Fehlt Sport beim Sondervermögen? Kritik der LÀnderminister
19.06.2025 - 10:43:36 | dpa.deDie Sportinfrastruktur finde in den EntwĂŒrfen keinerlei ErwĂ€hnung, schreibt die Vorsitzende der Sportministerkonferenz, Theresa Schopper (GrĂŒne) aus Baden-WĂŒrttemberg, in einem Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).
Die Bundesregierung will mit einem schuldenfinanzierten Sondervermögen die Möglichkeit schaffen, abseits von der Schuldenbremse Kredite ĂŒber 500 Milliarden Euro aufzunehmen. 100 Milliarden davon sind fĂŒr den Klimaschutz eingeplant, weitere 100 Milliarden fĂŒr Infrastrukturinvestitionen der LĂ€nder.
"Ohne eine entsprechende Beteiligung des Sports am Sondervermögen wird es LĂ€ndern und Kommunen alleine nicht möglich sein, die notwendige ErtĂŒchtigung unserer SportstĂ€tten voranzutreiben und ein spĂŒrbarer RĂŒckgang an Sportangeboten in unserem Land ist zu befĂŒrchten", warnt Schopper in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart vorliegt. Die Fachministerinnen und -minister bitten eindringlich, die PlĂ€ne zu ergĂ€nzen.
Moderne Sportanlagen zur Reduktion von CO2-Emissionen
Schopper argumentiert, dass der Sport viele Millionen Menschen in Deutschland erreiche und enorme BeitrĂ€ge zum körperlichen Wohlbefinden sowie zum sozialen Zusammenhalt leiste. Doch gebe es bei Sporthallen hohen Investitionsbedarf, gerade in Hinblick auf den energetischen Zustand: "Mit einer flĂ€chendeckenden SportstĂ€ttensanierung besteht zudem die groĂe Chance, auch die Klimaziele entscheidend voranzutreiben."
GemÀà den EntwĂŒrfen könnten VereinssportstĂ€tten gröĂtenteils nicht gefördert werden, heiĂt es in dem Brief, der auch an Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) und die Staatsministerin fĂŒr Sport und Ehrenamt, Christiane Schenderlein (CDU), geht. Ebenso bleibe unklar, ob dringend benötigte Investitionen des Bundes in die Spitzensportinfrastruktur getĂ€tigt werden könnten.
LĂ€nderminister sehen Schlechterstellung
Die Ausklammerung des Sports hĂ€tte zudem erhebliche negative Auswirkungen auf das laufende Bewerbungsverfahren Deutschlands fĂŒr Olympische und Paralympische Spiele, schreibt Schopper weiter. Es gehe dabei vor allem um die mit den Spielen verbundenen nachhaltigen Investitionen in die Breitensport- und Leistungssportinfrastruktur.
Vor kurzem hatte auch der Deutsche Olympischen Sportbund (DOSB) die PlÀne kritisiert. Es gebe einen Investitionsstau von mindestens 31 Milliarden Euro bei den SportstÀtten in Deutschland, sagte Verbandschef Thomas Weikert.
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