallen zwar weiterhin 92 % der weltweiten Malware-Erkennungen auf Windows und nur 8 % auf macOS, was bedeutet, dass Windows-Nutzer rein volumetrisch betrachtet sechsmal häufiger mit Schadcode konfrontiert werden. Dennoch bezeichnen die Analysten die Aussage, Macs seien sicherer, als lediglich halb wahr.
Die Art der Bedrohungen unterscheidet sich signifikant zwischen den Plattformen. Während Windows-Nutzer verstärkt mit Trojanern konfrontiert sind (46 % gegenüber 25 % bei macOS), erleben macOS-Nutzer deutlich häufiger Phishing-Angriffe. Hier steht eine Betroffenenquote von 15 % bei Apple-Systemen lediglich 3 % bei Windows-Systemen gegenüber.
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Technologische Evolution der macOS-Schadsoftware
Parallel zu diesen statistischen Erhebungen berichten Sicherheitsforscher der Jamf Threat Labs über neue, technologisch fortgeschrittene Bedrohungen. Mitte August wurde die Entdeckung eines Rust-basierten Informationsdiebes namens AmnesiaStealer bekannt. Dieser verbreitet sich über gefälschte GitHub-Seiten mittels der sogenannten ClickFix-Technik. Die Schadsoftware zielt primär auf Chromium-basierte Browser wie Chrome, Brave, Arc und Edge ab.
AmnesiaStealer nutzt eine Drei-Stufen-Infektion, um Daten zu entwenden und Browser-Sitzungen zu kontrollieren. Dabei macht sich die Software die Schwachstelle CVE-2020-9771 zunutze, um Sicherheitsmechanismen wie TCC (Transparency, Consent, and Control) zu umgehen.
Das Programm ist in der Lage, den Schlüsselbund (Keychain), Apple Notes sowie Telegram-Sitzungen auszuspähen. Zwar scheitern laut Berichten vom 14. August 2026 einige Umgehungsversuche unter der neuesten Systemversion macOS 26, doch bleiben die Kernfunktionen der Schadsoftware effektiv.
Warnungen vor gezielten Angriffen und staatlicher Spyware
Ergänzend zu allgemeiner Malware warnte Apple Mitte August 2026 Nutzer in 110 Ländern vor potenziellen Angriffen durch Söldner-Spyware. Diese hochspezialisierten Angriffe werden oft mit staatlichen Akteuren in Verbindung gebracht, wie etwa die Pegasus-Software der NSO Group. Ein konkreter Vorfall betraf den EU-Parlamentarier Stelios Kouloglou, der trotz der Warnhinweise von Apple mit Pegasus infiziert wurde.
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Microsoft meldete bereits Anfang August eine großangelegte ClickFix-Kampagne, die über mehr als 250 gefälschte Download-Seiten Malware wie MacSync und AMOS verbreitete. Die Angreifer nutzten dabei Browser-Fingerprinting, um Sicherheits-Scanner auszublenden und die bösartigen Inhalte ausschließlich echten Mac-Nutzern anzuzeigen.
Experten raten dringend dazu, Betriebssysteme stets aktuell zu halten und keine Terminal-Befehle auszuführen, die direkt von Webseiten kopiert wurden. Apple empfiehlt zudem die Aktivierung des Blockierungsmodus (Lockdown Mode) für gefährdete Personenkreise, da bisher kein erfolgreicher Angriff bei aktivem Schutzmodus bekannt geworden sei. Nutzer können ihren Sicherheitsstatus zudem über die offizielle Kontoverwaltung des Herstellers überprüfen.
