ROUNDUP, Verhandlungen

NĂ€chste Woche Verhandlungen mit Ukraine und Russland

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 15:34 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
KIEW/WASHINGTON - Trotz tödlicher Angriffe und gegenseitiger Cyberattacken könnte es im zÀhen Ringen um ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine bald wieder etwas Bewegung geben.

(Neu: Wochentag des Treffens in BrĂŒssel ergĂ€nzt)

KIEW/WASHINGTON (dpa-AFX) - Trotz tödlicher Angriffe und gegenseitiger Cyberattacken könnte es im zĂ€hen Ringen um ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine bald wieder etwas Bewegung geben. Vertreter aus Kiew, Moskau und Washington sollen sich kommende Woche fĂŒr zweitĂ€gige Verhandlungen in Abu Dhabi treffen, wie der US-Sondergesandte Steve Witkoff auf der Plattform X mitteilte.

"Die GesprĂ€che werden sich um Sicherheitsvereinbarungen fĂŒr die Zeit nach dem Krieg, Deeskalation, humanitĂ€re Hilfsmaßnahmen und die nĂ€chsten Schritte auf dem Weg zum Frieden drehen", erklĂ€rte Witkoff. Die Verhandlungen auf Arbeitsebene sollen nĂ€chste Woche Dienstag und Mittwoch in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate stattfinden. In dem Format hatte es zuletzt im Februar in Genf Verhandlungen gegeben, davor zweimal in Abu Dhabi.

Kremlsprecher Dmitri Peskow bestĂ€tigte der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge, dass eine russische Delegation teilnehme. Das Moskauer Team leitet demnach wie schon bei frĂŒheren GesprĂ€chen Ex-Kulturminister Wladimir Medinski.

Vor dem neuen Treffen sollen US-Gesandte an diesem Mittwoch in BrĂŒssel mit Vertretern europĂ€ischer Staaten, der Nato und der EU zusammenkommen. Dabei soll es Witkoff zufolge um die Themen Sicherheitsgarantien fĂŒr die Ukraine, Europas Sicherheitsordnung nach dem Krieg sowie um den Wiederaufbau gehen.

Nato-Sprecherin Allison Hart bestĂ€tigte, dass sich Nato-Vertreter diese Woche in BrĂŒssel mit Vertretern aus Frankreich, Deutschland, Großbritannien und den USA trĂ€fen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Die EU-Kommission richtet das Treffen nach eigenen Angaben aus.

Mindestens 26 Tote bei Luftangriff nahe Saporischschja

Die gegenseitigen Angriffe dauerten unterdessen weiter an. Russland beschoss in der Nacht zum Dienstag die Ukraine massiv mit Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen. Ihrerseits griff die Ukraine in der Nacht das russische Hinterland mit großen DrohnenschwĂ€rmen an.

Nach einem russischen Luftangriff am Montag auf das ukrainische Dorf Komyschuwacha in der Region Saporischschja am Montag stieg die Zahl der Todesopfer auf 29. Dieser "absolut schreckliche Angriff" sei bei der Ausgabe von humanitĂ€rer Hilfe in einer Schule geschehen, hieß es von Selenskyj. Es werde in den TrĂŒmmern nach weiteren Opfern gesucht, mindestens fĂŒnf Personen seien verletzt worden. Laut örtlichen Behörden galten 48 Menschen noch als vermisst.

Selenskyj erhob den Vorwurf eines gezielten Bombardements. "Russland konnte nicht entgangen sein, dass die in Komyschuwacha verbliebenen Einwohner jede Woche eben dort humanitÀre Hilfe erhalten." Selenskyj sprach von einem "hinterhÀltigen Terroranschlag".

Komyschuwacha befindet sich etwa 25 Kilometer östlich von Saporischschja und ist gut ein Dutzend Kilometer von der Frontlinie entfernt. Die Region ist seit Monaten immer wieder Ziel schwerer russischer Luftangriffe.

Selenskyj: Hacken russischer Warn-App war Gegenangriff

Das Hacken des russischen Warnsystems vor Luftangriffen war nach Angaben Selenskyjs ein ukrainischer Gegenangriff mit gleicher MĂŒnze. "Wir reagieren nur auf ihre Angriffe", sagte Selenskyj dem US-Sender PBS. "Sie haben unser System angegriffen. Das war ein Cyberangriff", sagte er. NatĂŒrlich habe sich die Ukraine dagegen gewehrt. Die Warn-Apps der beiden Kriegsparteien informieren ihre BĂŒrger unter anderem ĂŒber drohende Luftangriffe. Russland greife mit Cyberattacken immer wieder Ziele an, um der Zivilbevölkerung zu schaden, sagte Selenskyj weiter.

Am spĂ€ten Sonntagabend war zunĂ€chst die ukrainische App "Air Alert" gehackt worden, woraufhin die BĂŒrger unter anderem gefĂ€lschte Warnungen vor angeblichen Atomangriffen auf ihre Smartphones bekamen. Wenige Stunden spĂ€ter wurde am frĂŒhen Montagmorgen die App des russischen Zivilschutzes gehackt und versandte ebenfalls falsche Warnmeldungen.

2.800 Soldaten aus elf LĂ€ndern bei Ukraine-Übung in Polen

In Polen werden ab Montag rund 2.800 Soldaten aus elf LĂ€ndern am ersten MilitĂ€rmanöver der "Koalition der Willigen" zur UnterstĂŒtzung der Ukraine teilnehmen. Dabei solle getestet werden, wie nach dem Ende des Kriegs ein dauerhafter Frieden gesichert werden könne, teilte das britische Verteidigungsministerium in der Nacht mit. Großbritannien werde dafĂŒr rund 300 MilitĂ€rangehörige und mehrere Kampfjets entsenden.

Großbritannien und Frankreich leiten die Übung, die bis zum 22. November laufen soll. Das Manöver der Ukraine-VerbĂŒndeten war bereits zuvor angekĂŒndigt worden, zunĂ€chst aber ohne genauere Details wie die Zahl der beteiligten Truppen. Die Bundeswehr wird sich nach vorigen Angaben mit rund zehn Stabsoffizieren, Tankflugzeugen und Logistik beteiligen.

Putin zeigte sich nach GesprĂ€ch mit Witkoff bereit fĂŒr Treffen

Kremlchef Wladimir Putin hatte sich im Oktober nach einem GesprĂ€ch mit Witkoff ĂŒber ein Ende des Ukraine-Kriegs verhandlungsbereit gezeigt. "Wir haben vereinbart, dass wir bereit sind, unsere dreiseitigen Kontakte wieder aufzunehmen", sagte Putin mit Blick auf frĂŒhere GesprĂ€che.

Andeutungen aus dem Kreml hatten jĂŒngst bereits nahegelegt, dass sich die Delegationen der drei LĂ€nder Mitte November in Abu Dhabi zu einer Fortsetzung ihrer GesprĂ€che treffen wĂŒrden.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als viereinhalb Jahren mit westlicher UnterstĂŒtzung gegen den Angreifer Russland.

Disclaimer...
de | wirtschaft | 70451218 |