Merz und Steinmeier reisen nach Asien - aber getrennt
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 05:50 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAm Morgen startet Steinmeier zu seinem zweiten Staatsbesuch nach China, nur wenige Stunden spĂ€ter beginnt fĂŒr Merz seine bisher lĂ€ngste Auslandsreise als Kanzler. Erste Station ist der reiche Stadtstaat Singapur, anschlieĂend geht es weiter nach Japan und SĂŒdkorea.
Erst am spĂ€ten Freitagabend kehrt Merz nach Berlin zurĂŒck, kurz darauf auch Steinmeier. In Regierungskreisen wird Wert darauf gelegt, dass es keinen direkten Zusammenhang zwischen den beiden Reisen zu sehr unterschiedlichen Partnern gibt.
Merz will AbhÀngigkeiten verringern
Merz hatte das autoritĂ€r gefĂŒhrte Riesenreich China bereits im Februar besucht. Er will die Partnerschaft zu den LĂ€ndern des Kontinents aber breiter aufstellen, um AbhĂ€ngigkeiten von einzelnen Staaten zu verringern. Der Kanzler wird von einer groĂen und hochkarĂ€tigen Wirtschaftsdelegation begleitet.
In Singapur wird er neben seinen politischen GesprĂ€chen eine auĂenpolitische Grundsatzrede halten. AnschlieĂend besucht er mit Japan einen Partner, mit dem Deutschland in der G7 demokratischer WirtschaftsmĂ€chte und in der G20 eng verbunden ist. In SĂŒdkorea wird Merz an der Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft teilnehmen und die demilitarisierte Zone an der Grenze zu Nordkorea besuchen.
Steinmeier will fĂŒr faire Wirtschaftsbeziehungen werben
Steinmeier will im Rahmen seines viertĂ€gigen Staatsbesuchs in China fĂŒr faire Wirtschafts- und Handelsbeziehungen werben, die zum beiderseitigen Vorteil sind. DafĂŒr mĂŒssten Ungleichgewichte abgebaut werden, heiĂt es im BundesprĂ€sidialamt. Der BundesprĂ€sident will dies am Donnerstag in einer Grundsatzrede in der UniversitĂ€t von Peking deutlich machen und am Tag darauf mit Chinas Staatschef Xi Jinping und MinisterprĂ€sident Li Qiang besprechen.
Ein weiteres Thema wird dabei die kĂŒnftige Rolle Chinas in den internationalen Beziehungen sein. Aus Steinmeiers Sicht muss der Aufstieg Chinas zur Weltmacht auch mit der Ăbernahme von mehr Verantwortung einhergehen. So sollte China etwa seine guten Verbindungen zu Russland nutzen, um sich fĂŒr eine Beendigung des Krieges in der Ukraine einzusetzen.
