Emotionale Schlussworte im Betrugsprozess zur DieselaffÀre
16.05.2025 - 14:29:16 | dpa.deZum Ende des Betrugsprozesses zur VW-DieselaffĂ€re haben die vier Angeklagten sehr persönliche Worte gesprochen. Alle machten deutlich, dass sie die Sichtweise der Strafverfolger nicht teilen und die Ermittlungen gegen sie ihr Leben seit nahezu zehn Jahren prĂ€gen. In teils emotionalen BeitrĂ€gen betonten sie, wie krĂ€ftezehrend und ermĂŒdend sie den fast vier Jahre langen Prozess vor dem Landgericht Braunschweig empfanden.Â
GefÀngnisstrafen gefordert
Aus Sicht der Staatsanwaltschaft sind die vier frĂŒheren Manager und Ingenieure des Wolfsburger Autobauers in dem seit September 2021 andauernden Prozess des Betrugs ĂŒberfĂŒhrt. FĂŒr drei der vier Angeklagten reicht nach Ăberzeugung der Strafverfolger BewĂ€hrung nicht aus. FĂŒr sie beantragte die Staatsanwaltschaft zwischen drei und vier Jahren GefĂ€ngnis. Die Verteidigung dagegen plĂ€dierte auf drei FreisprĂŒche und eine Verwarnung. Das Urteil im Prozess könnte nach der Planung am Montag, dem 26. Mai, fallen.
Die von einer Haft bedrohten MĂ€nner machten am Freitag deutlich, dass sie das geforderte StrafmaĂ zehn Jahre nach dem Auffliegen des Skandals fassungslos mache. Sie beschrieben aber auch die PlĂ€doyers fĂŒr die anderen Angeklagten unter anderem als «irritierend und erschreckend». Zur entscheidenden Frage, wer wann was wusste, blieb der Prozess vor der Wirtschaftsstrafkammer von Beginn an geprĂ€gt von der Tatsache: Es steht Aussage gegen Aussage.Â
Ingenieure, die die Abschalteinrichtung vorgeschlagen haben sollen, sagen sinngemĂ€Ă: Wir haben Bedenken geĂ€uĂert und vor Konsequenzen gewarnt. Die Vorgesetzten entgegnen: Es sei ĂŒber Probleme gesprochen worden, nie aber ĂŒber ungesetzliches Handeln.Â
Angeklagte sehen sich als Bauernopfer
Im September 2015 war in den USA bekanntgeworden, dass VW in groĂem MaĂstab ein TĂ€uschungsprogramm eingesetzt hatte, das Abgastests erkannte und nur dann die volle Reinigung der Emissionen aktivierte. Die vier Angeklagten in dem Braunschweiger Verfahren wehren sich im Wesentlichen gegen VorwĂŒrfe und sehen sich eher als Bauernopfer.Â
Von Beginn wurde die Verhandlung von der Kritik begleitet, dass mit Ex-Vorstandschef Martin Winterkorn eine SchlĂŒsselfigur fehlt. Der Komplex gegen 77-JĂ€hrigen war aus gesundheitlichen GrĂŒnden abgetrennt worden.
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