Mutterschaftsurlaub, Vietnam

Mutterschaftsurlaub Vietnam: Sieben Monate bei zweitem Kind

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 15:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Vietnam konkretisiert Mutterschaftsurlaub für zweites Kind: Sieben Monate für Mütter, zehn Tage für Väter bei vollem Gehalt.

Vietnam: Neue Mutterschutzregeln für zweites Kind veröffentlicht
Eine junge vietnamesische Familie in einem modernen Wohnumfeld, die Stabilität und Work-Life-Balance symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In Vietnam wurden am 26. Juli 2026 die neuen regulatorischen Voraussetzungen für den Mutterschaftsurlaub im Falle der Geburt eines zweiten Kindes veröffentlicht. Die Bekanntgabe konkretisiert die praktischen Anforderungen an Arbeitnehmer und Unternehmen, nachdem bereits seit Anfang des Monats angepasste gesetzliche Rahmenbedingungen gelten. Ziel der Maßnahmen ist eine verbesserte Unterstützung von Familien im Rahmen der nationalen Bevölkerungsstrategie.

Erweiterte Urlaubszeiten für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Die Neuregelungen sehen eine deutliche Ausweitung der Freistellungszeiten vor. Arbeitnehmerinnen, die ihr zweites Kind zur Welt bringen, haben demnach Anspruch auf einen siebenmonatigen Mutterschaftsurlaub. Voraussetzung für diese Dauer ist, dass zum Zeitpunkt der Geburt bereits ein lebendes Kind vorhanden ist. Mit dieser Regelung geht der Gesetzgeber über die üblichen Standards hinaus, um die besondere Belastung bei der Erweiterung der Familie zu berücksichtigen.

Auch für männliche Arbeitnehmer wurden klare Vorgaben definiert. Im Falle der Geburt eines zweiten Kindes steht den Vätern ein Mutterschaftsurlaub von zehn Arbeitstagen zu. Diese Regelung soll es männlichen Beschäftigten ermöglichen, ihre Partnerinnen in der ersten Phase nach der Geburt unmittelbar zu unterstützen.

Finanzielle Absicherung und Leistungen der Sozialversicherung

Die finanzielle Kompensation während der Freistellung ist detailliert geregelt, um Einkommensverluste für die Familien zu minimieren. Das Mutterschaftsgeld beträgt laut den Vorgaben 100 Prozent des Durchschnittsgehalts der letzten sechs Monate vor dem Urlaubsantritt. Damit wird sichergestellt, dass der Lebensstandard der Versicherten während der Auszeit gewahrt bleibt.

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Zusätzlich zur Fortzahlung des Gehalts sieht die Regelung eine einmalige Zulage vor. Diese finanzielle Unterstützung beläuft sich auf den zweifachen Wert des aktuell geltenden Referenzsatzes. Die Auszahlung dieser Beträge erfolgt über das staatliche Sozialversicherungssystem, sofern die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind.

Rechtliche Grundlagen und administratives Verfahren

Die rechtliche Basis für diese Neuerungen bilden Artikel 14 Absatz a Nummer 1 des Bevölkerungsgesetzes 2025 sowie das ergänzende Dekret 168/2026/ND-CP. Diese Dokumente definieren den rechtlichen Rahmen für die seit dem 1. Juli 2026 gültigen Ansprüche.

Für die administrative Abwicklung sind die Arbeitgeber verantwortlich. Diese müssen den Antrag auf Mutterschaftsurlaub sowie die damit verbundenen Leistungen bei der zuständigen Sozialversicherungsbehörde einreichen. Je nach Status des Versicherungsverhältnisses sind unterschiedliche Antragsformulare zu verwenden:

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  • Aktiv versicherte Personen müssen das Formular 01B-HSB nutzen.
  • Für Arbeitnehmerinnen in einem ruhenden Versicherungsverhältnis ist das Formular 14-HSB vorgesehen.

Die Veröffentlichung dieser regulatorischen Details soll eine reibungslose Umsetzung der neuen gesetzlichen Standards in den vietnamesischen Unternehmen gewährleisten und Rechtssicherheit für die Versicherten schaffen. Die Sozialversicherungsbehörden wurden angewiesen, die Bearbeitung der Anträge gemäß den neuen Formularen zeitnah umzusetzen.

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