Reiche will bei Gaskraftwerken auf Norden und Osten zugehen
06.07.2026 - 10:55:04 | dpa.de
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will im Streit um eine Benachteiligung des Nordens und Ostens beim Bau neuer Gaskraftwerke einlenken. Bei den GesetzesplĂ€nen zur Sicherung der Stromversorgung zeichnet sich ab, dass der sogenannte SĂŒdbonus fĂŒr sĂŒdlichere BundeslĂ€nder nicht mehr in der bisherigen Form gelten soll. Geplant sind Verbesserungen zugunsten von Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und ThĂŒringen. Darauf deutet ein Ănderungsantrag der schwarz-roten Koalition hin, welcher der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor berichtete die «MĂ€rkische Allgemeine».
«SĂŒdbonus» soll nicht gleich greifen
Bisher sollten bis zu zwei Drittel der ausgeschriebenen Kraftwerks-KapazitĂ€ten vorrangig in den «netztechnischen SĂŒden» gehen. Dies umfasst die BundeslĂ€nder Baden-WĂŒrttemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland. Nach dem neuen Vorschlag soll der SĂŒdbonus erst greifen, wenn ein Drittel der ZuschlĂ€ge in den Norden und Osten gegangen sind.
Die Energieunternehmen Leag in Brandenburg und Mibrag in Sachsen und Sachsen-Anhalt und die Industriegewerkschaft BCE hatten die Bundesregierung aufgefordert, den Gesetzentwurf nachzubessern. Der Bundesrat hatte im Juni einem Ănderungsvorschlag von Sachsen mit Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt zugestimmt. Neue Gaskraftwerke sollen im Zuge des bis 2038 geplanten schrittweisen Kohleausstiegs die Versorgungssicherheit mit Strom gewĂ€hrleisten und kĂŒnftig als eine Art Reserve einspringen.
