Mindestlohnerhöhung betraf fast fĂŒnf Millionen Jobs
22.01.2026 - 08:08:09 | dts-nachrichtenagentur.deDemnach lag knapp jedes achte BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnis (rund 12 Prozent) im April 2025 rechnerisch unterhalb des Mindestlohns von 13,90 Euro pro Stunde. Werden diese Jobs mit dem neuen Mindestlohn vergĂŒtet, ergibt sich fĂŒr die betroffenen BeschĂ€ftigten eine geschĂ€tzte Steigerung der Verdienstsumme um bis zu 6 Prozent beziehungsweise 275 Millionen Euro.
Bei der SchĂ€tzung wurde angenommen, dass alle betroffenen BeschĂ€ftigten mindestens den zuletzt gĂŒltigen Mindestlohn von 12,82 Euro erhalten hatten. Lohnsteigerungen nach April 2025 wurden nicht berĂŒcksichtigt. Bei gleichbleibender BeschĂ€ftigtenzahl und -struktur sind die Ergebnisse daher ĂŒberschĂ€tzt und somit als Obergrenzen zu verstehen.
Bei einer ersten SchÀtzung auf Basis der Verdiensterhebung von April 2024 ergab sich noch die Zahl von 6,6 Millionen Jobs, die von der Erhöhung betroffen gewesen wÀren. Dass diese Zahl nun nach den Ergebnissen von April 2025 niedriger liegt, lÀsst sich unter anderem dadurch erklÀren, dass in der Zwischenzeit Lohnerhöhungen stattgefunden haben.
Da Frauen hĂ€ufiger als MĂ€nner in gering bezahlten Jobs arbeiten, profitierten sie nach der SchĂ€tzung ĂŒberdurchschnittlich hĂ€ufig von der Mindestlohnerhöhung: In rund 14 Prozent der von Frauen ausgeĂŒbten Jobs erhöhte sich demnach der Stundenverdienst, bei MĂ€nnern waren es nur rund 11 Prozent. Auch bei den Branchen gab es Unterschiede: Besonders stark betroffen waren das Gastgewerbe mit 47 Prozent sowie die Branchen "Land- und Forstwirtschaft, Fischerei" mit 37 Prozent und "Kunst, Unterhaltung und Erholung" mit 33 Prozent aller Jobs. Am wenigsten betroffen war die Branche "Ăffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung" mit gut 1 Prozent. Regional zeigten sich ebenfalls Unterschiede: In Ostdeutschland lag der Anteil der betroffenen BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnisse mit rund 14 Prozent höher als in Westdeutschland mit rund 12 Prozent. Ăber alle BundeslĂ€nder hinweg wies Sachsen mit knapp 15 Prozent den höchsten Anteil an betroffenen Jobs auf, wĂ€hrend in Bayern mit 10 Prozent der geringste Anteil verzeichnet wurde.
Zum 1. Januar 2027 soll der Mindestlohn erneut steigen - auf 14,60 Euro pro Stunde. Auf Basis der Verdiensterhebung vom April 2025 werden geschĂ€tzt maximal 7 Millionen Jobs von der vorgesehenen Erhöhung betroffen sein. Dies entspricht rund 18 Prozent der BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnisse. Werden diese Jobs ab 1. Januar 2027 mit 14,60 Euro entlohnt, ergibt sich eine weitere Steigerung der geschĂ€tzten Verdienstsumme um rund 4 Prozent oder rund 315 Millionen Euro im Vergleich zum Zeitpunkt der ersten Erhöhungsstufe ab 1. Januar 2026. FĂŒr die Berechnung wurde angenommen, dass alle betroffenen BeschĂ€ftigten mindestens den ab 1. Januar 2026 gĂŒltigen Mindestlohn von 13,90 Euro erhalten. Auch bei dieser SchĂ€tzung wurden Lohnsteigerungen nach April 2025 nicht berĂŒcksichtigt. Somit sind auch diese Ergebnisse ĂŒberschĂ€tzt und als Obergrenzen zu verstehen, so die Statistiker.
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