Post-VorstÀndin nimmt Zusteller in Schutz

16.09.2025 - 07:01:46 | dts-nachrichtenagentur.de

Mit Blick auf die hohe Zahl der Beschwerden ĂŒber die Deutsche Post bei der Bundesnetzagentur hat DHL-VorstĂ€ndin Nikola Hagleitner ihre Zusteller in Schutz genommen.

Deutsche Post E-Bike (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Deutsche Post E-Bike (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Wir sind sehr leistungsfÀhig", sagte Hagleitner den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Ja, es wackelt hier und da mal. Es ist Àrgerlich, wenn die Post in EinzelfÀllen mal ein paar Tage nicht kommt, aber das sind keine systemischen Probleme." Jede Beschwerde sei aber eine zu viel, so Hagleitner weiter.

"Aber bei 50 Millionen Sendungen am Tag, einem digitalisierungsbedingt enormen betrieblichen Umbau und 116.000 Zustellern bleiben Probleme nicht aus", sagte sie und verwies in dem Zusammenhang auf die in diesem Jahr umgestellten Brieflaufzeiten. Seit Jahresbeginn hat die Post mehr Zeit, Briefe zuzustellen. Anstatt der bisherigen Frist von einem Werktag fĂŒr 80 Prozent der Briefe gilt nun, dass 95 Prozent der Sendungen spĂ€testens am dritten Werktag nach dem Einwurf zugestellt sein mĂŒssen und 99 Prozent am vierten Werktag. "Bei einigen BĂŒrgern entsteht vielleicht das GefĂŒhl, dass sie auf einmal ein ganzes BĂŒndel im Briefkasten haben, wenn die Briefe erst nach drei Tagen kommen. Und dann gibt es Beschwerden", sagte die KonzernvorstĂ€ndin, die seit 2022 den GeschĂ€ftsbereich Post & Paket in Deutschland verantwortet. Mit Blick auf die höhere Zahl der Beschwerden bezeichnete Hagleitner die lĂ€ngere Brieflaufzeiten als einen Faktor. "Sie wurden an die realen BedĂŒrfnisse der Menschen angepasst: weniger EilbedĂŒrftigkeit, dafĂŒr hohe ZuverlĂ€ssigkeit. Dennoch hat es zu Verunsicherung gefĂŒhrt", erklĂ€rte sie. Gleichzeitig rĂ€umte Hagleitner auch Probleme des Konzerns bei der Zustellung ein. Sie verwies auf Herausforderungen in diesem Sommer und auch auf PersonalengpĂ€sse. "Die Hitzewelle traf uns - und zudem gab es ein rasantes, unvorhergesehenes Paketwachstum im zweistelligen Prozentbereich - selbst Briefe wurden mehr, was eigentlich nicht mehr vorkommt. Dieser Umstand ist auf einen angepassten, niedrigen Personalkörper getroffen", so Hagleitner. Der VorstĂ€ndin zufolge habe das Unternehmen zu Jahresbeginn Personal reduzieren mĂŒssen, um auf zurĂŒckgegangene Sendungsmengen zu reagieren. "Das war alternativlos, um wirtschaftlich tragfĂ€hig zu bleiben und unsere InvestitionsfĂ€higkeit zu erhalten. Daher sind wir lokal ins Schwanken gekommen. Aber wir haben reagiert und neues Personal eingestellt. Jetzt sind wir wieder stabil", sagte sie. Gleichzeitig verwies sie auf die neue KomplexitĂ€t des ZustellgeschĂ€fts. "Der E-Commerce entwickelt sich im Eiltempo weiter und testet stetig neue Aktionswochen, die dann zum Teil stark boomen. Es wird immer schwieriger, sich darauf einzustellen. Es gibt zudem Briefwettbewerber, die bei uns einliefern, wenn sie ins Schwimmen kommen", sagte Hagleitner weiter.

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