Neandertaler-Gen: TrÀger bauen 270 Gramm mehr Muskeln auf
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 14:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mitte August wurden neue wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische AnsĂ€tze zur Behandlung von muskulĂ€ren Verspannungen thematisiert. Die Veröffentlichungen verbinden evolutionĂ€re Forschungsergebnisse ĂŒber eine spezifische Neandertaler-Genvariante mit unkonventionellen Alltagshilfen fĂŒr die ergonomische Entlastung am Arbeitsplatz und im privaten Umfeld.
Unkonventionelle Hilfsmittel zur Linderung von Nacken- und RĂŒckenschmerzen
Gegen akute Verspannungen werden vermehrt einfache AlltagsgegenstĂ€nde als Hilfsmittel diskutiert. So kann eine herkömmliche Toilettenpapierrolle dazu beitragen, verschiedene Körperpartien gezielt zu entlasten. Zur Lockerung des Nackens wird empfohlen, die Rolle unter das Kinn zu legen. Bei Verspannungen im Bereich der Schultern kann eine Platzierung auf der BrustwirbelsĂ€ule Abhilfe schaffen, wĂ€hrend die Rolle unter dem Becken zur Entlastung des unteren RĂŒckens eingesetzt werden kann. Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass bei chronischen Schmerzen grundsĂ€tzlich ein Arzt konsultiert werden sollte.
Die Rolle der Neandertaler-Genetik beim Muskelaufbau
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts in Leipzig und des Karolinska-Instituts in Schweden haben eine Genvariante des Wachstumshormonrezeptors untersucht, die ursprĂŒnglich vom Neandertaler stammt. Laboranalysen ergaben, dass sich Zellen mit dieser Variante nach fĂŒnf Tagen um 39 Prozent stĂ€rker vermehren, wobei das entsprechende Signal um 22 Prozent krĂ€ftiger ausfĂ€llt.
Erwachsene TrĂ€ger dieser Neandertaler-Genvariante weisen laut den Forschern im Durchschnitt ein um 285 Gramm höheres Körpergewicht auf. Davon entfallen etwa 270 Gramm auf reine Muskelmasse. Die Verteilung der zusĂ€tzlichen Masse wurde mit 150 Gramm an den Armen und Beinen sowie 121 Gramm am Rumpf beziffert. Studienleiter Hugo Zeberg betonte in diesem Zusammenhang, dass die genetische Anlage allein den Körperbau nicht erklĂ€re; ein entsprechendes Training sei fĂŒr den Muskelaufbau weiterhin notwendig.
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Anatomische Auswirkungen und demografische Verteilung
Die genetische Disposition beeinflusst nicht nur die Muskulatur, sondern auch die Skelettstruktur. TrĂ€ger der Variante verfĂŒgen ĂŒber einen um 3,6 Millimeter kĂŒrzeren Unterkieferast und tragen ein dreifach erhöhtes Risiko fĂŒr einen Ăberbiss. Zudem wurde eine Verbindung zum sogenannten Taurodontismus festgestellt, einer speziellen Form der Zahnwurzeln. Interessanterweise zeigten Untersuchungen an 6.602 Kindern im Rahmen der âBorn in Bradfordâ-Studie keine signifikanten Effekte bis zum elften Lebensjahr.
Die Genvariante gelangte vor etwa 47.000 Jahren durch Vermischung in das menschliche Erbgut. Die HĂ€ufigkeit ihres Vorkommens variiert heute stark nach Region: WĂ€hrend sie in SĂŒdasien bei ĂŒber 20 Prozent der Bevölkerung (teilweise bis zu 25 Prozent) nachgewiesen werden kann, ist sie in Europa mit etwa 0,5 Prozent deutlich seltener vertreten.
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Einordnung in die bisherige Forschung
Bereits im Juli 2025 befasste sich eine VorgĂ€ngerstudie mit genetischen EinflĂŒssen auf die Muskelleistung. Dabei wurde eine Variante des Gens AMPD1 untersucht, welche die EnzymaktivitĂ€t im Reagenzglas um 25 Prozent und im Mausmuskel um bis zu 80 Prozent senkt. Von dieser Variante sind etwa 2 bis 8 Prozent der EuropĂ€er betroffen. Die Wahrscheinlichkeit, dass TrĂ€ger dieser spezifischen Mutation zu Spitzensportlern werden, halbiere sich den Studienergebnissen zufolge. Die aktuellen Erkenntnisse unterstreichen die komplexe Verbindung zwischen evolutionĂ€rem Erbe und der individuellen körperlichen Verfassung.
