MANN+HUMMEL: IG Metall mobilisiert gegen Abbau von 1.200 Stellen
Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 03:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Gewerkschaft IG Metall und die Beschäftigten der Unternehmen MANN+HUMMEL sowie TE Connectivity rufen am heutigen Samstag zu einem umfassenden Aktionstag in Speyer auf. Hintergrund der Protestmaßnahmen sind weitreichende Pläne zum Personalabbau, die insbesondere den Standort des Automobilzulieferers MANN+HUMMEL betreffen.
Die Arbeitnehmervertreter wollen mit einer Serie von Veranstaltungen auf die prekäre Situation der Belegschaften aufmerksam machen und den Druck auf die Unternehmensleitungen erhöhen.
Protestmarsch und Kundgebung im Stadtgebiet
Der Aktionstag in Speyer folgt einem straff organisierten Zeitplan, der sowohl den öffentlichen Protest als auch den internen Zusammenhalt der betroffenen Mitarbeiter in den Mittelpunkt stellt. Den Auftakt bildet eine Demonstration, die am Vormittag um 10 Uhr beginnt.
Im Anschluss daran ist für 12 Uhr eine zentrale Kundgebung vorgesehen. Hier werden Vertreter der IG Metall sowie Sprecher der Belegschaften erwartet, um die Forderungen der Arbeitnehmer öffentlich zu formulieren.
Ein ungewöhnliches Element des diesjährigen Arbeitskampfes ist die Ausweitung der Veranstaltung auf ein Familienfest. Dieses soll im Anschluss an die politischen Kundgebungen von 14 bis 16 Uhr stattfinden.
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Nach Angaben der Gewerkschaft dient dieses Format dazu, die Solidarität unter den Beschäftigten beider Unternehmen zu stärken und auch den Angehörigen der Mitarbeiter einen Raum für den Austausch über die berufliche Zukunft am Standort Speyer zu bieten.
Massiver Stellenabbau bei MANN+HUMMEL bis 2028
Der Hauptanlass für den massiven Protest ist die Ankündigung von MANN+HUMMEL, am Standort Speyer einen erheblichen Teil der Arbeitsplätze zu streichen. Laut Informationen der IG Metall plant das Management des Filtrationsspezialisten, bis zum Jahr 2028 über 1.200 Stellen abzubauen. Dieser Einschnitt wird von den Arbeitnehmervertretern als existenzbedrohend für viele Familien in der Region gewertet.
Die Beteiligung der Belegschaft von TE Connectivity am gemeinsamen Aktionstag verdeutlicht zudem eine branchenübergreifende Besorgnis über die Entwicklung der Industriearbeitsplätze in der Pfalz.
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Während der konkrete Stellenabbau von über 1.200 Positionen explizit MANN+HUMMEL zugeordnet wird, solidarisieren sich die Mitarbeiter von TE Connectivity mit ihren Kollegen, um ein geschlossenes Zeichen gegen den Verlust industrieller Kapazitäten zu setzen.
Forderungen nach Zukunftskonzepten
Die IG Metall kritisiert, dass der geplante Abbaupfad bis 2028 ohne ausreichende Alternativkonzepte für die verbleibende Belegschaft und den Standort präsentiert wurde. Ziel des heutigen Aktionstages ist es, die Geschäftsführung dazu zu bewegen, in ernsthafte Verhandlungen über den Erhalt von Arbeitsplätzen und die Entwicklung neuer Geschäftsfelder für das Werk in Speyer einzutreten.
Branchenexperten und Gewerkschaftsvertreter weisen darauf hin, dass ein Abbau dieser Größenordnung nicht nur die direkt betroffenen Mitarbeiter, sondern auch die regionale Zulieferstruktur und Kaufkraft erheblich schwächen könnte.
Die Mobilisierung am heutigen Tag gilt daher als Gradmesser für die Bereitschaft der Belegschaft, langwierige Auseinandersetzungen um die Zukunft ihrer Arbeitsplätze zu führen. Ob die Unternehmensführung auf die Signale des Aktionstages reagiert, bleibt abzuwarten; die IG Metall hat jedoch bereits signalisiert, dass weitere Schritte folgen könnten, sollte kein Einlenken erkennbar sein.
