Messenger-Scans, Ausnahmeregelung

Messenger-Scans: EU verlängert Ausnahmeregelung bis April 2028

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 03:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der EU-Rat erlaubt WhatsApp & Telegram bis 2028 die freiwillige Prüfung privater Nachrichten auf Missbrauchsmaterial, jedoch nur bei unverschlüsselter Kommunikation.

EU verlängert Messenger-Scans: Fokus auf unverschlüsselte Chats
Nahaufnahme eines modernen Smartphones mit abstrakten digitalen Sicherheitsmustern und Netzwerkgrafiken. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Rat der Europäischen Union hat die Ausnahmeregelung für Messenger-Scans verlängert. Bis zum Frühjahr 2028 dürfen Dienste wie WhatsApp und Telegram weiterhin freiwillig private Chats auf Kindesmissbrauchsmaterial durchsuchen.

Nur unverschlüsselte Chats betroffen

Die Verlängerung gilt bis zum 3. April 2028. Die EU-Kommission bezeichnet den Schritt als Brückenlösung – parallel wird an einer dauerhaften gesetzlichen Regelung gearbeitet.

Ein zentraler Punkt: Die Scans beschränken sich auf unverschlüsselte Kommunikation. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bleibt unangetastet. Damit folgten die Mitgliedstaaten den Vorgaben des Europäischen Parlaments, das ein Aufbrechen verschlüsselter Nachrichten ablehnt.

Anzeige

Während die EU über Scans in Messenger-Diensten debattiert, machen sich immer mehr Nutzer Sorgen um ihre Privatsphäre bei großen Anbietern. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie in nur fünf Minuten zu einer datenschutzfreundlichen Alternative wechseln und Ihre Chats effektiv schützen. Telegram Startpaket jetzt kostenlos anfordern

Keine Scans auf dem Endgerät

Ausdrücklich ausgeschlossen wurde das sogenannte Client-Side Scanning. Dabei würden Inhalte direkt auf den Geräten der Nutzer geprüft – noch vor der Verschlüsselung. Erlaubt sind nur Durchsuchungen von Nachrichten, die ohnehin unverschlüsselt übertragen werden.

Politischer Druck aus Deutschland

Der Entscheidung vorausgegangen war eine intensive Debatte über den Balanceakt zwischen Datenschutz und Opferschutz. Besonders die Europäische Volkspartei (EVP) sowie Politiker aus deutschen Regierungskreisen und der Opposition hatten Druck gemacht. Namentlich genannt wurden Friedrich Merz und Alexander Dobrindt, die gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt die Maßnahmen als notwendig für den Kinderschutz verteidigten.

Anzeige

Viele Deutsche verlassen derzeit WhatsApp, um neugierigen Mitlesern und der Datenauswertung zu entgehen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, wie die sichere Alternative funktioniert und wie Sie Ihre Kommunikation sofort anonymisieren können. Hier zur Anleitung für anonymes Chatten

Kritiker und Datenschützer hatten vor einer Aufweichung des Fernmeldegeheimnisses gewarnt. Die Beschränkung auf unverschlüsselte Chats und der Verzicht auf Client-Side Scanning sehen sie jedoch als wichtige Schutzplanken.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wirtschaft | 69856814 |