Mahle-Sozialplan, Abfindungen

Mahle-Sozialplan: Abfindungen und Härtefallfonds für Neustadt

30.05.2026 - 07:18:43 | boerse-global.de

Mahle und IG Metall erzielen Einigung über Abfindungen und Transfergesellschaft für den Standort Neustadt. Eine Urabstimmung entscheidet über das Ende des Streiks.

Mahle-Sozialplan: Abfindungen und Härtefallfonds für Neustadt - Foto: über boerse-global.de
Mahle-Sozialplan: Abfindungen und Härtefallfonds für Neustadt - Foto: über boerse-global.de

Der Automobilzulieferer Mahle und die IG Metall haben sich auf einen Sozialplan für die geplante Schließung des Standorts Neustadt an der Donau geeinigt. Die Vereinbarung vom 29. Mai 2026 regelt die Abwicklung für die Belegschaft, während das Werk in der ersten Jahreshälfte 2027 seinen Betrieb einstellt.

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Abfindungen und Härtefallfonds

Das Verhandlungsergebnis sieht eine Kombination aus finanziellen Abfindungen und Übergangshilfen vor. Die Höhe der Abfindungen richtet sich nach Alter, Betriebszugehörigkeit, Anzahl der Kinder im Haushalt und eventueller Schwerbehinderung der betroffenen Mitarbeiter.

Zusätzlich zu den individuellen Abfindungen haben die Parteien einen Härtefallfonds für besonders betroffene Beschäftigte eingerichtet. Eine Transfergesellschaft soll den Arbeitnehmern nach der Schließung bei der Suche nach neuen Jobs helfen. Die Einigung folgt auf eine Phase des Arbeitskampfes am Standort, in der die Belegschaft strukturelle Absicherungen forderte.

Streik geht vorerst weiter – Urabstimmung entscheidet

Trotz der Einigung zwischen den Verhandlungsparteien setzen die Arbeitsniederlegungen in Neustadt vorerst fort. Eine zweite Urabstimmung ist für den 2. Juni 2026 angesetzt. Damit der Vertrag formell angenommen und der Streik beendet werden kann, müssen mindestens 25 Prozent der IG-Metall-Mitglieder am Standort für den Vorschlag stimmen. Bis zur Bekanntgabe des Ergebnisses bleibt der aktuelle Streik aktiv.

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Strategischer Wandel und Kostendruck

Mahle begründet die Schließung mit auslaufenden Verträgen, der angespannten Lage in der Automobilindustrie und dem wachsenden Kostendruck durch asiatische Wettbewerber. Das Unternehmen sieht keine wirtschaftliche Grundlage mehr für den Weiterbetrieb des Werks.

Die IG Metall hingegen wirft dem Konzern vor, die Produktion gezielt in die Slowakei zu verlagern. Der Fall reiht sich ein in eine Welle von Kostensenkungen und Umstrukturierungen in der deutschen Automobilzulieferkette. Während andere Firmen wie Novelis in Koblenz kürzlich betriebsbedingte Kündigungen vermeiden konnten, folgt Mahle einem Muster von Standortschließungen, das in der Branche immer häufiger zu beobachten ist.

Die Lage bei Mahle spiegelt breitere Arbeitskonflikte in der deutschen Industrie wider. So führt Mercedes-Benz derzeit intensive Gespräche mit Sozialpartnern über Sparmaßnahmen im Rahmen des Programms "Next Level Performance", das bis 2027 erhebliche jährliche Einsparungen anstrebt. Auch andere große Arbeitgeber wie BioNTech haben angekündigt, bis Ende 2027 deutsche Produktionsstandorte zusammenzulegen – ein Zeichen für den tiefgreifenden Wandel, dem die Branche ausgesetzt ist.

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