NIS2-Compliance, Computrain

NIS2-Compliance: Nur 18.414 von 30.000 Unternehmen registriert

Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 21:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Computrain präsentiert NIS2-Schulung für Führungskräfte. Deutschland verzeichnet nur 18.414 von 30.000 erwarteten Registrierungen.

Computrain launcht NIS2-E-Learning für Führungskräfte
Ein Laptop in einem modernen Büro zeigt digitale Sicherheitsnetzwerke als Symbol für NIS-2 Compliance und Cybersicherheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Angesichts der steigenden regulatorischen Anforderungen an die Cybersicherheit hat der Bildungsanbieter Computrain am 1. August 2026 eine spezialisierte E-Learning-Lösung für Führungskräfte vorgestellt. Das Angebot mit dem Titel „NIS2 Awareness - On Demand“ richtet sich gezielt an Vorstände und Endverantwortliche, um die notwendige Fachkompetenz im Bereich der NIS2-Richtlinie zu vermitteln. Der Start des Programms erfolgt unmittelbar zum Veröffentlichungsdatum.

Schulungsinhalte und Rahmenbedingungen des neuen Angebots

Das E-Learning-Modul ist auf eine Dauer von drei Stunden ausgelegt und umfasst Themenbereiche wie NIS2-Verpflichtungen, Compliance-Anforderungen, Governance sowie Methoden der Risikobeherrschung. Die Teilnahmegebühr beträgt €295 inkl. MwSt. und setzt keine spezifischen Vorkenntnisse voraus. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmer ein entsprechendes Zertifikat. Der Zugang zur Lernplattform wird für einen Zeitraum von drei Monaten gewährt.

Die Einführung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Anforderungen an die Informationssicherheit massiv zunehmen. Branchenexperten weisen darauf hin, dass die Sensibilisierung auf Führungsebene nicht länger als administrative Pflicht, sondern als strategische Notwendigkeit betrachtet werden muss.

Kritischer Stand der NIS2-Registrierungen in Deutschland

In Deutschland ist das NIS2-Umsetzungsgesetz bereits seit dem 6. Dezember 2025 ohne Übergangsfrist in Kraft. Betroffen sind Organisationen ab etwa 50 Mitarbeitern oder einem Jahresumsatz von 10 Mio. € in definierten Sektoren. Zu den Kernpflichten gehören ein umfassendes Risikomanagement, technische Sicherheitsmaßnahmen sowie eine Registrierungspflicht beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Aktuelle Daten verdeutlichen jedoch einen erheblichen Rückstand bei der Umsetzung: Während Schätzungen von rund 30.000 betroffenen Organisationen ausgehen, waren bis zum 23. Juli 2026 lediglich 18.414 Registrierungen verzeichnet. Die offizielle Frist für diese Registrierung lief am 31. Juli 2026 ab. Politische Vertreter bezeichneten diese Zahlen als alarmierend, da das BSI nun bußgeldbewehrte Schritte einleiten kann. Zudem bestehen weitreichende Haftungsrisiken für Führungskräfte, sollten die gesetzlichen Vorgaben nicht erfüllt werden.

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Internationale Entwicklungen und Auswirkungen auf Lieferketten

Auch in den Niederlanden steht ein wichtiger Meilenstein bevor. Dort tritt das Cyberbeveiligingswet, die nationale Umsetzung der NIS2-Richtlinie, am 15. August 2026 in Kraft. Schätzungen zufolge sind dort über 8.000 Organisationen in 18 Sektoren betroffen. Ähnlich wie in Deutschland werden Direktionen und Vorstände direkt für das Management von Cyberrisiken verantwortlich gemacht.

Mittelbar sind zudem deutlich mehr Unternehmen betroffen. Die Handwerkskammer Ulm und IT-Service Commander weisen darauf hin, dass kleine Unternehmen, die unter den genannten Schwellenwerten liegen, oft über die Lieferketten in die Pflicht genommen werden. Auftraggeber fordern zunehmend den Nachweis über Sicherheitsmaßnahmen wie Multi-Faktor-Authentifizierung, Incident-Response-Pläne und regelmäßige Schulungen ein.

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Evolution der Bedrohungslage und Trainingsmethoden

Die Relevanz spezialisierter Schulungen wird durch eine verschärfte Bedrohungslage untermauert. Am 31. Juli 2026 hat der Sicherheitsanbieter KnowBe4 neue Vishing-Simulationen (Voice Phishing) in sein Portfolio integriert. Hintergrund sind Daten von CrowdStrike, wonach die vishing-Aktivitäten zuletzt um +442% gestiegen sind. Auch Mandiant identifizierte Voice-Phishing als einen zentralen Vektor für Erstinfektionen in Unternehmen.

Der Markt reagiert langfristig auf diesen Bedarf: SkillDock gab am 31. Juli 2026 bekannt, ab dem Jahr 2027 zusätzliche Trainer für NIS2-Awareness-Projekte zu suchen. Der Fokus liege dabei auf der Vermittlung von Grundlagen der Informationssicherheit sowie der Sensibilisierung für Social Engineering und Malware. Ergänzend dazu bieten Institute wie Alfatraining bereits umfassende, 12-wöchige Lehrgänge zum IT-Security-Beauftragten mit Zertifizierungen nach ISO/IEC 27001 an, um dem Fachkräftemangel in diesem Bereich zu begegnen.

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