Psychologie, Gesundheit

Neue Studie des Gesundheits- und PrÀventionsspezialisten Vitality: Gesundheitliche Belastungen kosten Deutschlands Wirtschaft 506 Milliarden Euro pro Jahr

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 12:40 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS

London - Die Gesundheit der BeschĂ€ftigten entwickelt sich zunehmend zu einem wirtschaftlichen Risikofaktor fĂŒr Deutschland. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verlieren durchschnittlich 69,3 produktive Arbeitstage pro Jahr - mehr als in jedem anderen der untersuchten LĂ€nder: Großbritannien, den USA, Japan und Singapur. Die daraus resultierenden ProduktivitĂ€tsverluste kosten die deutsche Wirtschaft jĂ€hrlich rund 506 Milliarden Euro. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Global Health and Productivity Index von Vitality, dem Gesundheits- und PrĂ€ventionsspezialisten, in Partnerschaft mit RAND Europe.

Neue Studie des Gesundheits- und PrÀventionsspezialisten Vitality: Gesundheitliche Belastungen kosten Deutschlands Wirtschaft 506 Milliarden Euro pro Jahr - Bild: presseportal.de
Neue Studie des Gesundheits- und PrÀventionsspezialisten Vitality: Gesundheitliche Belastungen kosten Deutschlands Wirtschaft 506 Milliarden Euro pro Jahr - Bild: presseportal.de

Besonders alarmierend ist die psychische Verfassung der BeschĂ€ftigten. 72 Prozent der deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer berichten von moderaten bis schweren psychischen Belastungen - der höchste Wert aller untersuchten LĂ€nder. Gleichzeitig verfĂŒgen lediglich 16 Prozent ĂŒber Zugang zu arbeitgeberfinanzierten Beratungs- oder Mental-Health-Angeboten. Nur 42 Prozent haben zudem das GefĂŒhl, dass ihre FĂŒhrungskraft sich um ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden kĂŒmmert.

Die Ergebnisse unterstreichen, dass es nicht ausreicht, gesundheitliche Probleme erst dann zu behandeln, wenn sie auftreten: PrĂ€vention und frĂŒhzeitige UnterstĂŒtzung mĂŒssen stĂ€rker in den Blick rĂŒcken. Aufbauend auf seiner internationalen Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Versicherern und Arbeitgebern hat Vitality die Studie durchgefĂŒhrt, um das Ausmaß der gesundheitlichen Herausforderungen am Arbeitsplatz und die Möglichkeiten, ihnen zu begegnen, auf eine fundierte Datengrundlage zu stellen.

Das unterschÀtzte Problem: Arbeiten trotz gesundheitlicher Belastungen

Die Studie zeigt, dass ProduktivitĂ€tsverluste nur zu einem geringen Teil durch Fehlzeiten entstehen. Der grĂ¶ĂŸte Anteil entfĂ€llt auf sogenannten PrĂ€sentismus: BeschĂ€ftigte erscheinen zur Arbeit, können aufgrund gesundheitlicher Belastungen jedoch nicht ihre volle Leistung erbringen. In Deutschland entfallen 54,4 der insgesamt 69,3 verlorenen Arbeitstage auf diese oft unsichtbare Form des ProduktivitĂ€tsverlustes.

Besonders stark wirkt sich die psychische Gesundheit auf die LeistungsfĂ€higkeit aus. LĂ€nderĂŒbergreifend verlieren BeschĂ€ftigte mit einem hohen Risiko fĂŒr psychische Belastungen im statistischen Modell durchschnittlich 30,3 zusĂ€tzliche produktive Tage pro Jahr gegenĂŒber BeschĂ€ftigten ohne entsprechendes Risiko. Damit zĂ€hlt die mentale Gesundheit zu den grĂ¶ĂŸten Einflussfaktoren auf die ProduktivitĂ€t im Berufsleben.

Welttag fĂŒr psychische Gesundheit: BeschĂ€ftigte brauchen mehr UnterstĂŒtzung

Die Ergebnisse erscheinen pĂŒnktlich zum internationalen Aktionstag "World Mental Health Day" am 10. Oktober und verdeutlichen den Handlungsbedarf in deutschen Unternehmen. Trotz des hohen Belastungsniveaus fehlt vielen BeschĂ€ftigten der Zugang zu konkreter UnterstĂŒtzung und zeitnaher professioneller Hilfe. FĂŒr Unternehmen bleibt damit eine wichtige Chance ungenutzt: BeschĂ€ftigte frĂŒhzeitig zu unterstĂŒtzen, ihre Gesundheit zu stĂ€rken und gesundheitsbedingte ProduktivitĂ€tsverluste zu verringern.

Bei Angeboten fĂŒr körperliche Gesundheit und einen gesunden Lebensstil liegen deutsche Arbeitgeber vielfach ĂŒber dem Durchschnitt der fĂŒnf untersuchten LĂ€nder.

Bei der psychischen Gesundheit bleibt dagegen eine deutliche LĂŒcke: Nur 16 Prozent der BeschĂ€ftigten haben Zugang zu Beratungs- oder Mental-Health-Angeboten ihres Arbeitgebers, gegenĂŒber 21 Prozent im LĂ€nderdurchschnitt. Dies steht im starken Kontrast zu den 72 Prozent der deutschen BeschĂ€ftigten, die von moderaten bis schweren psychischen Belastungen berichten.

Auch arbeitgeberfinanzierte Krankenversicherung ist mit 18 Prozent weniger verbreitet als im LĂ€nderdurchschnitt von 33 Prozent. Das ist vor dem Hintergrund des deutschen gesetzlichen Krankenversicherungssystems einzuordnen: Der Zugang zur hausĂ€rztlichen Versorgung bedeutet nicht automatisch, dass spezialisierte psychotherapeutische Hilfe zeitnah verfĂŒgbar ist. FĂŒr einen Teil der BeschĂ€ftigten bietet Krankenversicherung ĂŒber den Arbeitsplatz bereits zusĂ€tzlichen und ergĂ€nzenden Zugang - etwa zu psychologischer UnterstĂŒtzung wie kognitiver Verhaltenstherapie oder zu prĂ€ventiven Angeboten, die BeschĂ€ftigte frĂŒher erreichen.

Junge BeschÀftigte besonders betroffen

Vor allem jĂŒngere BeschĂ€ftigte stehen unter Druck. Rund ein Drittel (32 Prozent) der 18- bis 34-JĂ€hrigen in Deutschland berichtet von starken depressiven Symptomen. Damit verzeichnet Deutschland in dieser Altersgruppe den höchsten Wert aller untersuchten LĂ€nder. Zugleich deutet die Studie darauf hin, dass viele Betroffene keine formale Diagnose erhalten. Die Ergebnisse weisen zudem auf einen Generationenunterschied hin: WĂ€hrend jĂŒngere BeschĂ€ftigte offener mit psychischen Belastungen umgehen, sind viele Unternehmen noch nicht ausreichend auf diese Offenheit und den damit verbundenen UnterstĂŒtzungsbedarf eingestellt.

PrÀvention statt Reaktion

Vitality hat in der Studie großes Potenzial fĂŒr Arbeitgeber erkannt, ProduktivitĂ€tsverluste und langfristige AusfĂ€lle durch frĂŒhzeitige UnterstĂŒtzung zu reduzieren. Besonders wirksam sind eine stĂ€rkere Fokussierung auf PrĂ€vention, gezielte mentale Gesundheitsangebote, bessere FĂŒhrungskrĂ€fteentwicklung sowie ein gesundheitsförderliches Arbeitsumfeld. BeschĂ€ftigte, die das GefĂŒhl haben, von ihrer FĂŒhrungskraft unterstĂŒtzt zu werden, verlieren deutlich weniger produktive Zeit als jene ohne entsprechende UnterstĂŒtzung.

Gesundheit als Wettbewerbsfaktor

Vitality sieht deshalb nicht nur eine gesellschaftliche, sondern auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit zum Handeln. Neville Koopowitz, Global CEO of Vitality, sagt: "Wenn Deutschland seine ProduktivitĂ€t steigern will, muss es stĂ€rker in die Gesundheit seiner BeschĂ€ftigten investieren. Unsere Daten zeigen, dass die grĂ¶ĂŸten ProduktivitĂ€tsverluste nicht durch Abwesenheit entstehen, sondern durch Menschen, die trotz gesundheitlicher Belastungen zur Arbeit kommen und weit unter ihrem Leistungsvermögen bleiben. Unternehmen, die die Gesundheit ihrer BeschĂ€ftigten strategisch fördern, verschaffen sich einen klaren Wettbewerbsvorteil. Die Kosten des Nichtstuns belaufen sich fĂŒr die deutsche Wirtschaft bereits heute auf mehr als 500 Milliarden Euro pro Jahr."

FĂŒr weitere Informationen wenden Sie sich an:

LHLK Agentur fĂŒr Kommunikation
Eva-Maria Gose-Fehlisch
Tel.: +49 89 720187 - 224
E-Mail: VitalityInsurance@lhlk.de

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