Mercedes-Protest, Mitarbeiter

Mercedes-Protest: 33.000 Mitarbeiter gegen SparplÀne mobil

03.07.2026 - 20:31:43 | boerse-global.de

Tausende Mercedes-BeschĂ€ftigte legen Arbeit nieder. IG Metall kĂŒndigt weitere Proteste gegen die geplanten Einschnitte an.

Mercedes-Mitarbeiter protestieren gegen harte SparplÀne
Mercedes-Protest - Arbeiterprotest vor einer Mercedes-Benz-Fabrik mit Schildern und einer großen Menschenmenge, die gegen SparplĂ€ne demonstriert. 03.07.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Mehr als 33.000 Mercedes-Mitarbeiter haben am Freitag bundesweit gegen die SparplÀne des Autobauers protestiert. Die IG Metall mobilisierte an zahlreichen Standorten zu Arbeitsniederlegungen und Kundgebungen. Das Unternehmen selbst sprach von rund 15.750 Teilnehmern.

Schwerpunkt Sindelfingen – KĂ€llenius im Visier

Der grĂ¶ĂŸte Protest fand am Stammwerk in Sindelfingen statt. Nach Gewerkschaftsangaben kamen dort 20.000 BeschĂ€ftigte zusammen – Mercedes zĂ€hlte 10.000. Weitere Aktionen gab es in UntertĂŒrkheim, Bremen, Berlin, Hamburg, Rastatt, Kuppenheim und Germersheim.

In Stuttgart und Sindelfingen richtete sich der Unfall direkt gegen Vorstandschef Ola KĂ€llenius. Vereinzelt forderten Demonstranten seine Ablösung. „Die BeschĂ€ftigten sind mit dem aktuellen Kurs des Vorstands nicht einverstanden“, sagte Gesamtbetriebsratschef Ergun LĂŒmali.

IG Metall kĂŒndigt heißen Herbst an

IG-Metall-Chefin Christiane Benner kritisierte das Management scharf. Statt zu kĂŒrzen, mĂŒsse der Konzern investieren. Die Gewerkschaft kĂŒndigte fĂŒr den Sommer und Herbst weitere Aktionen an. Bereits fĂŒr den 9. Juli ist ein Autokorso in Stuttgart geplant.

Die Wut der Belegschaft ist groß. Mercedes plant ein Maßnahmenpaket mit deutlichen Einschnitten fĂŒr die rund 90.000 BeschĂ€ftigten.

Das steckt hinter den SparplÀnen

Der Konzern will eine Sonderzahlung in Höhe von 18,4 Prozent eines Monatsentgelts auf 2027 verschieben. Zudem ist eine VerlĂ€ngerung der Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich geplant. Auch die Homeoffice-Regelungen stehen auf der Kippe – die PrĂ€senzpflicht in den BĂŒros soll wieder steigen.

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Die wirtschaftliche Lage gibt Anlass zur Sorge. Im ersten Quartal 2026 sank das Konzernergebnis um 17,2 Prozent. Bereits 2025 war der Gewinn um die HĂ€lfte auf 5,3 Milliarden Euro eingebrochen. Hinzu kommen Produktionsprobleme: Beim Modell E-GLC fehlen Batterielieferungen aus China.

Branche in der Krise – SolidaritĂ€t von BMW und Audi

Die Proteste stoßen auf breite UnterstĂŒtzung in der deutschen Autoindustrie. Die BetriebsrĂ€te von BMW und Audi erklĂ€rten ihre SolidaritĂ€t. Audi-Vertreter warnten vor einem Angriff auf bestehende TarifvertrĂ€ge, BMW-BetriebsrĂ€te lehnten eine mögliche 40-Stunden-Woche kategorisch ab.

Die gesamte Branche steckt in der Krise. Das Ifo-Branchenbarometer lag im Juni bei minus 21,4 Punkten. 2025 wurden in der Autoindustrie bereits rund 50.000 Stellen gestrichen. Besonders dramatisch ist die Lage bei VW: Dort droht die Schließung von bis zu vier Werken und ein Stellenabbau von bis zu 100.000 ArbeitsplĂ€tzen.

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Die IG-Metall-Bezirksleitung wirft dem Mercedes-Management vor, trotz der schwierigen Lage die falschen PrioritĂ€ten zu setzen. Statt zu sparen, mĂŒsse der Konzern in die Zukunft investieren.

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