Managementvergütung, Entgeltlücke

Managementvergütung: 19,7% Entgeltlücke zwischen Männern und Frauen

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 04:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Public Pay Studie 2026 zeigt: Die Vergütung von Top-Managern in öffentlichen Unternehmen stieg im Median um 4,1 Prozent auf 186.000 Euro. Sparkassen zahlen am höchsten, die Geschlechterlücke bleibt bei 19,7 Prozent.

Public Pay Studie 2026: Managergehälter in öffentlichen Firmen steigen moderat
Eine Führungskraft in einem modernen Bürogebäude bei der Arbeit an Dokumenten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Vergütung von Führungskräften in öffentlichen Unternehmen ist im vergangenen Jahr moderat gestiegen, weist jedoch erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Wirtschaftszweigen auf. Dies geht aus der Public Pay Studie 2026 hervor, die am 18. August 2026 von der Zeppelin Universität in Zusammenarbeit mit LAB & Company veröffentlicht wurde.

Die Untersuchung analysiert die Bezüge von rund 10.400 Top-Managern aus 7.145 Unternehmen, die sich im Besitz von Kommunen mit mehr als 30.000 Einwohnern, Landkreisen sowie dem Bund oder den Ländern befinden. Für die detaillierte Auswertung der Vergütungsstrukturen lagen Daten von 2.139 Personen aus 1.234 Unternehmen für das Geschäftsjahr 2024 vor.

Moderater Anstieg der Gesamtvergütung im Median

Nach den Ergebnissen der Studie beläuft sich die Gesamtdirektvergütung pro Kopf im Median auf 186.000 Euro. Dies entspricht einer Steigerung von 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Bei der Betrachtung der Einkommensverteilung zeigt sich ein differenziertes Bild: Während 35,7 Prozent der Führungskräfte eine Vergütung von unter 150.000 Euro erhalten, liegt der Anteil derer, die zwischen 150.000 Euro und 300.000 Euro verdienen, bei 45,1 Prozent.

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Ein kleinerer Teil der Manager erzielt deutlich höhere Bezüge. So liegen 14,1 Prozent im Bereich zwischen 300.000 Euro und 500.000 Euro, während 5,1 Prozent der untersuchten Personen mehr als 500.000 Euro verdienen. Die Studienautoren stellten fest, dass insbesondere im hohen Vergütungssegment ein Zuwachs von 5,7 Prozent zu verzeichnen war, während die Einkommen im unteren Bereich weitgehend konstant blieben.

Erhebliche Differenzen zwischen den Branchen

Der Branchenvergleich verdeutlicht die Kluft innerhalb des öffentlichen Sektors. Die höchsten Bezüge werden im Bereich der Sparkassen gezahlt, wo der Median bei 439.000 Euro liegt, was einem Anstieg von 5,3 Prozent entspricht.

In der Energieversorgung und bei Stadtwerken beläuft sich der Median auf 273.000 Euro (plus 2,4 Prozent). Deutlich geringer fallen die Vergütungen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) mit 202.000 Euro sowie im Gesundheits- und Sozialwesen aus, wo der Median lediglich 115.000 Euro beträgt.

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Trotz der hohen Grundvergütung bei Sparkassen ist der Anteil der variablen Vergütung dort mit 10,2 Prozent vergleichsweise gering. Ein Viertel der untersuchten Führungskräfte in diesem Sektor erhält demnach gar keinen Bonus. Auffällig ist zudem die Entwicklung an der absoluten Spitze: Die Zahl der sogenannten Vergütungsmillionäre in öffentlichen Unternehmen sank von über 90 Personen im Jahr 2023 auf 55 im Jahr 2024.

Defizite bei Transparenz und Gleichstellung

Hinsichtlich der Transparenz weist die Studie auf Lücken hin, insbesondere im Sparkassensektor. Nur 32,8 Prozent der Institute legen die Bezüge personenbezogen offen, obwohl dieser Wert über dem kommunalen Durchschnitt von 19,6 Prozent liegt. Weitere 35,4 Prozent veröffentlichen die Daten lediglich in einer Gesamtsumme, während etwa ein Drittel der Häuser gar keine Offenlegung vornimmt.

Ein weiteres zentrales Ergebnis der Untersuchung ist die unbereinigte Entgeltlücke zwischen den Geschlechtern. Während Männer im Durchschnitt eine Vergütung von 193.000 Euro erhalten, liegt dieser Wert bei Frauen bei 155.000 Euro. Damit ergibt sich im öffentlichen Sektor eine Differenz von 19,7 Prozent bei der Managementvergütung.

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