Mietwagenpreise, Gericht

Mietwagenpreise: Gericht kippt Kölner Mindestpreisregel

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 22:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Verwaltungsgericht Köln setzt Preisuntergrenze für Mietwagen außer Kraft. Richter sehen Kompetenzüberschreitung und Rechtswidrigkeit.

Kölner Gericht kippt Mindestpreise für Mietwagen
Ein Smartphone mit einer Ride-Sharing-App auf einem Schreibtisch vor einer unscharfen Stadtkulisse. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Verwaltungsgericht Köln hat die umstrittene Mindestpreisregelung für Mietwagen per Eilbeschluss außer Kraft gesetzt. Die seit dem 1. Juni 2026 geltende Vorgabe, wonach Mietwagenpreise maximal 20 Prozent unter dem lokalen Taxitarif liegen dürfen, bewerteten die Richter als voraussichtlich rechtswidrig.

OB Burmester überschritt seine Kompetenzen

Das Gericht (Az. 18 L 1226/26) kritisierte das Vorgehen der Stadtverwaltung deutlich. Oberbürgermeister Torsten Burmester habe die Mindestpreise ohne Einbeziehung des Stadtrats festgelegt. Zudem sei die räumliche Ausdehnung der Regelung über das Kölner Stadtgebiet hinaus unzulässig gewesen.

Die Richter betonten: Der Gesetzgeber definiere Mietwagen- und Taxiverkehr als grundverschiedene Verkehrsformen. Eine zu starke Angleichung der Preise widerspreche diesen rechtlichen Unterschieden. Die Stadt kann nun Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Münster einlegen.

Bolt und Drivewave dürfen wieder unterbieten

Der Beschluss hat unmittelbare Folgen für den Kölner Markt. Vorerst sind nur die beteiligten Unternehmen Drivewave und Bolt von der Preisuntergrenze befreit. Sie dürfen ihre Fahrten wieder zu Konditionen anbieten, die mehr als 20 Prozent unter dem Taxi-Niveau liegen.

Anzeige

Angesichts der strengen Rechtsprechung zur Arbeitszeitdokumentation müssen Betriebe heute besonders präzise agieren, um rechtlich abgesichert zu sein. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie die gesetzliche Arbeitszeiterfassung schnell und ohne teure Software rechtssicher umsetzen. In 10 Minuten zur gesetzeskonformen Arbeitszeiterfassung

Für andere Plattformen wie Uber bleibt die Bindung formal bestehen – deren Verfahren laufen noch. Ein Branchenvertreter von Bolt nannte das Urteil ein „wichtiges Signal für den Markt“. Uber betonte, die bisherige Regulierung stehe nicht für fairen Wettbewerb.

Interne Daten des Unternehmens zeigen die Markteffekte: In Stadtteilen wie Chorweiler oder Kalk brach die Nachfrage nach Einführung der Mindestpreise um mehr als 30 Prozent ein.

Köln wird zum teuren Pflaster

Die Mindestpreise machten Köln in Kombination mit einem erhöhten Taxi-Kilometerpreis von 2,90 Euro zu einer der teuersten Städte für individuelle Mobilität in Deutschland. Das Gericht stellt die Mindestentgelte nicht grundsätzlich infrage – wohl aber die konkrete Umsetzung. Ähnliche Regelungen in Städten wie Essen wurden nach vergleichbaren Gerichtsentscheidungen bereits ausgesetzt.

Anzeige

Nicht nur Mindestpreise, sondern auch die korrekte Erfassung von Überstunden und Pausen stellen Unternehmen vor wachsende bürokratische Hürden. Sichern Sie sich den kostenlosen Leitfaden, um Bußgelder zu vermeiden und die aktuellen Anforderungen des EuGH-Urteils rechtssicher zu erfüllen. Kostenlosen Leitfaden zur Arbeitszeiterfassung herunterladen

Hinzu kommen steigende Lohnkosten. Ein EuGH-Urteil vom Oktober 2025 legte fest: Fahrzeiten im Firmenfahrzeug zu wechselnden Einsatzorten gelten als Arbeitszeit. Der Mindestlohn stieg im Januar 2026 auf 13,90 Euro. Experten rechnen mit monatlichen Mehrkosten von mehreren hundert Euro pro Beschäftigtem – sofern die Vergütung bisher nur für die Zeit am Einsatzort gezahlt wurde.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wirtschaft | 69881249 |