Made for Germany: Investitionsziele drohen zu scheitern
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 20:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Angesichts eines schleppenden Investitionshochlaufs fordern führende Vertreter umfassende Reformen.
Siemens-Chef Roland Busch und Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing mahnen mehr Tempo bei bürokratischen Entlastungen und eine Flexibilisierung des Arbeitsmarktes an. Hintergrund sind Analysen, die das Erreichen der selbst gesteckten Investitionsziele in Frage stellen.
ZEW-Studie: Investitionsziele drohen zu scheitern
Ein Jahr nach dem Start der Investitionsoffensive zeichnet das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ein gemischtes Bild. Die Mitgliedsunternehmen investierten 2025 insgesamt 52 Milliarden Euro in Deutschland. Das entspricht einer Steigerung von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr – bleibt aber weit hinter den langfristigen Zusagen zurück.
Seit dem Start ist die Zahl der Mitglieder von 61 auf 139 angewachsen. Gemeinsam haben diese Konzerne Investitionen von 800 Milliarden Euro bis 2028 in Aussicht gestellt. Experten des ZEW bewerten dieses Ziel als unrealistisch. Zudem kritisieren sie die mangelnde Transparenz: Unklar bleibe, wie viel der Summen tatsächlich auf zusätzliche Projekte entfalle.
„Mehr arbeiten, um wettbewerbsfähig zu bleiben“
Siemens-CEO Roland Busch fordert grundlegende Verbesserungen der Rahmenbedingungen. „In Deutschland muss in der Summe mehr gearbeitet werden“, sagte er mit Blick auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Er verlangt eine schnellere Umsetzung angekündigter Maßnahmen und weitere strukturelle Reformen.
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Unterstützung kommt von Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing. Ein erstes Reformpaket der Bundesregierung habe die Zuversicht internationaler Investoren gestärkt. Dennoch sei mehr Geschwindigkeit nötig. Laut Sewing warten ausländische Investoren mit Engagements in substanzieller dreistelliger Milliardenhöhe – sofern die Reformdynamik anhalte und Steuern sowie Bürokratie gesenkt würden.
Volkswagen unter Druck: Kostennachteil von 20 Prozent
Die Dringlichkeit der Forderungen zeigt sich in der Automobilindustrie. Branchenexperten warnen vor einem massiven Umbau bei Volkswagen. Grund sind die hohen Produktionskosten am Standort Deutschland. Heimische Werke haben einen Kostennachteil von rund 20 Prozent gegenüber Standorten in Tschechien oder Ungarn. Bei dem Konzern stehen weitreichende Sparmaßnahmen und ein signifikanter Stellenabbau im Raum.
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Nächstes Treffen mit der Regierung im September
Die Initiative „Made for Germany“ plant für Ende September ein weiteres Treffen mit der Bundesregierung. Ziel ist die Abstimmung über ein zweites Reformpaket. Nur so lasse sich die Investitionsbereitschaft der Unternehmen dauerhaft sichern und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts erhöhen.
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