Nachhaltigkeit, Klimaschutz

Neue KfW-Studie vier Wochen vor dem Start der UN-Weltklimakonferenz: Deutschlands Investitionsbedarf fĂŒr KlimaneutralitĂ€t bis 2045 liegt bei sechs Billionen Euro

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 11:00 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS

Frankfurt am Main - Vier Wochen vor dem Start der UN-Weltklimakonferenz hat die KfW neue Zahlen zum Investitionsbedarf in Deutschland fĂŒr den Klimaschutz vorgelegt. Um das Ziel der KlimaneutralitĂ€t bis zum Jahr 2045 zu erreichen, muss Deutschland nach Berechnungen von Prognos im Auftrag der KfW sechs Billionen Euro investieren. Das sind 290 Milliarden Euro im Jahr. Der Großteil dieser Investitionen, nĂ€mlich 45 Prozent, wird im Bereich Verkehr anfallen, gefolgt von den Sektoren Energie (25 Prozent), GebĂ€ude (22 Prozent) und Industrie (acht Prozent).

Neue KfW-Studie vier Wochen vor dem Start der UN-Weltklimakonferenz: Deutschlands Investitionsbedarf fĂŒr KlimaneutralitĂ€t bis 2045 liegt bei sechs Billionen Euro - Bild: presseportal.de
Neue KfW-Studie vier Wochen vor dem Start der UN-Weltklimakonferenz: Deutschlands Investitionsbedarf fĂŒr KlimaneutralitĂ€t bis 2045 liegt bei sechs Billionen Euro - Bild: presseportal.de

"Deutschland steht bei der Transformation zu einer klimaneutralen Gesellschaft vor anspruchsvollen, aber machbaren Herausforderungen", sagte Stefan Wintels, Vorstandschef der KfW, bei der PrĂ€sentation der Studie vor Journalisten. "Investitionen in Höhe von sechs Billionen Euro bis 2045 sind eine enorme Kraftanstrengung. Der Betrag relativiert sich jedoch dadurch, dass Deutschland auch beim Festhalten an fossilen Technologien stark investieren mĂŒsste. Investitionen in den Klimaschutz haben zudem einen wirtschaftlichen Nutzen und reduzieren die steigenden Kosten durch den Klimawandel. Klimatechnologien bergen gleichzeitig große Chancen fĂŒr die deutsche Wirtschaft."

So ist Deutschland zweitgrĂ¶ĂŸter Exporteur von KlimaschutzgĂŒtern. Der Markt wĂ€chst rasant, deutsche Unternehmen können davon profitieren. Der Umstieg auf klimafreundliche Technologien dĂŒrfte zudem die Energiekosten senken, mit positiven Auswirkungen auf Unternehmen und private Haushalte. Andersherum birgt der Klimawandel große wirtschaftliche Risiken: So hat etwa die Hitzewelle 2026 die deutsche Wirtschaftsleistung deutlich geschmĂ€lert. Die durch Extremwetterereignisse verursachten VermögensschĂ€den in Deutschland in den vergangenen fĂŒnf Jahren werden auf mehr als 50 Milliarden Euro geschĂ€tzt.

In der VorgĂ€ngerstudie aus dem Jahr 2021 hatte Prognos im Auftrag der KfW noch einen Investitionsbedarf von fĂŒnf Billionen Euro ermittelt. Der Anstieg ergibt sich aus den Preissteigerungen der vergangenen Jahre und aus dem anhaltenden Investitionsstau.

Privatwirtschaft, private Haushalte und Staat investierten in den Jahren 2018 bis 2023 in Deutschland im Schnitt 110 Milliarden Euro pro Jahr in den Klimaschutz. Bleibt es bei dieser GrĂ¶ĂŸe, ergibt sich bis 2045 eine LĂŒcke von rund 180 Milliarden Euro im Jahr zum Erreichen der KlimaneutralitĂ€t.

Das hohe Investitionsvolumen relativiert sich, wenn man berĂŒcksichtigt, dass auch in fossile Technologien weiter investiert werden mĂŒsste. Betrachtet man nur die zusĂ€tzlichen Investitionen im Vergleich zu einer konventionellen (fossilen) Referenztechnologie, so sind noch 65 Milliarden Euro im Jahr zusĂ€tzlich zu aktivieren. Das sind weniger als zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts - eine laut Studie ambitionierte, aber leistbare Aufgabe.

Fast die HĂ€lfte des Investitionsbedarfs, knapp drei Billionen Euro oder rund 140 Milliarden Euro jĂ€hrlich, entfĂ€llt auf private sowie öffentliche Unternehmen - wobei Großunternehmen und MittelstĂ€ndler Ă€hnlich hohe Lasten zu schultern haben. Damit mĂŒssten die Unternehmen ihre TransformationsbemĂŒhungen deutlich erhöhen. 2024 gaben sie 80 Milliarden Euro fĂŒr den Klimaschutz aus.

Besonders Unternehmen aus der Energieversorgung haben mit etwa 1,3 Billionen Euro massiven Handlungsbedarf. Im Fokus stehen dabei umfangreiche Investitionen in die Energieinfrastruktur, etwa Stromnetze oder FernwĂ€rme, sowie in großflĂ€chige Anlagen fĂŒr erneuerbare Energien. In der Industrie steht der technische Umbau energieintensiver Prozesse im Mittelpunkt, etwa die Umstellung der Stahlerzeugung auf wasserstoffbasierte Verfahren und die Elektrifizierung der ProzesswĂ€rme. Private Haushalte sind vor allem bei der GebĂ€udesanierung gefragt und mĂŒssen zudem von Verbrennern auf Elektroautos umsteigen.

Insgesamt entfallen knapp zwölf Prozent des Investitionsbedarfs oder 33 Milliarden Euro im Jahr auf die öffentliche Hand und 257 Milliarden Euro auf private Akteure. Besonders in Energie und Verkehr muss der Staat investieren. Beispielsweise handelt es sich dabei um Ausgaben in Stromverteilnetze und FernwĂ€rme, Schieneninfrastruktur und den Aufbau der Ladeinfrastruktur fĂŒr Elektrofahrzeuge.

"Die KfW steht bereit, Unternehmen, Privatleute und die öffentliche Hand bei der Umsetzung von Klimaprojekten zu begleiten", sagte KfW-Vorstandschef Stefan Wintels. "Klar ist aber auch: KlimaneutralitĂ€t gelingt nur mit der Mobilisierung von privatem Kapital. Mit dem Deutschlandfonds geht die KfW mit der Bundesregierung einen Weg, Kapital fĂŒr Klimatransformationsprojekte bereitzustellen und private Investitionen zu stimulieren."

Die KfW bleibt eine treibende Kraft beim Klimaschutz. Sie wird dieses Jahr im November erneut auf der UN-Weltklimakonferenz COP31 in Antalya vertreten sein. Seit 2017 hat die KfW rund 415 Milliarden Euro fĂŒr Umwelt- und Klimafinanzierungen zugesagt. Auf der Konferenz wird sie den Austausch mit internationalen PartnerlĂ€ndern und -organisationen pflegen, um MarktzugĂ€nge fĂŒr deutsche und europĂ€ische Unternehmen zu ermöglichen. Gleichzeitig setzt sie sich dafĂŒr ein, den Schutz globaler GĂŒter wie Klima und Naturerhalt weiter voranzutreiben.

Die Studie zum Investitionsbedarf zum Erreichen von KlimaneutralitÀt ist zu finden unter: Fokus Volkswirtschaft | KfW

Eine Grafik zum Investitionsvolumen fĂŒr KlimaneutralitĂ€t bis 2045 finden Sie anbei.

Weitere Informationen zum Engagement der KfW auf der Weltklimakonferenz COP finden Sie unter: KfW at COP31 in Antalya | KfW

Informationen zum Deutschlandfonds sind hier abrufbar: Der Deutschlandfonds: Private Investitionen fĂŒr Deutschlands Zukunft | KfW

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Konzernkommunikation (KK), Dr. Jobst-Hinrich Wiskow,
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