Mobbing-Prävention: DGUV stellt Vier-Phasen-Modell für Führungskräfte vor
11.06.2026 - 15:52:41 | boerse-global.de
Ziel ist es, Mobbing am Arbeitsplatz systematisch zu bekämpfen. Konflikte in Unternehmen führen vermehrt zu Fehlzeiten und Kündigungen – deshalb rücken präventive Maßnahmen und die psychische Gefährdungsbeurteilung stärker in den Fokus.
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Prävention durch klare Regeln
Die am heutigen Donnerstag veröffentlichten Empfehlungen setzen auf ein strukturiertes Vorgehen. Kernstück ist ein Vier-Phasen-Modell, das Führungskräften Orientierung im Umgang mit Konflikten geben soll. Grundvoraussetzung für ein gesundes Arbeitsumfeld seien klare interne Regeln und eine konsequente Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen.
Unterstützung bieten digitale Hilfsmittel. Das Online-Tool „PsyGesund“ des Gemeinde-Unfallversicherungsverbands Hannover hilft Betrieben, Belastungen systematisch zu erfassen. Ergänzend widmen sich Fachpublikationen dem Konfliktmanagement und der Vermeidung von Hitzeerschöpfung als zusätzlichem Stressfaktor.
Führung entscheidet über Mitarbeiterbindung
Aktuelle Analysen vom gestrigen Mittwoch zeigen: Toxisches Führungsverhalten ist einer der Hauptgründe für Kündigungen. Schlechtes Management gefährdet nicht nur Motivation und Bindung der Beschäftigten, sondern bedroht langfristig den gesamten Unternehmenserfolg.
Der entscheidende Faktor für die psychische Gesundheit und Bindung Ihres Teams ist oft die Qualität der Führung. Ein kostenloser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie durch psychologische Sicherheit und echtes Vertrauen ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem Burnout keine Chance hat. Gratis-E-Book: Psychologische Grundlagen wirksamer Führung
Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2025 in der Fachzeitschrift Current Psychology untermauert das. Sie wertete Daten von über 10.000 Beschäftigten aus 25 Studien aus. Ergebnis: Eine transformationale Führung senkt das Burnout-Risiko signifikant. Längsschnittdaten zeigen zudem, dass das Verhalten von Vorgesetzten Burnout-Symptome bereits Monate im Voraus vorhersagen kann.
Körperliche Übergriffe nehmen zu
Die Dringlichkeit besserer Schutzkonzepte belegen Berichte aus der Kulturbranche. Die Beratungsstelle Themis registrierte für 2025 eine besorgniserregende Entwicklung: 68 Fälle von körperlicher Belästigung oder schweren Übergriffen – erstmals mehr als die 37 gemeldeten verbalen Übergriffe. 2024 war das Verhältnis mit 68 verbalen zu 61 körperlichen Vorfällen noch ausgeglichen.
Im ersten Quartal 2026 setzt sich der Trend fort: Bereits 20 gemeldete körperliche Übergriffe. Die Verantwortlichen von Themis, darunter Präsidentin Zöllner und die geschäftsführende Vorständin Lansink, sehen darin ein Spiegelbild einer gesamtgesellschaftlichen Entwicklung. Ein verschärftes Klima und bestehende Machtstrukturen würden Übergriffe in der Arbeitswelt begünstigen.
Reformdruck aus Brüssel
Parallel zu den Präventionsbemühungen steht Deutschland unter politischem Druck. Die Frist zur Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie lief am 7. Juni ab – ohne dass ein nationales Gesetz verabschiedet wurde. Während der öffentliche Dienst bereits ein direktes Auskunftsrecht über Gehaltsstrukturen ableiten kann, warten private Unternehmen noch auf rechtssichere Vorgaben.
Bundeskanzler Merz forderte heute in einer Regierungserklärung umfassende Reformbereitschaft für den Arbeitsmarkt. Bei einem Spitzentreffen im Kanzleramt verständigten sich Koalition und Sozialpartner auf zentrale Herausforderungen wie Bürokratieabbau und demografischen Wandel. Bei konkreten Lösungen blieben sie vorerst uneinig. Weitere Reformvorschläge, unter anderem zur Arbeitszeitgestaltung, werden bis zur Sommerpause im Juli erwartet.
