Coface-Studie: Zahl der Insolvenzen in Mittel- und Osteuropa um fast 40% gestiegen / Erwarten weiteren Anstieg im Jahr 2024
06.05.2024 - 09:05:00 | presseportal.de
Es ist das zweite Jahr in Folge, in dem die Insolvenzen in der MOE-Region um knapp 40% angestiegen sind. Bereits 2022 gab es 39,3% mehr Insolvenzen gegenĂŒber dem Vorjahr. In absoluten Zahlen bedeutete dies einen Anstieg von 36.208 (2022) auf 50.199 Insolvenzen im vergangenen Jahr. "Dieser Anstieg ist auf eine Kombination interner und externer Faktoren zurĂŒckzufĂŒhren, die die Herausforderungen fĂŒr die Unternehmen in der Region verschĂ€rft haben. Insbesondere geopolitische Spannungen und der Inflationsdruck brachten die Unternehmen in unruhiges Fahrwasser", sagt Grzegorz Sielewicz, Volkswirt fĂŒr Mittel- und Osteuropa bei Coface.
Die Folgen des anhaltenden Kriegs in der Ukraine waren nicht zuletzt aufgrund der geografischen NĂ€he in der gesamten Region zu spĂŒren und fĂŒhrten unter anderem zu Unterbrechungen von Lieferketten und einem Anstieg der Energiepreise, speziell in der ersten JahreshĂ€lfte 2023. Auch die KonjunkturschwĂ€che des Euro-Raums machte sich bemerkbar. Diese externen Schocks in Verbindung mit internen Herausforderungen wie ArbeitskrĂ€ftemangel und hohen Produktionskosten haben die Unternehmen stark belastet und letztlich zu einem deutlichen Anstieg der Insolvenzen gefĂŒhrt. Vor allem das Baugewerbe und der Einzelhandel waren wie ĂŒblich von der Insolvenzwelle betroffen, da diese Branchen die höchste Anzahl an Unternehmen stellen. Sie hatten 2023 besonders mit ArbeitskrĂ€ftemangel, hohen Baukosten aber auch einer nachlassenden Kaufkraft zu kĂ€mpfen.
Schleppende Nachfrage, besonders aus Deutschland
"Wir erwarten einen weiteren Anstieg der Insolvenzen im Jahr 2024, wenn auch mit einer geringeren Rate als im vergangenen Jahr. Die Unternehmen werden aufgrund der Herausforderungen, mit denen sie im TagesgeschĂ€ft konfrontiert sind, weiterhin nicht ihr volles wirtschaftliches Wachstumspotenzial ausschöpfen können", sagt Grzegorz Sielewicz. Das GeschĂ€ftsumfeld wird auch im Jahr 2024 durch ein hohes Zinsumfeld und hohe Lohnkosten aufgrund der geplanten Anhebung des Mindestlohns gekennzeichnet sein, wodurch die Marge schwinden. Hinzu kommt die nur sehr langsam anziehende Auslandsnachfrage insbesondere aus Deutschland, das nach wie vor der wichtigste Handelspartner fĂŒr die meisten mittel- und osteuropĂ€ischen Volkswirtschaften ist.
Die gesamte Studie und weitere Analysen auf www.coface.de
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Coface, Niederlassung in Deutschland
Sebastian Knierim - Pressesprecher -
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