Mietwucher-App, Mieten

Mietwucher-App: 215.941 Mieten als überhöht eingestuft, im Schnitt 66 Prozent

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 06:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Linksfraktion meldet zahlreiche Verdachtsfälle und beziffert mögliche Mietsenkungen auf durchschnittlich mehr als 250 Euro monatlich.
Dichte Wohnbebauung in einem Berliner Stadtviertel mit historischen Fassaden in der Abendsonne. Illustration mit AI erstellt.

Die Linksfraktion im Bundestag hat eine Zwischenbilanz zu ihrer sogenannten Mietwucher-App vorgelegt. Innerhalb von zwei Jahren haben 11.157 Mieterinnen und Mieter Verdachtsmeldungen über das digitale Angebot an die zuständigen Ämter weitergeleitet, wie Medien am 02.11.2026 übereinstimmend berichteten.

Das Tool ermöglicht es Nutzern zu prüfen, ob die verlangte Miete die gesetzlich zulässigen Grenzen überschreitet, und im Verdachtsfall direkt die Behörden einzuschalten.

Nach Auswertung der Linksfraktion wurden insgesamt 215.941 Mieten über die Anwendung als überhöht eingestuft. Das entspricht fast zwei Dritteln aller über die Plattform geprüften Mietverhältnisse.

Die festgestellte durchschnittliche Überschreitung bei diesen als überhöht bewerteten Mieten liegt den Angaben zufolge bei 66 Prozent. Den Berechnungen der Fraktion nach ließen sich die monatlichen Kosten für betroffene Mieter im Schnitt um mehr als 250 Euro senken.

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Regionale Schwerpunkte in Berlin und Frankfurt am Main

Besonders intensiv wird das digitale Angebot in der Bundeshauptstadt genutzt. Für Berlin verzeichnet die Linksfraktion 123.698 Eingaben in der App. In 5.083 Fällen schalteten Nutzer im Anschluss die zuständigen Behörden ein.

Am Beispiel des Berliner Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg zeigen die Zahlen der Fraktion auch konkrete behördliche Maßnahmen: Dort seien bislang Bußgelder in Höhe von 81.600 Euro festgesetzt worden, wovon 27.500 Euro bereits gezahlt wurden.

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Besonders konsequent agieren die Behörden nach Darstellung der Linksfraktion in Hessen. Das Wohnungsamt in Frankfurt am Main verfolge mutmaßliche Fälle von Mietwucher am strengsten. Seit dem Jahr 2020 habe es dort mehr als 1.000 Verfahren gegeben. In der Folge seien Rückzahlungen in Höhe von 330.330 Euro erwirkt worden. Zuletzt habe eine Wohngemeinschaft rund 26.700 Euro an zu viel gezahlter Miete zurückerhalten.

Die Abgeordnete der Linksfraktion, Caren Lay, erklärte anlässlich der Zwischenbilanz, dass bundesweit Millionen Euro an illegal überhöhten Mieten geflossen seien. Vor diesem Hintergrund forderte Lay Unterstützung für die Städte und Gemeinden ein: Die Bundesregierung müsse die Kommunen bei der Verfolgung und Ahndung von Mietwucher wirksam unterstützen, um geltendes Recht flächendeckend durchzusetzen.

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