Mitbestimmung, Reformpaket

Mitbestimmung: Reformpaket und KI-Vorgaben stellen BetriebsrÀte vor neue Anforderungen

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 21:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bundesregierung reformiert Mitbestimmungsrecht und BetriebsrÀte stehen vor neuen Herausforderungen durch EU-KI-Gesetz.

Arbeitsrecht 2026: Neue Mitbestimmungsregeln und KI-Vorgaben
Moderne BĂŒroatmosphĂ€re mit digitalem Tablet und Datenvisualisierungen zur Darstellung von KI-Kompetenz und Mitbestimmung. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die Bundesregierung weitet die betriebliche Mitbestimmung im Sommer 2026 massiv aus. Ein Reformpaket und neue EU-Vorgaben zur KĂŒnstlichen Intelligenz stellen Personal- und BetriebsrĂ€te vor völlig neue Anforderungen.

Reformpaket verÀndert Arbeitsrecht

Anfang Juli prĂ€sentierten CDU/CSU und SPD ihr „Programm fĂŒr Aufschwung und BeschĂ€ftigung“. Die PlĂ€ne enthalten weitreichende Änderungen im Arbeitsrecht – mit direkten Folgen fĂŒr die Interessenvertretungen.

So soll die sachgrundlose Befristung auf bis zu 48 Monate ausgeweitet werden – zunĂ€chst befristet bis zum 31. Dezember 2030. Zudem fĂ€llt zum 1. Januar 2027 das Schriftformerfordernis bei Befristungen weg.

Besonders relevant fĂŒr BetriebsrĂ€te: Die Bundesregierung will die KI-Mitbestimmung beschleunigen. Auch die Nutzung von Vorrats-SE-Gesellschaften soll unterbunden werden, was die Unternehmensmitbestimmung betrifft.

Weitere Punkte des Pakets: die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung, eine Nachweispflicht fĂŒr ArbeitsunfĂ€higkeit ab dem ersten Tag sowie steuerliche VergĂŒnstigungen fĂŒr Abfindungen bei schnellen Jobwechseln. FĂŒr Gutverdiener ab 177.450 Euro Jahresgehalt ist ein erweiterter Auflösungsanspruch im KĂŒndigungsrecht geplant.

EU AI Act: Neue Pflichten ab August

Doch nicht nur nationale Reformen fordern die Gremien. Der EU AI Act verlangt bereits seit Februar 2025 KI-Kompetenz von BetriebsrÀten. Ab August kommen weitere Vorgaben hinzu.

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Branchenexperten rechnen damit, dass sich bis 2030 ein erheblicher Teil der Kernkompetenzen am Arbeitsmarkt verÀndern wird.

Das Bundesfamilienministerium hat am 22. Juli die Förderrichtlinie „Digitale Kompetenzen geringqualifizierter BeschĂ€ftigter im Arbeitsprozess stĂ€rken“ (DiKAp) veröffentlicht. Unternehmen und BildungstrĂ€ger können bis zum 30. September Projektskizzen einreichen.

Zur UnterstĂŒtzung erschien heute eine neue FachbroschĂŒre. Sie liefert Methoden zur Analyse von Mensch, Technik und Organisation fĂŒr ein soziotechnisches Lastenheft bei KI-Projekten.

Aktuelle Verfahren und Schulungsbedarf

Ein Fall vor dem Arbeitsgericht Ravensburg zeigt, wie konfliktreich die Mitbestimmung derzeit ist. Am 28. Juli findet dort eine Anhörung im Amtsenthebungsverfahren gegen den ZF-Gesamtbetriebsratschef Achim Dietrich statt. VorwĂŒrfe: Blockadehaltung und Betriebsratsmissbrauch im Zusammenhang mit geplanten Streichungen ĂŒbertariflicher Zulagen zur Jahresmitte 2027.

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Auch das Bundesarbeitsgericht wird wichtige Entscheidungen treffen. Am 5. August geht es um die Weiterleitung von Krankmeldungen durch die Schwerbehindertenvertretung und um Betriebsversammlungen wÀhrend der Arbeitszeit.

In der Praxis gewinnen spezialisierte Schulungen an Bedeutung. Das Kunststoff-Zentrum SKZ wurde heute erneut nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) zertifiziert – Voraussetzung fĂŒr förderfĂ€hige Weiterbildungen.

FĂŒr September sind neue Schulungen zu den Pflichten nach dem NIS-2-Umsetzungsgesetz geplant. Sie thematisieren Haftungsrisiken und Meldepflichten im IT-Sicherheitsbereich.

Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit bietet ab September zudem kombinierte Online- und PrĂ€senzseminare zur Elektrofachkraft fĂŒr festgelegte TĂ€tigkeiten an. Der Bedarf an qualifiziertem Personal in technischen Bereichen steigt kontinuierlich.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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