Euro, Verbraucherzentrale

mietsofort.de verlangt 79 Euro: Verbraucherzentrale rät zum Widerspruch

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 12:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Verbraucherzentrale Berlin kritisiert kopierte Wohnungsanzeigen, versteckte Gebühren und fehlenden direkten Kontakt zu Vermietern.
Ein leerer, modern eingerichteter Wohnraum mit großen Fenstern und Blick auf eine ruhige Straße bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Wohnungssuchende geraten bei der Recherche im Internet zunehmend ins Visier dubioser Plattformbetreiber. Die Verbraucherzentrale Berlin warnte vor unseriösen Immobilienportalen, die Suchende gezielt in teure Kostenfallen locken. Laut einem Bericht des Nachrichtenportals t-online.de vom 24.10.2026 stehen dabei Angebote im Fokus, die mit fremden Inseraten arbeiten und intransparente Gebühren verlangen.

Masche mit übernommenen Inseraten

Konkret richten die Verbraucherschützer ihren Blick auf den Anbieter mietsofort.de. Nach Erkenntnissen der Verbraucherzentrale Berlin übernimmt die Plattform Inserate von etablierten Immobilienportalen wie Immoscout24. Interessenten, die auf der Suche nach einer Wohnung auf die Seite gelangen, wiegen sich häufig in falscher Sicherheit, da ihnen die Angebote vertraut erscheinen.

Der eigentliche Fallstrick offenbart sich jedoch bei der Anmeldung auf der Plattform. Wer den Registrierungsprozess auf mietsofort.de durchläuft, erhält im Anschluss eine Rechnung über 79 Euro. Diese Zahlungsaufforderung ist mit einer kurzen Zahlungsfrist von lediglich 5 Tagen versehen.

Auf die anfallenden Kosten wird im Vorfeld kaum erkennbar hingewiesen: Der Preis von 79 Euro wird laut der Verbraucherzentrale Berlin lediglich klein im Fließtext erwähnt, sodass viele Suchende die finanzielle Verpflichtung bei der Registrierung schlicht übersehen.

Kaum Gegenleistung und veraltete Angebote

Ein tatsächlicher Gegenwert für den geforderten Betrag bleibt für Betroffene in der Regel aus. Nach der abgeschlossenen Registrierung erfolgt nach Angaben der Verbraucherzentrale Berlin lediglich eine Weiterleitung zu anderen Portalen.

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Ein direkter Kontakt zum eigentlichen Anbieter der jeweiligen Immobilie sei dadurch nicht garantiert. Wohnungssuchende zahlen somit für einen Service, der ihnen letztlich keinen direkten Zugang zu den inserierten Objekten verschafft.

Zudem ergaben Stichproben der Verbraucherschützer, dass Inserate teils lange online bleiben. Dies deutet darauf hin, dass die Angebote möglicherweise längst nicht mehr verfügbar sind, während sie auf der Plattform weiterhin potenziellen Mietern präsentiert werden.

Verbraucherschützer raten zur Zahlungsverweigerung

Angesichts dieser Vorgehensweise gibt die Verbraucherzentrale Berlin Betroffenen klare Handlungsempfehlungen. Wohnungssuchende, die eine Zahlungsaufforderung erhalten haben, sollten die geforderten 79 Euro keinesfalls vorschnell zahlen.

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Juristen und Verbraucherschützer raten stattdessen dazu, das wirksame Zustandekommen eines Vertrags ausdrücklich zu bestreiten. Ergänzend sollte der vermeintliche Vertrag angefochten werden, um sich gegen die unberechtigten Geldforderungen zur Wehr zu setzen.

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