Maschinenbau: VDMA senkt Prognose auf minus 2% für 2026
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 18:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In einem aktuellen Bericht vom 17. September 2026 hat der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) seine Erwartungen für das laufende Jahr deutlich nach unten korrigiert. Der Branchenverband rechnet nun mit einem realen Produktionsrückgang von 2 % für das Jahr 2026. Damit würde die Branche das vierte Jahr in Folge einen Rückgang der Produktion verzeichnen. Zuvor war der Verband noch von einer Stagnation ausgegangen.
Zweite Korrektur der Jahresprognose
Die nun veröffentlichte Prognosesenkung stellt bereits die zweite Anpassung innerhalb des laufenden Kalenderjahres dar. Während der VDMA im September 2025 noch ein Wachstum von 1 % prognostiziert hatte, wurde diese Erwartung Ende Juni 2026 auf 0 % herabgesetzt.
Mit der aktuellen Anpassung auf minus 2 % reagiert der Verband auf eine anhaltend schwierige konjunkturelle Lage. Auch die Zahlen für die vorangegangenen Jahre wurden präzisiert: Für 2025 wird nun ein Rückgang von 1,3 % angegeben, nachdem zuvor ein Minus von 2,2 % im Raum gestanden hatte. Das Jahr 2024 schloss laut Verbandsangaben mit einem Minus von 7 % ab.
Vom VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt wird diese Entwicklung mit den bestehenden Risiken und der aktuellen konjunkturellen Dynamik begründet. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2026, von Januar bis Juli, lag die reale Produktion bereits um 4,1 % unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Dies habe dazu geführt, dass die Kapazitäten in den Betrieben deutlich unterausgelastet seien.
Schwache Binnennachfrage und Stellenabbau
Trotz der gedämpften Produktionserwartungen zeigt sich bei den Auftragseingängen ein gemischtes Bild. In den Monaten Januar bis Juli 2026 stiegen die preisbereinigten Bestellungen insgesamt um 5 %. Getragen wurde diese Entwicklung primär durch die Nachfrage aus Nicht-Euro-Ländern, die ein Plus von 14 % verzeichneten. Im Gegensatz dazu blieb die Binnennachfrage in Deutschland weiterhin schwach.
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Die angespannte Lage wirkt sich zunehmend auf den Arbeitsmarkt aus. Nach Angaben des Verbands wurden im ersten Halbjahr 2026 rund 21.500 Stellen im deutschen Maschinen- und Anlagenbau abgebaut. Dies entspricht einem Rückgang von knapp 3 % der Arbeitsplätze in der Branche. VDMA-Arbeitsmarkt-Experte Fabian Seus ordnete diesen Personalabbau als Folge der anhaltenden Produktionsschwäche ein.
Diskrepanz zum hohen Auftragsbestand
Interessanterweise melden staatliche Stellen trotz der Produktionsrückgänge Rekordwerte bei den Auftragsbeständen. Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) erreichte der Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im Juli 2026 ein neues Allzeithoch mit einem realen Zuwachs von 1,5 % gegenüber dem Vormonat und 10,9 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Reichweite der Bestände stieg auf 9,0 Monate, den höchsten Wert seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2015.
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Innerhalb der Branchen verzeichnete der Maschinenbau im Juli ein leichtes Plus von 0,8 % beim Auftragsbestand, während die Automobilindustrie einen Rückgang von 1,7 % hinnehmen musste. Dennoch sank die Industrieproduktion laut Eurostat im Juli 2026 in Deutschland um 1,5 % gegenüber dem Vormonat, während der Rückgang im gesamten Euroraum mit 0,1 % deutlich geringer ausfiel.
Ausblick auf das kommende Jahr
Für das Jahr 2027 zeigt sich der VDMA vorsichtig optimistisch und erwartet ein reales Produktionswachstum von 3 %. Gestützt werde diese Prognose durch eine robuste Weltwirtschaft, zunehmende Ausrüstungsinvestitionen sowie fiskalische Impulse in Deutschland. Das Ifo-Institut rechnet für das Jahr 2026 mit einem gesamtwirtschaftlichen BIP-Wachstum von 1,4 % in Deutschland, nach einem Plus von 0,2 % im Jahr 2025.
Als maßgebliche Risiken für die weitere Entwicklung im Maschinenbau nannte der Verband geopolitische Spannungen, die künftige US-Zollpolitik sowie ein weiterhin schwaches Chinageschäft. Diese Faktoren könnten die Erholung der exportorientierten Branche maßgeblich beeinflussen.
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