Mietpreise Frankfurt: 28,3% der Fälle um mindestens 50% erhöht
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 19:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In Frankfurt belasten überhöhte Mietpreise nicht nur viele Wohnungssuchende, sondern haben inzwischen auch messbare Auswirkungen auf die statistische Erfassung der Wohnkosten. Nach Auswertungen des Frankfurter Amts für Wohnungswesen verzerren überhöhte Mieten in der Mainmetropole den Mietspiegel erheblich.
Bei einer Untersuchung von 3.216 Fällen aus der Mietspiegel-Stichprobe wies fast die Hälfte mögliche starke Mietpreiserhöhungen auf. Wie das Portal fr.de in einem Bericht vom 17.09.2026 darlegte, lagen 21,2% der Fälle zwischen 20 und 50% über der ortsüblichen Vergleichsmiete. Bei weiteren 28,3% der Fälle lag die verlangte Miete sogar um mindestens 50% über diesem Wert.
Größerer Spielraum und erhebliche Abweichungen bei Inseraten
Die Feststellungen des Wohnungsamts treffen auf ein Preisgefüge, das Mietern ohnehin steigende Kosten abverlangt. Der Ende Juni in Kraft getretene Frankfurter Mietspiegel erhöht den Spielraum um 6,9%. Die Diskrepanz zwischen den Orientierungswerten und den tatsächlich aufgerufenen Preisen bleibt jedoch auf dem gesamten Markt bestehen.
Ein Blick auf den allgemeinen Frankfurter Mietmarkt verdeutlicht das Ausmaß der Abweichungen bei Neuvermietungen: Im 1. Quartal 2026 lagen bei insgesamt 7.351 erfassten Inseraten fast jedes zweite mehr als 10% über der Vergleichsmiete. Bei 780 Angeboten wurde der Vergleichswert sogar um mindestens 50% überschritten.
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Einzelfälle und Forderungen nach schärferen Sanktionen
Wie drastisch die Differenzen im Einzelfall ausfallen können, zeigt ein Fall, den der Mieterverein Frankfurt dokumentierte. Für eine Wohnung mit 57 qm Fläche im Stadtteil Frankfurt-West wurde eine Kaltmiete von monatlich 1.790 Euro verlangt. Nach den Berechnungen des Mietervereins lag dieser Betrag um mehr als 1.000 Euro über dem rechtlich angemessenen Rahmen.
Die systematische Überhöhung von Preisen hat langfristige Konsequenzen für die gesamte Stadtgesellschaft, da überhöhte Mieten über die ortsübliche Vergleichsmiete nach und nach auf das Niveau aller Mieter durchschlagen. Vor diesem Hintergrund plädierte ein Kommentar auf fr.de für deutlich härtere Maßnahmen gegen derartige Praktiken.
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Aufklärung allein reiche nicht aus, um Vermieter zur Einhaltung der Vorgaben zu bewegen. Notwendig seien vielmehr schärfere Sanktionen gegen überhöhte Mieten in Frankfurt, darunter insbesondere Bußgelder bei nachgewiesenen Verstößen gegen die Mietpreisbremse.
Teile dieses Beitrags beruhen auf Recherchen von Frankfurter Rundschau.
