MENNEKES, MiLa

MENNEKES MiLa: Abrechnung trennt Mitarbeitende und Mieter automatisch

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 01:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die MiLa-Erweiterung ordnet Ladevorgänge verschiedener Nutzergruppen an gemeinsamen Ladepunkten automatisch den passenden Tarifen zu.
Leerer Parkplatz eines Gewerbegebiets in der Abenddämmerung mit klar markierten Stellplätzen und moderner Architektur. Illustration mit AI erstellt.

Der Sauerländer Ladeinfrastrukturhersteller MENNEKES erweitert seine Abrechnungsdienstleistung ativo um die Zusatzfunktion MiLa. Das Kürzel steht für Mitarbeitenden- und Mieterladen und soll die Abrechnung von Ladevorgängen an denselben Ladepunkten vereinfachen, indem unterschiedliche Nutzergruppen automatisch getrennt erfasst und abgerechnet werden.

Automatische Tarifzuordnung an geteilten Ladepunkten

Die neue Funktion zielt darauf ab, Ladevorgänge für Mitarbeitende, Mieter, Gäste sowie externe Dienstleistende an identischer Infrastruktur ohne manuellen Aufwand aufzuteilen. Das System weist den jeweiligen Vorgängen automatisch die hinterlegten Tarife zu. Als Zielgruppen nennt das Unternehmen Firmenparkplätze, Wohnimmobilien sowie gemischt genutzte Gewerbestandorte, wie das Fachportal electrive.net am 30. Oktober 2026 berichtete.

Sebastian Braun, Leiter zentrale technische Services bei MENNEKES, begründete den Schritt mit den Anforderungen des Marktes: Mit der steigenden Anzahl an Ladepunkten wachse auch der Aufwand für die Verwaltung und Abrechnung beträchtlich. Das Modul ist über die sogenannte ativo 4Operators App zubuchbar. Zu den anfallenden Preisen sowie zu Schnittstellen für Authentifizierung und Backend macht das Unternehmen bislang keine Angaben.

Abrechnungsmodelle in der gewerblichen Flottenpraxis

Die Herausforderung, Ladevorgänge über verschiedene Standorte, Nutzerprofile und Anwendungsfälle hinweg präzise zuzuordnen, beschäftigt die gesamte Branche. Auch bei großen Unternehmensflotten nimmt die Spezialisierung der Dienstleister zu.

So übernimmt die Chargemaker GmbH, ein Tochterunternehmen der ista SE, schrittweise den Betrieb der Ladeinfrastruktur der Lufthansa Group in Deutschland und verantwortet dabei ebenfalls die nutzergenaue Abrechnung. Das Projekt startete mit über 100 Ladepunkten am Lufthansa Aviation Center am Frankfurter Flughafen.

Insgesamt umfasst der Betrieb mehr als 300 bestehende Ladepunkte an diversen Liegenschaften, gefolgt von einem bedarfsgerechten Ausbau. Der Mutterkonzern ista SE beabsichtigt, bis 2030 bis zu 30 Mio. Euro in Chargemaker zu investieren, um das Ziel von 25.000 neuen Ladepunkten in Deutschland zu realisieren.

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Parallel dazu entstehen Lösungen für das Laden außerhalb von Betriebsstandorten. Für das Erfassen von Ladevorgängen an privaten Anschlüssen wurde EEVEE Mobility mit dem Fleet Europe Innovation Award 2026 ausgezeichnet.

Die Plattform erfasst und erstattet Ladekosten für Firmenfahrzeuge direkt über Fahrzeugdaten, ohne dass eine intelligente Wallbox installiert sein muss. Nach Unternehmensangaben verarbeitet das System jährlich Ladekosten in Höhe von 20 Mio. Euro für mehr als 2.500 Unternehmen in 17 Ländern.

Vernetzung von Unterwegs- und Schwerlastladen

Neben dem Depot- und Heimladen setzen Fuhrparkbetreiber vermehrt auf integrierte Plattformen für den öffentlichen Raum. Michelin Connected Fleet startete in Kooperation mit Deftpower das Angebot Michelin EV Charge. Der auf einer White-Label-Plattform basierende Dienst bietet Flotten Zugang zu über 1,2 Mio. öffentlichen Ladestationen in ganz Europa und führt Ladedaten direkt mit Fahrzeug- und Telematikdaten zusammen.

Auch im schweren Straßengüterverkehr wächst der Bedarf an transparenter Abrechnung. Hintergrund ist der fortschreitende Markthochlauf: In den Niederlanden waren in der ersten Hälfte 2026 bereits 16,3% der neu registrierten Lkw elektrisch angetrieben.

Last Mile Solutions erweiterte seine Anwendung daher um spezifische Parameter für Elektro-Lkw, wie Platzangebot, Tragfähigkeit und Durchfahrtshöhen an den Ladestandorten.

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Vor dem Ladevorgang schlüsselt die Plattform Kostenbestandteile wie Energie, Startgebühren, Parkkosten, Stauzuschläge sowie Mehrwertsteuer transparent auf und ermöglicht über 800.000 Ladepunkte hinweg den direkten Download von Rechnungsübersichten.

International greifen ähnliche Kooperationsmodelle: In Indien integrierte Euler Motors das Ladenetz von Jio-bp mit über 7.000 Ladepunkten an mehr als 1.100 Standorten in die eigene App für gewerbliche Kunden.

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