Mietwucher-App: 11.157 Verdachtsmeldungen, Mieten im Schnitt 66 Prozent zu hoch
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 10:53 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie im November 2024 gestartete sogenannte Mietwucher-App der Linksfraktion im Bundestag verzeichnet nach zwei Jahren mehr als 11.000 Meldungen von Haushalten, die den Behörden mutmaßlich überhöhte Mietpreise angezeigt haben. Zugleich wird das digitale Angebot ausgeweitet: Nachdem das Programm bislang in 39 Städten zur Verfügung stand, kommt nun Bremen als weitere Kommune hinzu.
Insgesamt wurde das Online-Werkzeug über einen Zeitraum von zwei Jahren mehr als 333.000 Mal aufgerufen beziehungsweise genutzt. Nach Angaben der Fraktion stuften die Prüfungen in 215.941 Fällen – und damit bei fast zwei Dritteln der Eingaben – die veranschlagte Miete als überhöht ein.
Durchschnittliche Überschreitung bei 66 Prozent
Aus den Eingaben resultierten bislang 11.157 konkrete Verdachtsmeldungen, die an die zuständigen Ämter weitergeleitet wurden. Den Auswertungen der Linksfraktion zufolge liegt die durchschnittliche Überschreitung der zulässigen Miete in diesen gemeldeten Fällen bei 66 Prozent. Auf Basis der Berechnungen der Fraktion müssten die Mietzahlungen für die betroffenen Haushalte um durchschnittlich mehr als 250 Euro pro Monat reduziert werden.
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Die Initiative zielt darauf ab, Mietpreisüberhöhungen und Verstöße gegen gesetzliche Vorgaben systematisch zu erfassen und die Durchsetzung bestehender Regelungen über die zuständigen Kommunalbehörden anzustoßen.
Schwerpunkte in Berlin und Frankfurt am Main
Ein deutlicher Schwerpunkt der Nutzung zeigt sich in der Bundeshauptstadt. Für Berlin verzeichnet die Statistik 123.698 Eingaben über die Anwendung sowie 5.083 Behördenmeldungen.
Auf bezirklicher Ebene führen die Verfahren teils bereits zu finanziellen Sanktionen gegen Vermieter. Im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg wurden in diesem Zusammenhang Bußgelder in Höhe von 81.600 Euro festgesetzt, von denen bisher 27.500 Euro gezahlt worden sind.
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Auch in anderen Ballungsräumen greifen Verwaltungen auf bestehende Instrumente gegen überhöhte Mieten zurück. In Frankfurt am Main wurden seit 2020 mehr als tausend entsprechende Verfahren geführt. Dabei kam es zu Rückzahlungen in Höhe von insgesamt 330.330 Euro. Zuletzt flossen in der hessischen Metropole rund 26.700 Euro an eine betroffene Wohngemeinschaft zurück.
