Deutschland, Konjunktur

Deutsche Wirtschaft mĂŒht sich aus der Flaute

19.12.2025 - 12:32:26 | dpa.de

Nach drei mageren Jahren sollte 2026 die Wende bringen. Der große Aufschwung lĂ€sst allerdings noch auf sich warten. Das hat verschiedene GrĂŒnde.

  • Viele Konsumenten halten sich weiterhin zurĂŒck. (Symbolbild) - Foto: Sebastian Kahnert/dpa
    Viele Konsumenten halten sich weiterhin zurĂŒck. (Symbolbild) - Foto: Sebastian Kahnert/dpa
  • Höhere Zölle belasten die Exporte, aber es ist Erholung in Sicht. (Symbolbild) - Foto: Oliver Berg/dpa
    Höhere Zölle belasten die Exporte, aber es ist Erholung in Sicht. (Symbolbild) - Foto: Oliver Berg/dpa
  • Die Bundesbank sieht fĂŒr 2026 erste Lichtblicke fĂŒr die deutsche Wirtschaft nach drei mageren Jahren. (Symbolbild) - Foto: Jens BĂŒttner/dpa
    Die Bundesbank sieht fĂŒr 2026 erste Lichtblicke fĂŒr die deutsche Wirtschaft nach drei mageren Jahren. (Symbolbild) - Foto: Jens BĂŒttner/dpa
Viele Konsumenten halten sich weiterhin zurĂŒck. (Symbolbild) - Foto: Sebastian Kahnert/dpa Höhere Zölle belasten die Exporte, aber es ist Erholung in Sicht. (Symbolbild) - Foto: Oliver Berg/dpa Die Bundesbank sieht fĂŒr 2026 erste Lichtblicke fĂŒr die deutsche Wirtschaft nach drei mageren Jahren. (Symbolbild) - Foto: Jens BĂŒttner/dpa

Kauflaune im Keller, trĂŒbe Arbeitsmarktaussichten und dennoch Hoffnung fĂŒr die deutsche Wirtschaft: Die Bundesbank erwartet, dass es nach drei mageren Jahren 2026 allmĂ€hlich aufwĂ€rtsgehen wird. Auch das Deutsche Institut fĂŒr Wirtschaftsforschung (DIW) prognostiziert: Europas grĂ¶ĂŸte Volkswirtschaft steht in den Startlöchern. Einen spĂŒrbaren Aufschwung erwarten viele Ökonomen allerdings erst ab 2027, wenn die staatlichen Milliarden fĂŒr Straßen, Schienen und Verteidigung volle Wirkung entfalten.

Nach drei Jahren Konjunkturflaute sagt die Bundesbank fĂŒr 2026 ein Wachstum von 0,6 Prozent voraus. Die Prognose ist etwas pessimistischer als im Juni: Vor sechs Monaten hatte die Bundesbank fĂŒr das nĂ€chste Jahr kalenderbereinigt 0,7 Prozent Plus beim realen Bruttoinlandsprodukt (BIP) vorhergesagt.

Auch einige andere Konjunkturprognosen wurden jĂŒngst nach unten geschraubt. BerĂŒcksichtigt man die zusĂ€tzlichen Arbeitstage in den kommenden beiden Jahren, da mehr Feiertage aufs Wochenende fallen, fĂ€llt die Bundesbank-Prognose etwas optimistischer aus. Das DIW kommt auf dieser Basis fĂŒr 2026 auf 1,3 Prozent Wachstum und fĂŒr 2027 auf 1,6 Prozent.

AllmÀhlicher Aufschwung

«Die deutsche Wirtschaft macht im Jahr 2026 wieder Fortschritte: zunĂ€chst noch verhalten, aber dann geht es langsam aufwĂ€rts», prognostiziert Bundesbank-PrĂ€sident Joachim Nagel. Das laufende Jahr dĂŒrfte mit einem Mini-Wachstum von 0,2 Prozent abgeschlossen werden.

FĂŒr das erste Vierteljahr 2026 rechnet die Bundesbank wie im Schlussquartal 2025 mit 0,1 Prozent Plus zum Vorquartal. «Ab dem zweiten Quartal 2026 verstĂ€rkt sich das Wirtschaftswachstum merklich, getragen vor allem von staatlichen Ausgaben und wieder anziehenden Exporten», sagt Nagel.

Doch höhere US-Zollschranken und die Auseinandersetzung um wichtige Rohstoffe mit China bleiben eine Belastung fĂŒr die Exportnation Deutschland. Das DIW erkennt noch keine nachhaltige Erholung der Privatwirtschaft: «Obwohl nach den Turbulenzen durch den Zollkonflikt wieder etwas Ruhe eingekehrt ist, werden sich die Exporte angesichts der anhaltend gedĂ€mpften Auslandsnachfrage – insbesondere aus den DrittlĂ€ndern – wohl weiter schwach entwickeln.»

Staatliche Milliarden als Konjunkturtreiber

2027 dĂŒrfte der Aufschwung deutlich an Fahrt gewinnen: Die Bundesbank erwartet dann preis- und kalenderbereinigt 1,3 Prozent Wirtschaftswachstum und damit 0,1 Prozentpunkte mehr als noch im Juni veranschlagt. 2028 sollte Europas grĂ¶ĂŸte Volkswirtschaft der Prognose zufolge um 1,1 Prozent zulegen.

FĂŒr zunehmend Auftrieb dĂŒrften staatliche Milliardenausgaben fĂŒr Infrastruktur wie Straßen und Schienen sowie Investitionen in Verteidigung sorgen. Allerdings ist das 500 Milliarden Euro schwere Schuldenpaket der Bundesregierung kein Allheilmittel, wie eine Umfrage des MĂŒnchner Ifo-Instituts einmal mehr belegt: Der monatlichen Erhebung unter mehreren tausend Unternehmen zufolge planen nahezu alle Industriezweige eine Fortsetzung des Stellenabbaus in den kommenden Monaten. «Die schwache Konjunktur bremst den Arbeitsmarkt weiter aus», ordnet Ifo-Umfrageleiter Klaus Wohlrabe ein.

Kommt der Konsum in Schwung?

Viele Menschen sorgen sich um ihr Einkommen und wollen verstĂ€rkt sparen, wie die NĂŒrnberger Forschungsinstitute GfK und NIM herausgefunden haben. Die Folge: Die Kauflaune in Deutschland sei zum Jahresende so schlecht wie seit Monaten nicht mehr.

Doch die Bundesbank sieht AufwĂ€rtspotenzial beim privaten Konsum, der eine wichtige StĂŒtze der Binnenkonjunktur ist: «KrĂ€ftig steigende Löhne und ein sich nach und nach verbessernder Arbeitsmarkt stĂŒtzen die realen Einkommen und damit den privaten Konsum.»

Teuerungsrate hĂ€lt sich hartnĂ€ckig ĂŒber Zwei-Prozent-Marke

Allerdings bleiben hohe Preise fĂŒrs tĂ€gliche Leben eine Belastung fĂŒr Verbraucherinnen und Verbraucher. «Der RĂŒckgang der Inflationsrate in Deutschland verlĂ€uft etwas zĂ€her als gedacht», sagt Bundesbank-PrĂ€sident Nagel. Wegen des Lohnwachstums und weniger stark fallenden Energiepreisen werde die Rate langsamer sinken als erwartet. 

Nach 2,3 Prozent Inflation im laufenden Jahr rechnet die Bundesbank 2026 mit einer nach europĂ€ischer Methode (HVPI) berechneten Rate von 2,2 Prozent. 2027 (2,1 Prozent) und 2028 (1,9 Prozent) wird in etwa das mittelfristige Ziel der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) erreicht, die die PreisstabilitĂ€t im Euroraum bei 2,0 Prozent gewahrt sieht. Je höher die Inflationsrate, umso geringer die Kaufkraft der Menschen, weil sie sich dann fĂŒr einen Euro weniger leisten können.

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