Mercedes-Benz, China-GeschÀft

Mercedes-Benz senkt Prognose trotz 28 Prozent mehr Gewinn

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 11:56 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der Stuttgarter Autobauer verdient im dritten Quartal deutlich mehr als im schwachen Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig brechen die VerkĂ€ufe in China ein, und fĂŒr das Gesamtjahr rechnet der Konzern nur noch mit einem Ergebnis auf Vorjahresniveau.

Mercedes plant weitere Kostensenkungen

  • Mercedes-Benz meldete fĂŒr das dritte Quartal ein Konzernergebnis von rund 1,52 Milliarden Euro.
  • Der Absatz sank insgesamt auf 407.200 Pkw, in China ging er um 31 Prozent zurĂŒck.
  • Das neue Abfindungsprogramm in Deutschland soll im Dezember fĂŒr BeschĂ€ftigte in indirekten Bereichen starten.
  • Mercedes-Benz macht mehr Gewinn nach magerem Vorjahresquartal. (Archivbild) - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • Mercedes-Chef KĂ€llenius: «Konsequente Kostendisziplin». (Archivbild) - Bild: Marijan Murat/dpa
Mercedes-Benz macht mehr Gewinn nach magerem Vorjahresquartal. (Archivbild) - Bild: Sven Hoppe/dpa Mercedes-Chef KÀllenius: «Konsequente Kostendisziplin». (Archivbild) - Bild: Marijan Murat/dpa

Mercedes-Benz senkt Jahreserwartung trotz Gewinnsprung

Mercedes-Benz hat im dritten Quartal deutlich mehr verdient, zugleich aber wegen des schwierigen China-GeschĂ€fts seine Erwartungen fĂŒr das Gesamtjahr zurĂŒckgenommen. Der Konzern rechnet beim Gewinn vor Zinsen und Steuern nun nur noch mit einem Niveau wie im Vorjahr statt mit einem klaren Anstieg.

KĂ€llenius sieht schwierigere Marktbedingungen

Mercedes-Chef Ola KĂ€llenius erklĂ€rte, die Marktbedingungen seien im Jahresverlauf noch herausfordernder geworden, insbesondere in China. Höhere Kosten, unter anderem fĂŒr Rohstoffe, dĂŒrften das vierte Quartal zusĂ€tzlich belasten.

Konzernergebnis steigt auf 1,52 Milliarden Euro

Das Konzernergebnis wuchs von Juli bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 28 Prozent auf etwa 1,52 Milliarden Euro. Im Vorjahresquartal hatten unter anderem hohe Sonderbelastungen fĂŒr einen Stellenabbau das Ergebnis gedrĂŒckt.

Der Umsatz sank dagegen um 4,5 Prozent auf 30,7 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern stieg von 750 Millionen auf 1,77 Milliarden Euro.

China belastet den Absatz

Im dritten Quartal verkaufte Mercedes weltweit 407.200 Pkw und damit acht Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. In China ging der Absatz um 31 Prozent zurĂŒck, wĂ€hrend er außerhalb des Landes um ein Prozent zulegte.

Bei batterieelektrischen Pkw verzeichnete der Konzern ein Absatzplus von 61 Prozent. KĂ€llenius verwies zudem auf das anhaltende Wachstum in Europa und den USA sowie auf einen Rekord bei vollelektrischen Fahrzeugen.

Abfindungsprogramm startet im Dezember

Zur weiteren Senkung der Kosten legt Mercedes-Benz in Deutschland sein Abfindungsprogramm fĂŒr BeschĂ€ftigte in indirekten Bereichen neu auf. Das Programm soll im Dezember starten.

Finanzchef Harald Wilhelm bezeichnete die Regelung als sehr attraktiv. Beim vorangegangenen Programm hÀtten sich in kurzer Zeit viele BeschÀftigte zur Teilnahme entschlossen; eine konkrete Zahl nannte er nicht.

Debatte ĂŒber Arbeitskosten hĂ€lt an

Mercedes-Benz hatte zuletzt auch ĂŒber Arbeitszeiten und Arbeitskosten in Deutschland diskutiert. Der Vorstand erklĂ€rte, die Arbeitsstunde mĂŒsse gĂŒnstiger werden; darauf folgten Proteste von BeschĂ€ftigten.

Mercedes-Benz steht zugleich fĂŒr eine kurzfristige Ergebnisverbesserung und fĂŒr wachsenden Anpassungsdruck. Der Gewinnsprung im dritten Quartal erklĂ€rt sich teilweise daraus, dass das Vorjahresquartal durch hohe Sonderbelastungen fĂŒr den Stellenabbau geprĂ€gt war. Die höhere Vergleichsbasis im laufenden Jahr macht den Anstieg deshalb weniger aussagekrĂ€ftig als die operative Entwicklung.

Entscheidend bleibt das China-GeschĂ€ft. Der AbsatzrĂŒckgang um 31 Prozent zeigt, wie stark der Konzern im wichtigsten asiatischen Automarkt unter Druck steht. Dort treffen eine schwĂ€chere Nachfrage nach Premiumfahrzeugen, ein intensiver Wettbewerb und der rasche Ausbau chinesischer Elektroautoanbieter aufeinander. FĂŒr Mercedes verschĂ€rft sich die Situation zusĂ€tzlich, weil das Unternehmen hohe Investitionen in neue Modelle und elektrische Antriebe finanzieren muss.

Kosten sollen Ergebnisdruck begrenzen

Die Kostendisziplin wird damit zum zentralen Steuerungsinstrument. Das geplante Abfindungsprogramm fĂŒr BeschĂ€ftigte in indirekten Bereichen soll Personalkosten senken, kann kurzfristig aber ebenfalls Aufwendungen verursachen. Zugleich verweist das Unternehmen auf Mercedes-Benz Vans, Finanzdienstleistungen und steigende Elektroauto-VerkĂ€ufe als stabilisierende Faktoren.

FĂŒr Kundinnen und Kunden in Deutschland bleibt vor allem die weitere Entwicklung des Modellangebots relevant. FĂŒr BeschĂ€ftigte geht es dagegen um den Umfang des Abfindungsprogramms und die Debatte ĂŒber Arbeitszeit und Arbeitskosten. Die neue Prognose macht deutlich, dass Mercedes trotz besserer Quartalszahlen mit einer lĂ€ngeren Phase der Ertrags- und Absatzanpassung rechnet.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Stern: „Gewinnmarge von Mercedes' Autosparte im dritten Quartal fast halbiert“ (28.10.2026)

Der Beitrag stelle die Entwicklung der Marge im Pkw-GeschÀft in den Mittelpunkt und ordne die gesenkte Jahreserwartung ein. Damit bestÀtige er den Ergebnisdruck, setze den Schwerpunkt aber stÀrker auf die ProfitabilitÀt der Autosparte als auf den absoluten Konzerngewinn.

Euronews: „Mercedes-Benz senkt Gewinnprognose fĂŒr 2026 wegen Problemen in China“ (27.10.2026)

Der Artikel stelle die Probleme in China als wesentlichen Grund fĂŒr die Prognosekorrektur heraus und nenne vorlĂ€ufige Quartalskennzahlen. Im Vergleich zum Stern liege der Schwerpunkt damit stĂ€rker auf dem regionalen Absatzmarkt und der Gewinnwarnung.

Beide BeitrÀge verbÀnden die gesenkte Prognose mit der schwachen Entwicklung in China. Unterschiede ergÀben sich vor allem bei der Gewichtung von Absatzmarkt und operativer Marge.

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