Niutech-Vertrag: Pyrolyse-Anlage für 50.000 Tonnen SAF pro Jahr
Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 17:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Technologieunternehmen Niutech hat einen Verkaufsvertrag mit einem international agierenden Energiekonzern über die Lieferung einer industriellen Anlage zur kontinuierlichen Pyrolyse unterzeichnet. Die großtechnische Anlage soll Kunststoffabfälle verwerten und ist für eine Kapazität von 10.000 bis 50.000 Tonnen pro Jahr ausgelegt. Ziel der Kooperation ist die Herstellung von nachhaltigem Flugkraftstoff (Sustainable Aviation Fuel, SAF).
Integration in bestehende Raffinerieprozesse
Ein wesentlicher Bestandteil des vereinbarten Projekts ist die Integration einer Raffinerie-Upgrade-Lösung. Dabei wird das durch das kontinuierliche Pyrolyseverfahren gewonnene Öl in einem weiteren Schritt zu hydriertem SAF veredelt. Dieser Prozess ermöglicht es, Kunststoffabfälle, die andernfalls schwer zu recyceln wären, als Rohstoffquelle für den Luftverkehr nutzbar zu machen.
Die technologische Entwicklung steht im Kontext verschärfter regulatorischer Anforderungen in Europa. Die Mandate der Europäischen Union sehen verbindliche Beimischungsquoten für nachhaltige Kraftstoffe vor.
Demnach müssen ab dem kommenden Jahr 2025 mindestens 2 % des Flugkraftstoffs aus nachhaltigen Quellen stammen. Diese Quote soll bis zum Jahr 2030 auf 6 % steigen und bis zur Mitte des Jahrhunderts, im Jahr 2050, einen Anteil von 70 % erreichen.
Marktumfeld und technologische Skalierung
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Die industrielle Skalierung, wie sie das Projekt von Niutech vorsieht, markiert einen wichtigen Schritt in der Branche. Zum Vergleich: Forschungskonsortien wie das Paul Scherrer Institut (PSI) und das Unternehmen Metafuels betreiben derzeit Testanlagen wie „Aerobrew“, die eine tägliche Menge von rund 50 Litern synthetischen Kraftstoffs produzieren.
Für eine geplante Fabrik in Rotterdam strebt Metafuels ab dem Jahr 2030 eine Produktion von 10 Tonnen pro Tag an, die später auf 100 Tonnen pro Tag gesteigert werden soll.
Trotz der technologischen Fortschritte bleibt die wirtschaftliche Komponente eine Herausforderung für die Luftfahrtindustrie. Branchenexperten zufolge kosten nachhaltige Kraftstoffe derzeit etwa das Vier- bis Fünffache von herkömmlichem, fossilem Kerosin.
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Die steigenden gesetzlichen Anforderungen an die Beimischung, die für das Jahr 2035 bereits eine Quote von 20 % vorsehen, erhöhen jedoch den Druck auf Energiekonzerne, in großvolumige Produktionskapazitäten zu investieren.
Durch den nun geschlossenen Vertrag über eine Anlage mit einer Kapazität von bis zu 50.000 Tonnen jährlich positioniert sich Niutech als Zulieferer für die industrielle Umsetzung dieser Energiewende im Flugverkehr. Das Projekt unterstreicht den Trend, chemisches Recycling durch Pyrolyse als festen Bestandteil der Kreislaufwirtschaft und der Dekarbonisierungsstrategie globaler Energieunternehmen zu etablieren.
