Massenentlassungen USA: 243.000 Kündigungen bis Juni registriert
23.06.2026 - 06:07:38 | boerse-global.de
Bis zum 21. Juni wurden landesweit mehr als 243.000 formelle Kündigungswarnungen nach dem WARN-Gesetz registriert. Die tatsächliche Zahl dürfte weit höher liegen, denn kleinere Betriebe müssen ihre Streichungen nicht melden.
Logistik und Finanzen hart getroffen
Besonders heftig erwischt es die Republic National Distributing Company. Der Getränkegroßhändler legte den Betrieb an 13 Standorten in sechs Bundesstaaten still – darunter Maryland, Texas und Florida. 4.140 Beschäftigte verlieren ihren Job. Die größten Einschnitte gibt es in Grand Prairie (689 Stellen) und Houston (588 Stellen). Die WARN-Meldungen lagen bereits Ende April vor.
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Auch Wells Fargo baut weiter ab. Die Bank strich 158 Stellen in West Des Moines und Raleigh, wirksam zum 27. Juni.
In Tennessee stieg die Zahl der von Kündigungen betroffenen Arbeitnehmer auf 5.001 Personen. Die Arbeitslosenquote des Bundesstaates blieb trotzdem stabil bei 3,6 Prozent – bereits den vierten Monat in Folge.
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Lucid Group schrumpft um 18 Prozent
Der E-Auto-Hersteller Lucid Group setzt den Rotstift an. Am 22. Juni kündigte das Unternehmen an, rund 18 Prozent seiner US-Belegschaft zu entlassen. Auch der operative Geschäftsführer Marc Winterhoff muss gehen. Die zweite Schicht im Werk AMP-1 wird gestrichen. An der Börse kam die Nachricht nicht gut an: Die Aktie fiel vorbörslich.
Anwälte prüfen Verstöße gegen Kündigungsfrist
Die Häufung kurzfristiger Massenentlassungen ruft zunehmend Anwaltskanzleien auf den Plan. Strauss Borrelli PLLC untersucht mögliche Verstöße gegen die gesetzliche 60-Tage-Kündigungsfrist.
Im Fokus steht SIMOS Insourcing Solutions. Das Unternehmen meldete Mitte Juni die Entlassung von 572 Mitarbeitern am Standort Avon in Indiana. Auch gegen Marriott International läuft ein Verfahren: Der Hotelkonzern entließ 337 Beschäftigte im W South Beach & Residences in Miami Beach.
Unstimmigkeiten gibt es zudem bei der Schwebel Baking Company in Ohio. Das Unternehmen kündigte die Entlassung von bis zu 673 Mitarbeitern bis zum Labor Day an. Die Geschäftsführung verweist auf schwächere Umsätze und Inflation. Gewerkschaftsvertreter werfen dem Unternehmen dagegen Verstöße gegen die WARN-Vorgaben vor. Die ersten Entlassungen sollen am 6. Juli beginnen.
KI verändert die Job-Landschaft
Eine aktuelle Untersuchung der Europäischen Zentralbank zeigt, wie Künstliche Intelligenz den US-Arbeitsmarkt umkrempelt. Im Zeitraum von 2019 bis 2025 sank die Beschäftigung in Berufen mit hohem KI-Risiko – etwa Grafikdesigner oder Ökonomen – um mehr als 4 Prozent. Niedrigrisiko-Berufe wie Lehrer oder Elektriker legten dagegen um 13 Prozent zu. Ein signifikanter Einfluss auf das allgemeine Lohnwachstum ließ sich bisher nicht feststellen.
