Netze stabilisieren und Kosten halbieren: Europa setzt auf systemrelevante Netzspeicher
02.06.2026 - 12:01:49 | presseportal.de
Weniger als fünf Jahre verbleiben der Europäischen Union, um ihre verbindlichen Klima- und Energieziele für 2030 zu erreichen. Doch die Realität hinkt dem Anspruch hinterher: Trotz des jüngsten Booms bei erneuerbaren Energien zeigen aktuelle Prognosen, dass die EU ihre Ausbauziele für Wind- und Solarkapazitäten ohne Kurskorrektur verfehlen wird. Das von SolarPower Europe und Rystad Energy modellierte Solar+-Szenario zeigt jedoch einen klaren und hocheffizienten Ausweg. Wird das System konsequent auf Flexibilität getrimmt, avanciert die Kombination aus Photovoltaik und Batteriespeichern (BESS) zur technologischen Allzweckwaffe: Solarstrom allein könnte dank Kostenvorteile und hoher Zubaugeschwindigkeit rund 26 Prozent des europäischen Strombedarfs decken. Der gesamte Erneuerbaren-Anteil im Strommix würde so auf knapp 70 Prozent klettern und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen drastisch reduzieren.
Milliarden-Einsparungen stärken den EU-Standort
Das Erreichen dieser Ziele dient keineswegs nur dem Klimaschutz, sondern sichert die wirtschaftliche Zukunft des gesamten EU-Standorts. Indem die Marktteilnehmer teure fossile Kraftwerke systematisch zurückdrängen, halbieren sich die jährlichen Betriebskosten des europäischen Stromsystems im Solar+-Szenario bis 2030, was Jahr für Jahr rund 55 Milliarden Euro einspart. Gleichzeitig sinken die Großhandelsstrompreise im EU-Schnitt um 14 Prozent auf etwa 63,4 Euro pro Megawattstunde (MWh). Weil die installierten Netzspeicher den Strom zeitlich flexibel verschieben, verhindern sie das unkontrollierte Ausufern von Negativpreis-Stunden und schützen somit die Rentabilität großer Solarinvestitionen. Zudem befreit diese Kombination die europäische Wirtschaft von geopolitischer Erpressbarkeit. Allein während der ersten zwei Monate der jüngsten Nahost-Krise sparte der Solarzubau der EU bereits Gasimportkosten in Höhe von 8,5 Milliarden Euro ein. Bis 2030 summiert sich dieser Schutz im Solar+-Szenario auf jährlich über 53 Milliarden Euro beziehungsweise kumuliert 223 Milliarden Euro an vermiedenen fossilen Importen, was die europäische Energiesicherheit direkt und nachhaltig verbessert.
Investitionsvakuum bedroht die Dynamik
Dass der Speichermarkt bereit ist, seine Aufgabe im System zu erfüllen, belegen die Zahlen: Allein im Jahr 2025 wurden in der EU neue Batteriespeicher mit einer Kapazität von 27,1 GWh installiert, angetrieben zu 55 Prozent von privaten, völlig subventionsfreien Großspeichern (BESS). Doch unkoordinierte regulatorische Eingriffe in den Mitgliedstaaten drohen diesen Motor abzuwürgen.
Im europäischen Binnenmarkt richtet sich der Blick derzeit verstärkt auf Deutschland, wo aktuelle regulatorische Weichenstellungen die Dynamik des Speicherausbaus maßgeblich beeinflussen könnten. Die Diskussionen um eine Anpassung der Netzentgeltbefreiung für Speicher werfen bei internationalen Investoren Fragen zur langfristigen Planungssicherheit auf. Vor diesem Hintergrund haben sich mehr als 150 Unternehmen zusammengeschlossen, um im Dialog mit der Politik für verlässliche und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen einzutreten. Georg Gallmetzer, CEO von Eco Stor, warnt eindringlich vor einem Dominoeffekt: "Mit ihrem Vorbehalt zum Vertrauensschutz bei der Netzentgeltbefreiung im Rahmen des AgNes-Prozesses hat die Bundesnetzagentur die Speicherbranche faktisch in ein Investitionsvakuum geführt. Die Behörde muss dringend die Investitionssicherheit wiederherstellen und klare Signale zum gesetzlichen Vertrauensschutz sowie einem finanziell tragfähigen Netzentgeltmodell nach Ablauf der gesetzlichen Befreiungsfrist senden. Damit wir nicht durch ausbleibende Investitionen in eine irreparable Speicherlücke fallen." Ein solcher Vertrauensbruch im größten EU-Markt hätte laut Gallmetzer europaweit Signalwirkung und erinnert an die Branchenkrisen der Vergangenheit: "Ein möglicher Vertrauensbruch bei der Netzentgeltbefreiung hätte vergleichbar gravierende Auswirkungen wie die rückwirkenden Eingriffe in Förderregime in Spanien und Italien in den 2010er-Jahren. Gleichzeitig zeigen Länder wie Italien und Großbritannien, wie durch klare Marktmechanismen, zusätzliche Erlösquellen und schnelle Genehmigungsverfahren investitionsfreundliche Rahmenbedingungen geschaffen werden können - entscheidend ist letztlich die Kombination aus Marktgröße, regulatorischer Klarheit sowie Planungs- und Investitionssicherheit."
Ziel muss es sein, Speicher fest in das Netzkostendesign zu integrieren und den regulatorischen Rahmen so zu gestalten, dass der Ausbau der europäischen Speicherflotte auf die im Solar+-Szenario prognostizierten 171 GW bis 2030 verlässlich und rechtlich abgesichert gelingen kann.
ees Europe 2026: Flexibilität und Marktdesign im Fokus
Wie die europäische Industrie diesen enormen Transformationsbedarf technologisch und strategisch deckt, präsentiert die ees Europe Conference am 22. und 23. Juni in München. Im Fokus stehen transnationale Fragen wie die großskalige Finanzierung von Stand-alone-Großspeichern, die erfolgreiche Projektierung paneuropäischer Hybridkraftwerke und der regulatorische Umgang mit Netzentgelten im gewandelten europäischen Energiesystem. Auf der Fachmesse bildet das ees Forum (Halle C2) mit einer Vielzahl an Diskussionsformaten die Plattform für den europarechtlichen Austausch. Parallel dazu schlägt auf der ees Innovation Hub Stage (Halle B0) das innovative Herz der Veranstaltung: Hier präsentieren europäische Spitzenforschung und Industrie State-of-the-Art-Projekte - vom KI-Einsatz in der Batterieforschung über Best Cases zur Kreislaufwirtschaft bis hin zu Strategien für den Aufbau einer resilienten, eigenständigen Batterieproduktion in Europa. Ein weiteres Highlight ist am 22. Juni die Verleihung des renommierten The smarter E AWARD in der Kategorie Energy Storage.
Die ees Europe sowie die Parallelveranstaltungen Intersolar Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe finden vom 23.-25. Juni 2026 im Rahmen von The smarter E Europe, Europas größter Messeallianz für die Energiewirtschaft, auf der Messe München statt.
Mehr Hintergrundinformationen zur Rolle von Netzspeichern finden Sie hier.
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter:
ees Europe
Unter dem Motto "Innovating Energy Storage" versammelt die ees Europe als Europas größte und internationalste Fachmesse für Batterien und Energiespeichersysteme jährlich die führenden Akteure der Branche - darunter Hersteller, Händler, Projektentwickler, Systemintegratoren sowie professionelle Anwender und Zulieferer. Dabei rückt sie die aktuellen Technologien, Trends und Marktentwicklungen in den Fokus.
Die ees Europe findet vom 23.-25. Juni 2026 - erstmals mit der neuen Messelaufzeit von Dienstag bis Donnerstag - im Rahmen von The smarter E Europe, Europas größter Messeallianz für die Energiewirtschaft, auf dem Messegelände in München statt. Ob für Strom, Wärme oder Verkehr - im Zeichen einer erneuerbaren Energieversorgung 24/7 finden parallel zur ees Europe folgende drei Fachmessen statt:
Ebenso findet parallel die ees Europe Conference vom 22.-23. Juni 2026 (Montag-Dienstag) statt, in der namhafte Experten bahnbrechende Innovationen in den Mittelpunkt stellen. Um alle Aspekte einer zukunftsfähigen Energiewelt abzubilden, wird diese von drei weiteren Fachkonferenzen begleitet.
Veranstalter der ees Europe sind die Solar Promotion GmbH und die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG (FWTM).
Pressekontakt:
ressourcenmangel an der Panke GmbH | Schlesische Straße 26/c4 |10997
Berlin
Roberto Freiberger | Tel.: +49 163 8430 943
roberto.freiberger@ressourcenmangel.de
Solar Promotion GmbH | Postfach 100 170 | 75101 Pforzheim
Peggy Härter-Zilay | Tel.: +49 7231 58598-240
haerter-zilay@solarpromotion.com
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