Mercedes-Benz, BeschÀftigte

Mercedes-Benz: 90.000 BeschÀftigte verlieren Sonderzahlung 2027

28.06.2026 - 00:30:29 | boerse-global.de

Mercedes-Benz verschiebt Boni, VW plant Stellenabbau. Gewerkschaften stemmen sich gegen die Sparmaßnahmen der Konzerne.

Deutsche Industrie: Sparkurs und Konflikte mit Arbeitnehmern
Mercedes-Benz - Menschen sitzen an einem Tisch, diskutieren ernsthaft, wĂ€hrend eine Person auf einen Finanzchart auf einem Bildschirm zeigt. 28.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Die Folge: offene Konflikte mit Arbeitnehmervertretern.

Mercedes-Benz verschiebt Sonderzahlungen und fordert Mehrarbeit

Der Stuttgarter Autobauer hat einen verschĂ€rften Sparkurs eingeleitet, der direkt rund 90.000 BeschĂ€ftigte in Deutschland trifft. Das Unternehmen verschiebt die Auszahlung des sogenannten Transformationsbausteins – 18,4 Prozent eines Monatsentgelts – auf das Jahr 2027.

Der Vorstand begrĂŒndet den Schritt mit einer dramatischen Situation am Standort Deutschland und mangelnder WettbewerbsfĂ€higkeit der Arbeitskosten. ZusĂ€tzlich strebt das Management eine VerlĂ€ngerung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich an. Aufsichtsratschef BrudermĂŒller sprach sich fĂŒr eine RĂŒckkehr zur 40-Stunden-Woche aus.

Der Gesamtbetriebsrat kritisiert die Verschiebung als einseitige Entscheidung. Die Arbeitnehmervertreter betonen: Die Ursachen fĂŒr die wirtschaftliche Lage – geopolitische Spannungen und hohe Energiepreise – lĂ€gen nicht bei den BeschĂ€ftigten. Verhandlungen ĂŒber eine ArbeitszeitverlĂ€ngerung lehnt der Betriebsrat ab, verweist auf die ZustĂ€ndigkeit von IG Metall und ArbeitgeberverbĂ€nden.

Hintergrund der Maßnahmen sind schwache GeschĂ€ftszahlen. Das Konzernergebnis im ersten Quartal 2026 sank um 17,2 Prozent. Bereits im GeschĂ€ftsjahr 2025 war der Gewinn von 10,4 Milliarden auf 5,3 Milliarden Euro eingebrochen.

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Widerstand gegen Werksschließungen bei Volkswagen

Auch beim Wolfsburger Konzern zeichnen sich harte Auseinandersetzungen ab. Volkswagen plant Berichten zufolge einen globalen Stellenabbau von bis zu 100.000 ArbeitsplÀtzen. In Deutschland gelten Standorte wie Hannover und Emden als gefÀhrdet.

Das Land Niedersachsen, das 20 Prozent an VW hĂ€lt, lehnt Werksschließungen entschieden ab. MinisterprĂ€sident Lies stellte sich gegen einen solchen Schritt, ebenso wie Vertreter der Hamburger Landesregierung.

Die IG Metall und der VW-Betriebsrat warnten in einer gemeinsamen Stellungnahme vor Angriffen auf das VW-Gesetz und die Mitbestimmungskultur. Sie fordern den Vorstand auf, wettbewerbsfĂ€hige Produkte zu entwickeln – statt kurzfristigem Aktionismus.

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Gewerkschaften fordern neue Modelle fĂŒr Altersvorsorge und Entgelttransparenz

Parallel zu den betrieblichen Konflikten bringt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) neue Konzepte in die politische Debatte. Eine Rentenkommission des DGB legte VorschlÀge vor, die ein steigendes Rentenniveau von zunÀchst 50, spÀter 53 Prozent vorsehen.

Kern des Konzepts: eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge, bei der Arbeitgeber zwei Prozent des Bruttolohns einzahlen. Ziel ist eine Absicherung von 70 bis 90 Prozent des letzten Nettoeinkommens – ohne Anhebung des Rentenalters. Die Linke signalisierte Zustimmung, ArbeitgeberverbĂ€nde warnen vor SozialbeitrĂ€gen ĂŒber 40 Prozent.

ZusĂ€tzliche Unsicherheit schafft die verzögerte Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie. Obwohl sie seit dem 8. Juni in Kraft ist, fehlt in Deutschland das nationale Umsetzungsgesetz. Öffentliche Arbeitgeber mĂŒssen die Regeln bereits anwenden, private Unternehmen agieren in einer rechtlichen Grauzone.

Aktuelle Daten beziffern den unbereinigten Gender Pay Gap in Deutschland auf 16 Prozent, die bereinigte LohnlĂŒcke auf 6 Prozent. Ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom Februar schrĂ€nkte zudem AuskunftsansprĂŒche auf das jeweils letzte Kalenderjahr ein.

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