Minijob-Streit, Söder

Minijob-Streit: Söder gegen Regierungskommission und SozialverbÀnde

Veröffentlicht am: 12.07.2026 um 05:50 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Markus Söder spricht sich gegen die Abschaffung von Minijobs aus und stellt sich damit gegen die Regierungskommission.

CSU-Chef Söder verteidigt Minijobs gegen ReformplÀne
Nahaufnahme von Euro-MĂŒnzen und -Scheinen mit verschwommenen Silhouetten von Arbeitern im Hintergrund, die wirtschaftliche Debatten symbolisieren. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Der CSU-Chef sprach sich am Samstag klar fĂŒr den Erhalt der geringfĂŒgigen BeschĂ€ftigung aus – und stellte sich damit gegen die eigene Regierungskommission.

In einem GesprĂ€ch mit der Augsburger Allgemeinen warnte Söder vor den Folgen einer Abschaffung. „Die Minijobs mĂŒssen bestehen bleiben", sagte er. Besonders die Gastronomie, der Einzelhandel und die Landwirtschaft wĂ€ren von einer Streichung schwer getroffen.

Wirtschaft schlÀgt Alarm

Die Branchen haben bereits reagiert. Mehrere VerbĂ€nde – darunter der Handelsverband, der Hotel- und GaststĂ€ttenverband sowie Vertreter der Land- und Forstwirtschaft – wandten sich in einem Brandbrief an Arbeitsministerin Bas und Gesundheitsministerin Warken.

Ihre Botschaft: Viele Betriebe sind auf die FlexibilitĂ€t der Minijobs angewiesen. Die aktuelle Verdienstgrenze liegt bei 603 Euro. Söder griff die Warnungen auf und nannte PlĂ€ne zur Streichung des Modells schlicht „falsch".

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Alternativen statt Abschaffung

Statt die Minijobs zu reformieren, schlĂ€gt der CSU-Chef einen anderen Weg vor. Seine zentralen Punkte: die Rente mit 63 abschaffen und in eine kapitalgedeckte Altersvorsorge einsteigen. Nur so lasse sich die finanzielle StabilitĂ€t der Rentenversicherung sichern – angesichts des demografischen Wandels.

Die Bundesregierung will bis Ende 2026 eine umfassende Reform beschließen. Eine Regierungskommission empfiehlt, den Sonderstatus der Minijobs aufzuheben und sie voll in die Rentenversicherung einzubeziehen.

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Scharfe Kritik von SozialverbÀnden

Die Position Söders sorgt fĂŒr Gegenwind. Die Vorstandsvorsitzende des Sozialverbands Deutschland (SoVD) bezeichnete die Aussagen als rĂŒckwĂ€rtsgewandt. Aus Sicht des Verbandes mĂŒssten Minijobs voll rentenversicherungspflichtig werden – sonst drohe den BeschĂ€ftigten im Alter die Armut.

Die Rentenkommission stĂŒtzt diese Linie. Damit stehen Union und Expertenkommission in direktem Gegensatz. Auf der einen Seite: soziale Absicherung fĂŒr Arbeitnehmer. Auf der anderen: wirtschaftliche FlexibilitĂ€t fĂŒr Betriebe. Eine Entscheidung zeichnet sich noch in diesem Jahr ab.

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