Raffinerie PCK bleibt von US-Ă–lsanktionen befreit
05.03.2026 - 18:18:20 | dpa.de
Die unter Treuhandverwaltung stehenden deutschen Tochtergesellschaften des russischen Unternehmens Rosneft bleiben dauerhaft von US-Ă–lsanktionen verschont. FĂĽr die Ă–lraffinerie PCK in Brandenburgs soll damit Planungssicherheit bestehen und die Versorgung mit Treibstoff fĂĽr den Nordosten Deutschlands gesichert sein.Â
Das US-Finanzministerium veröffentlichte eine entsprechende Regelung, nach der die Befreiung von den US-Sanktionen unbefristet verlängert ist und mit den Rosneft-Töchtern Geschäfte gemacht werden dĂĽrfen. Die Ausnahmegenehmigung war ursprĂĽnglich bis zum 29. April befristet.Â
Reiche: Wichtige Klarheit fĂĽr RaffinerieÂ
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sagte laut einer Mitteilung am Nachmittag: «FĂĽr die PCK-Raffinerie in Schwedt und die gesamte Region hat diese Klarheit eine herausragende Bedeutung. Der Standort ist industrieller Kern, Arbeitgeber fĂĽr tausende Menschen und ein zentraler Baustein fĂĽr die Energieversorgung in Ostdeutschland.» Die Entscheidung der US-Behörden sei ein starkes Signal fĂĽr den engen transatlantischen Schulterschluss in der Sanktionspolitik.Â
Rosneft Deutschland hält die Mehrheit an dem Unternehmen in Schwedt. Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine stellte der Bund die Rosneft-Töchter Rosneft Deutschland (RDG) und RN Refining & Marketing GmbH (RNRM) 2022 unter Treuhandverwaltung.Â
Bislang groĂźe Unsicherheit bei BeschäftigtenÂ
Die Sorge war groĂź, dass der Betrieb der PCK durch US-Sanktionen gefährdet wird und es zu Engpässen in der Kraftstoffversorgung in Berlin und mehreren Bundesländern kommt. Denn die Sanktionen verbieten laut US-Finanzministerium in der Praxis jede wirtschaftliche Interaktion mit Rosneft, Lukoil und ihren Tochterfirmen.Â
Der Bund habe intensive Gespräche mit Washington gefĂĽhrt, damit die Sanktionen die Raffinerien nicht treffen, hatte es stets geheiĂźen. Wirtschaftsministerin Reiche sprach nach der Entscheidung aus den USA von Planungssicherheit fĂĽr den Betrieb der PCK.Â
Dazu soll auch beitragen, dass der Bund nach einer neuen Regelung dauerhaft die Kontrolle ĂĽber Rosneft Deutschland ĂĽbernehmen darf. Bislang musste die Treuhandverwaltung durch die Bundesnetzagentur alle sechs Monate verlängert werden.Â
Ministerpräsident dankt Kanzler Merz fĂĽr gute NachrichtÂ
Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) nannte die Befreiung von den US-Sanktionen eine «gute Nachricht». Er sprach zudem von «direkten Gesprächen» des Bundeskanzlers und dankte auch Friedrich Merz (CDU). Der Kanzler war am Montag in die USA gereist und traf in Washington US-Präsident Donald Trump.Â
PCK verarbeitete frĂĽher nur russisches Ă–l aus der Pipeline Druschba. Wegen des Ukraine-Krieges entschied die Bundesregierung, ab 2023 auf russisches Pipeline-Ă–l zu verzichten, die Raffinerie stellte auf andere Quellen um.Â
Die Raffinerie versorgt Teile von Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Westpolen mit Sprit, Heizöl, Kerosin und anderen Produkten. Auch der Flughafen BER bekommt Kraftstoff von der PCK. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums vereint Rosneft Deutschland rund 13 Prozent der deutschen Erdölverarbeitungskapazität auf sich.
Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!
FĂĽr. Immer. Kostenlos.
