NIS2-Richtlinie, Datenschutz

NIS2-Richtlinie treibt Datenschutz: EuropÀische Office-Tools im Aufwind

06.07.2026 - 04:04:13 | boerse-global.de

Neue Office-Updates von Collabora, Google und Apple setzen auf KI, wÀhrend die NIS2-Richtlinie Unternehmen zu mehr Datenschutz zwingt.

KI-Integration in BĂŒrosoftware: Lokale vs. Cloud-Lösungen 2026
NIS2-Richtlinie - Ein stilisiertes, leuchtendes digitales VorhĂ€ngeschloss ĂŒber einer verschwommenen europĂ€ischen Stadtlandschaft bei Sonnenuntergang. 06.07.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

WĂ€hrend Google und Apple ihre Cloud-Funktionen massiv ausweiten, setzen andere Anbieter auf lokale Verarbeitung. Der Grund: regulatorische Anforderungen wie die NIS2-Richtlinie. IT-Verantwortliche mĂŒssen den Schutz sensibler Unternehmensdaten in Schreib-, Tabellen- und PrĂ€sentationsprogrammen neu bewerten.

Collabora Office setzt auf lokale Sprachmodelle

Anfang Juli erschien Collabora Office 26.04. Die Neuerung: KI-Funktionen laufen komplett auf dem lokalen Rechner. Der Assistent hilft in Writer, Calc und Impress bei der Erstellung und Analyse von Dokumenten – ohne Daten an externe Server zu senden.

Das Update bringt zudem bessere KompatibilitÀt zu Microsoft-Office-Formaten, einen neuen Dokumentenvergleich und Barrierefreiheitstests nach BITV-2.0-Standard. Die Software lÀuft auf Windows, macOS und Linux.

Das Interesse an Open-Source-Alternativen wÀchst. Der LibreOffice-Jahresbericht 2025 verzeichnet 44,8 Millionen Downloads. Die Spendeneinnahmen stiegen um 30 Prozent auf 1,8 Millionen Euro.

Google und Apple erweitern ihre Suiten

Google hat Anfang Juli umfassende Updates fĂŒr Docs, Sheets und Slides ausgerollt. Gemini AI generiert Inhalte direkt in Dokumenten und steuert Tabellen per Sprachbefehl. In Google Sheets lassen sich Suchdaten fĂŒr Analysen einbinden.

FĂŒr macOS-Nutzer mit Abonnement startete Ende Juni eine Beta des Gemini Spark Assistant. Er verspricht eine tiefere Integration ins Betriebssystem.

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Auch Apple aktualisierte im Juli: iWork 15.3 bringt generative KI fĂŒr Vektorgrafiken per Textbefehl in Pages, Numbers und Keynote. Dabei greift Apple auf KI-Modelle von Google zurĂŒck. Neu ist die enge Verzahnung mit Pixelmator Pro – Bildbearbeitungen sind direkt in Dokumenten möglich. Die Siri-KI-App bleibt in der EU jedoch vorerst eingeschrĂ€nkt.

Regulatorischer Druck durch NIS2

Die NIS2-Richtlinie treibt den Datenschutz voran. Unternehmen ab 50 Mitarbeitern oder 10 Millionen Euro Jahresumsatz mĂŒssen in vielen Sektoren eine Ende-zu-Ende-VerschlĂŒsselung fĂŒr Kollaborations-Tools einfĂŒhren.

EuropĂ€ische Alternativen positionieren sich in diesem Markt. Im Juni startete das von IONOS unterstĂŒtzte EuroOffice als digitale SouverĂ€nitĂ€tslösung. Gleichzeitig investieren Kapitalgeber massiv: Das Unternehmen Neo erhielt 30 Millionen Dollar fĂŒr den Ausbau seiner KI-gestĂŒtzten Arbeitsplattform.

Branchenspezifische Entwicklungen

Die KI-Automatisierung dringt in spezialisierte Fachbereiche vor. Der Finanzsoftware-Anbieter Lucanet veröffentlichte Anfang Juli sechs KI-Agenten. Sie reduzieren die Zeit fĂŒr XBRL-Tagging laut Unternehmensangaben um bis zu 95 Prozent. Im juristischen Bereich kam zeitgleich eine Lösung fĂŒr autonomes Vertragsmanagement auf den Markt.

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Auch die öffentliche Verwaltung zieht nach. Die Stadt SaarbrĂŒcken setzt seit Mitte Juni einen KI-Voicebot im BĂŒrgeramt ein. Er bearbeitet Standardanfragen automatisiert und entlastet das Personal.

Der Trend fĂŒhrt von der reinen Texterstellung zur prozessorientierten Automatisierung. Die Sicherheit der verarbeiteten BĂŒrger- und Unternehmensdaten bleibt dabei das zentrale Kriterium fĂŒr die Akzeptanz.

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